Deutschland hat eine zentrale Cyberabwehr

17. Juni 2011, 09:20
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Zentrum im Bonn beschäftigt sich mit Cyberattacken auf Institutionen, Firmen und Private. Doch nützt es wirklich was?

Zentrum im Bonn beschäftigt sich mit Cyberattacken auf Institutionen, Firmen und Private. Doch nützt es wirklich was?
Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich hat gestern in Bonn das nationale Cyber-Abwehrzentrum (NCAZ) eröffnet. Das Zentrum soll den Schutz kritischer Infrastrukturen gewährleisten. So befinden sich etwa Atomkraftwerke im Visier von Hackern oder andere Einrichtungen, deren Ausfall im besten Fall zu einem Chaos führen würde. Ausserdem müssen auch Behörden täglich mit Angriffen umgehen, so auch in der Schweiz, wo es diverse Stellen gibt, die für die Cyberabwehr zuständig sind.
Das deutsche Cyber-Abwehrzentrum soll sich auch mit Cyberattacken auf Unternehmen und Private beschäftigen. Es ist allerdings nicht dafür konzipiert, um im Krisenfall selbst einzugreifen und umfassende Gegenmassnahmen einzuleiten. So darf das NCAZ eher als Informations-Zentrum bezeichnet werden, wie etwa die Schweizer Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani). Das NCAZ gibt Handlungsempfehlungen und will auch dafür sorgen, dass Informationen über Schwachstellen in IT-Produkten ausgetauscht werden.
Der deutsche ICT-Branchenverband Bitkom bezeichnete die Gründung des NCAZ als "wichtigen Schritt zum richtigen Zeitpunkt auf dem Weg zu mehr Schutz vor Cyber-Angriffen." Bitkom-Präsident Dieter Kempf sagte laut einem Statement: "Das Zentrum schliesst eine Lücke in der Kommunikation zwischen den Behörden, die vom Thema Cybersicherheit betroffen sind: in erster Linie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sowie das Bundeskriminalamt (BKA). Die etwa zehn Experten des NCAZ können aus Einzelinformationen ein komplexes Lagebild zusammensetzen."
Bei einem Ausbau des NCAZ sollte die Privatwirtschaft stärker einbezogen werden, kritisierte der Bitkom-Chef. Kritisiert wurde von anderer Stelle auch, dass das Zentrum nicht rund um die Uhr besetzt ist. T-Systems-Chef Reinhard Clemens bezeichnete den nationalen Ansatz als "zu kurz". Die Piratenpartei meint, dass Fragen der inneren und äusseren Sicherheit vermischt würden. (mim)

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