Deutschland: Lieber zuwenig IT-Leute als zuviele Ausländer?

28. Februar 2007, 10:43
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In unserem nördlichen Nachbarland gibt es gemäss dem grossen IT-Branchenverband Bitkom rund 20'000 offene Stellen in der IT-Industrie, für welche die betroffenen Unternehmen nur unter grossen Schwierigkeiten geeignete Fachkräfte finden.

In unserem nördlichen Nachbarland gibt es gemäss dem grossen IT-Branchenverband Bitkom rund 20'000 offene Stellen in der IT-Industrie, für welche die betroffenen Unternehmen nur unter grossen Schwierigkeiten geeignete Fachkräfte finden. Rund die Hälfte aller der deutschen IT-Firmen klage denn auch explizit über den Fachkräftemangel.
Die IT-Branche hat nun gehofft, dass die Bundesregierung die Hürden für die Anstellung von Mitarbeitenden aus nicht-EU-Ländern senke und so die Situation etwas lindern könnte. Daraus wird aber anscheinend nichts, wie die 'Financial Times Deutschland' aufgrund eines ihr vorliegenden Gesetzesentwurfs für das Aufenthaltsrecht berichtet. Insbesondere der Mindestlohn, den Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Staaten verdienen müssen, um als "höchstqualifizierte Arbeitnehmer" zu gelten und dadurch eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, bleibt wie bisher bei 7125 Euro im Monat. Eine Initiative in Niedersachsen hatte eine Senkung auf 5344 Euro vorgesehen, andere hatten sogar auf eine Halbierung gehofft. Die bestehende Gehaltsgrenze, so wird kritisiert, stamme noch aus der IT-Boomzeit und sei heute utopisch.
Durchgesetzt haben sich nun aber, so die 'FTD', anscheinend die "Bedenkenträger" aus der CDU und SPD, die gegen mehr Zuwanderung sind. Bei den Bedenken geht es aber wohl teilweise, aber nicht nur um die Zuwanderung. Vor allem aus Kreisen der SPD wird auch die Personalpolitik vieler IT-Firmen kritisiert. Diese würden sich einerseits trotz der Klagen über den Personalmangel immer noch dagegen sträuben, Aus- und Weiterbildungskosten zu übernehmen und zum Beispiel Quereinsteiger – auch "Quereinsteiger" zwischen verschiedenen IT-Bereichen – einzustellen. Ausserdem wolle man die Unternehmen auch nicht dafür "belohnen", dass sie ältere Fachkräfte nicht mehr weiterbilden wollen. (hjm)

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