Deutschland und Frankreich wollen Pilotprojekt zu digitalem Euro

26. Mai 2021, 14:56
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Die beiden Länder fordern einen Start noch 2021. Ein EZB-Direktor rechnet frühestens 2026 mit einer Einführung.

Deutschland und Frankreich wollen noch in diesem Jahr ein Pilotprojekt für einen digitalen Euro anstossen. Eine digitale Währung sei wichtig für die europäische Souveränität, sagte der deutsche Finanzminister Olaf Scholz nach einem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Bruno le Maire.
Le Maire betonte, das Projekt könne die internationale Rolle des Euro stärken. "Europa muss bei der Digitalisierung ein Anführer sein", forderte er. Ein digitaler Euro würde die Auswahl an Zahlungsmitteln vergrössern und könnte eine Antwort auf privatwirtschaftliche Kryptowährungen wie Bitcoin sein.
Im Gegensatz zu diesen würde er von der Europäischen Zentralbank herausgegeben. Ziel sei nicht, Euro-Scheine und -Münzen abzuschaffen, sondern zu ergänzen. Nach Einschätzung von EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta könnte ein Digital-Euro frühestens im Jahr 2026 eingeführt werden.
Europas Währungshüter wollen in den kommenden Monaten grundsätzlich entscheiden, ob das Projekt weiterverfolgt wird. "Wir sehen, dass die Menschen mehr und mehr online einkaufen und dass sie mit wachsender Häufigkeit digitale Zahlungsmethoden verwenden", sagte Panetta. Man wolle verhindern, dass der Massenzahlungsverkehr von einer Handvoll nicht-europäischer Akteure dominiert werde, die gegen die Kontrolle durch europäische Behörden relativ immun sein könnten. "Das könnte zu mangelhaftem Wettbewerb und Datenschutz führen", sagte Panetta.
Neben anderen Notenbanken denkt auch die US-Zentral­bank über einen digitalen Dollar nach.

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