Deutschland verabschiedet sich vom 3G-Netz

4. Januar 2022, 16:35
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In der Schweiz wird es noch einige Jahre dauern, bis 3G deaktiviert wird, wie uns die Telcos erklären. Derweil stockt der 5G-Ausbau.

In Deutschland kündigte Telefónica mit seiner Marke O2 um den Jahreswechsel an, die letzten Standorte mit der 3G-Mobilfunktechnik abzuschalten. Anders als in der Schweiz aber wird im nördlichen Nachbarland das 2G-Netz weiterhin betrieben. Dort diene es als Basisnetz für SMS, Mobiltelefonie und einfache M2M-Lösungen, erklärte Telefónica Germany gegenüber dem Onlinemagazin 'PC Welt'.
In der Schweiz ist die Deaktivierung des 3G-Netzes noch ein paar Jahre entfernt. "Nach aktueller Planung wird Swisscom 3G/UMTS Ende 2025 ausser Betrieb nehmen", erklärt uns das Unternehmen auf Anfrage. Man beobachte den Markt und die technologische Entwicklung laufend. Dazu gehöre auch die Bestimmung des richtigen Zeitpunkts, um veraltete Technologien wie 3G/UMTS ausser Betrieb zu nehmen, fügt der Telco an.
Keine konkreten Pläne zur Abschaltung des 3G-Netzes gibt es hingegen bei Salt und Sunrise UPC, wie die beiden Unternehmen gegenüber inside-it.ch erklärten. Etwa 95% der Salt-Standorte seien mit 3G-Technologie ausgestattet. Man setze die Technologie zum Teil auch noch an neuen Standorten ein, so Salt. Bei Sunrise UPC werde noch rund jedes dritte Gespräch über 3G geführt. Der Anteil des Datenverkehrs im 3G-Netz belaufe sich bei Sunrise UPC auf einen tiefen, einstelligen Prozentanteil.
Seit vielen Jahren sind Geräte, die neu auf den Markt kommen, 4G-fähig. Und seit einiger Zeit sind auch 5G-fähige Geräte auf dem Markt. Die hiesigen Telcos haben im Frühjahr 2019 mit dem Aufbau des Netzes begonnen. Die Aufrüstung wurde nach einem Blitzstart allerdings durch Widerstand von Teilen der Bevölkerung und der Behörden ausgebremst
Im Oktober 2021 gab es laut Bundesamt für Kommunikation bereits 6000 aktive 5G-Antennen in der Schweiz. Man könne aber Antennen, die dringend nötig seien, nicht bauen, sagte Swisscom-Chef Urs Schaeppi gegenüber 'SRF'. Schuld daran seien rund 3000 Einsprachen gegen neue Antennen sowie eine Praxisänderung bei der Umrüstung bestehender Antennen auf 5G.

US-Telcos verschieben 5G Rollout leicht

In den USA läuft derzeit auch eine Debatte um den 5G-Ausbau. Die Nutzung eines bestimmten 5G-Frequenzbereichs könnte den Luftverkehr stören, erklärten die beiden grossen Flugzeughersteller Boeing und Airbus sowie die US-Flugbehörde FAA. Sie verlangten deshalb, dass die geplante Einführung von 5G-Mobilfunk im C-Band-Spektrum verschoben wird, wie im Dezember bekannt wurde.
AT&T und Verizon haben nun eingewilligt, den Rollout von entsprechenden 5G-Services um 2 Wochen nach hinten zu schieben. Zunächst lehnten die Telcos eine entsprechende Bitte mit der Begründung ab, man habe den Rollout schon einmal verzögert und im Umfeld von Flughäfen gewisse Vorsichtsmassnahmen ergriffen.
Laut 'Wall Street Journal' hätten Vorbereitungen darauf, ein Bundesgericht zu ersuchen, die für diese Woche vorgesehene 5G-Einführung zu blockieren, zum Entscheid beigetragen.
Die FAA bedankte sich bei AT&T und Verizon für die Einwilligung zu der freiwilligen Verzögerung sowie die Vorschläge zur Behebung von Sicherheitsbedenken im Umfeld von Flughäfen. "Wir freuen uns darauf, die zusätzliche Zeit zu nutzen, um die mit der 5G-Einführung verbundenen Störungen zu reduzieren", wird die Behörde vom 'Wall Street Journal' zitiert. 

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