Dicoms Wiedergeburt

17. Januar 2011, 13:53
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Kofax verkauft das Distributionsgeschäft an eine deutsche Beteiligungsgesellschaft und ans Management. Andreas Schneider wird COO des neuen, paneuropäischen VADs.

Kofax verkauft das Distributionsgeschäft an eine deutsche Beteiligungsgesellschaft und ans Management. Andreas Schneider wird COO des neuen, paneuropäischen VADs.
Fast passend zur Jahreszeit erlebt der Schweizer IT-Brand Dicom eine Wiederauferstehung. Der Document-Capture-Spezialist Kofax verkauft nämlich das auf Dokumenten-Erfassung spezialisierte Distributionsgeschäft samt dem Markennamen Dicom an das Management und die deutsche Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz. Aus dem MBO entsteht ein paneuropäischer Value-Added-Distributor mit Hauptsitz in Rotkreuz, der mit ungefähr 200 Mitarbeitenden und 19 Länderniederlassungen über 3000 Reseller mit Scannern, Software und Speicherlösungen versorgen wird.
Erst 2008 ist die 1991 in Rotkreuz gegründete Dicom in Kofax umbenannt worden.
Gemäss Kofax wird der Deal Hannover Finanz maximal 23,2 Millionen Dollar kosten, wovon 15 Millionen beim definitiven Abschluss des Deals diesen März fällig werden. Insgesamt soll der Verkauf des hardwarelastigen Distributionsgeschäfts Kofax mindestens 20 Millionen Dollar in die Kassen spülen. Zusätzlich erhofft sich Kofax Einsparungen durch die Zusammenlegung aller Backoffice-Funktionen in Europa in Rotkreuz.
Bekannte Namen im Management
Als CEO des künftigen VADs ist Joachim Froning vorgesehen, der auch einer der künftigen Minderheitsaktionäre sein wird. Froning war bei Kofax bereits als 'Senior Vice President' für das Hardware-Geschäft verantwortlich. Verwaltungsratspräsident und ebenfalls Minderheitsaktionär soll der ehemalige Kofax-Finanzchef Stefan Gaiser werden. COO und ebenfalls Minderheitsaktionär von Dicom wird Andreas Schneider, den man als ehemaligen Verkaufsleiter der COS Distribution in der Schweiz kennt und der 2007 von seinem ehemaligen Chef bei COS, Roland Apelt, geholt wurde. Apelt selbst, der 2006 zur damaligen Dicom und späteren Kofax ging, wird beim neuen VAD weiterhin für das Product Management und die Hersteller-Beziehungen zuständig sein.
Kofax befreit sich vom ungeliebten Hardware-Geschäft - Aktienkurs steigt
Die Verselbständigung des Distributionsgeschäfts von Kofax unter dem Namen Dicom dürfte für beide Seiten eine gute Sache sein. Die in London börsenkotierte Kofax kann sich nun als reiner Software-Hersteller positionieren, was an der Börse meistens belohnt wird. So auch im Fall Kofax: Der Kurs stieg heute um immerhin 4,3 Prozent.
Für das hardwarelastige Distributionsgeschäft von Kofax dürfte der Deal ebenfalls vorteilhaft sein, weil man sich nun nicht mehr als lästiger Wurmfortsatz einer angelsächsischen Software-Company rechtfertigen muss, sondern sich auf das VAD-Geschäft konzentrieren kann. Für den Investor Hannover Finanz schliesslich bleibt die Hoffnung, den VAD dereinst an einen der multionalen Mega-Distis, die ihr VAD-Geschäft zur Zeit allesamt ausbauen, verkaufen zu können. (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Roland Apelt ist privat als (geschätzter) Verwaltungsratspräsident unseres Verlag, der Huron AG, engagiert.)

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