Die Angst der CIOs vor der Schatten-IT

7. März 2013, 09:00
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Schweizer CIOs kooperieren nicht gerne mit Marketing und Verkauf. Sie befürchten eine Schatten-IT.

Schweizer CIOs kooperieren nicht gerne mit Marketing und Verkauf. Sie befürchten eine Schatten-IT.
Unzählige Studien haben bereits gezeigt, dass die Rolle des CIOs vielschichtiger wird. Der IT-Chef ist nicht mehr nur der Verantwortliche für die Informatik, sondern soll sich als "Enabler" oder Innovator verstehen. Eine neue Untersuchung, die im Auftrag von Colt Technology Services durchgeführt wurde, konzentriert sich nun auf den Aspekt der internen Vernetzung von CIOs mit Marketing und Vertrieb.
Nur jeder dritte der befragten Schweizer CIOs gab an, dass sie regelmässig oder häufig mit dem Marketing (28 Prozent) oder dem Vertrieb (32 Prozent) zusammenarbeiten. Dieser tiefe Anteil ist vor allem auch deshalb bedenklich, weil diese Abteilungen vermehrt selbst IT-Dienstleistungen und Infrastrukturen einkaufen - dies wird als Schatten-IT bezeichnet. Viel höher ist der Kooperationswille mit der Finanzabteilung: 92 Prozent der Schweizer CIOs haben einen guten Draht in die CFO-Abteilung.
Die mangelnde Kommunikation der CIOs mit den Marketing- und Vertriebsabteilungen könnte damit zusammenhängen, dass CIOs diese Schatten-IT als Bedrohung sehen. Tatsächlich denken laut der Studie 60 Prozent der europaweit befragten CIOs so. Am häufigsten findet man diese Befürchtung unter CIOs in der Schweiz: 56 Prozent sind dieser Meinung. 68 Prozent der Schweizer CIOs empfinden es als bedrohlich, wenn die Verantwortung für IT-Entscheidungen bei den einzelnen Abteilungen liegt.
Doch CIOs sollten in Zukunft stärker in der Unternehmensentwicklung tätig sein. "Er muss die Geschäftsstrategie des Unternehmens stärker im Blickfeld haben und zunehmend wird es seine Aufgabe sein, den Abteilungen den Kundennutzen der IT zu vermitteln. Nur wenn CIOs ein tiefes Verständnis für die Arbeitsweise und das Beziehungsgeflecht der Geschäftsbereiche sowie die Ziele ihrer Dienstleister und Kunden entwickeln, werden sie in der Lage sein, Veränderungen voranzutreiben und als Dienstleister im Unternehmen den Geschäftserfolg mitzugestalten", glaubt Vinoo Mehera, Managing Director Schweiz bei Colt.
Die gesamte Studie mit weiteren Ergebnissen gibt es hier. (mim)

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