Die Angst der PC-Dinosaurier

16. November 2012, 16:03
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Microsoft meint, man werde noch mehr Hardware auf den Markt bringen. HP meint, das Microsoft-Tablet sei keine Konkurrenz. Die Akteure in der PC-Industrie werden nervös.

Microsoft meint, man werde noch mehr Hardware auf den Markt bringen. HP meint, das Microsoft-Tablet sei keine Konkurrenz. Die Akteure in der PC-Industrie werden nervös.
Die Computerindustrie ist im Umbruch. Die Verkaufszahlen der klassischen Computer sind stark rückläufig. Konsumenten kaufen lieber Tablets und manche Firmen verschieben ihre Investitionen wegen der Krise. Dieser Umstand macht die gestandenen Akteure nervös: Die Hardwarehersteller HP und Dell befinden sich in einer schwierigen Position. Im gleichen Boot sitzt Microsoft, denn die allermeisten Computer laufen noch immer mit dem Betriebssystem aus Redmond. Seit Microsoft mit der Lancierung des eigenen Tablets Surface die langjährigen Hardware-Partner konkurrenziert, ist in der Industrie eine gewisse Anspannung zu spüren. Jüngste Aussagen deuten darauf hin, dass nicht so schnell wieder Ruhe einkehren wird.
Noch mehr Microsoft-Hardware
So hat Microsoft-CEO Steve Ballmer an einer Veranstaltung in Santa Clara erneut bekräftigt, dass Microsoft auch in Zukunft Hardware auf den Markt bringen werde. Man werde dieses Feld nicht den etablierten Computerherstellern überlassen. Jetzt sei der Zeitpunkt für Innovationen und man wolle diesen nicht verpassen, so Ballmer sinngemäss.
Für Microsoft macht die Unterscheidung zwischen Tablet und Computer, ja gar zwischen Smartphone und Computer auf lange Sicht keinen Sinn. Auf allen Formfaktoren soll künftig Windows laufen, so der Wunsch Microsofts. Doch Apple und die Android-Gemeinde verfolgen den gleichen Plan. Die Jahrzehnte alte Gleichung PC = Microsoft ist nicht mehr in Stein gemeisselt. Das weiss auch Ballmer. Der Weggang des Windows-Chefs Steven Sinofsky Anfang dieser Woche ist ein Indiz dafür, dass Microsoft im Umbruch ist.
Surface? Zu langsam!
PC-Dinosaurier wie HP und Dell haben viel weniger Spielraum, denn sie verfügen nicht über eine so zentrale Software wie Windows. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als Geräte mit anderen Betriebssystemen auf den Markt zu bringen. So abwegig ist das nicht: Asiatische Anbieter wie Acer und Lenovo scheuen nicht davor zurück, Geräte mit Chrome OS oder Android auf den Markt zu bringen. Wie du mir, so ich dir.
Dann wäre noch die rhetorische Komponente. Schon im Sommer hatte Acer-CEO JT Wang kritisiert, Surface werde das gesamte Windows-Ökosystem durchschütteln. Das sei auf lange Sicht gefährlich für Microsoft. Todd Bradley, der neue starke Mann an der Spitze der PC- und Druckerdivision bei HP, lästerte nun diese Woche in einem Interview ebenfalls über Microsoft. Das Surface-Tablets sei langsam und sowieso viel zu teuer. Das Gerät bekomme viel zu viel Aufmerksamkeit, die es aber gar nicht verdient habe. Alles in allem könne man nicht behaupten, das Surface sei ein Konkurrenzprodukt für HP.
Die Nervosität im PC-Business ist mit Händen greifbar. (mim)

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