Die Angst geht um in der Banken-IT

22. Oktober 2012, 14:01
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Wie viele Stellen fallen bei UBS und CS dem Rotstift zum Opfer, insbesondere in der IT? In der Presse gibt es widersprüchliche Berichte.

Wie viele Stellen fallen bei UBS und CS dem Rotstift zum Opfer, insbesondere in der IT? In der Presse gibt es widersprüchliche Berichte.
Vor einer Woche berichtete der 'Tages-Anzeiger', aufgrund von bankeninternen Dokumenten, dass bei der UBS ein massiver Stellenabbau bevorstehe. Insgesamt seien gegen 10'000 Stellen gefährdet. Von den gegenwärtig 8200 IT-Jobs weltweit stünden 2000 auf der Kippe, davon 1000 in der Schweiz.
Weniger Stellenstreichungen bei UBS?
Laut einem Artikel im 'Sonntag' von gestern soll der Einschnitt bei der UBS allerdings weniger tief ausfallen. Wie der 'Sonntag' erfahren habe, sollen insgesamt 3000 bis 5000 Stellen wegfallen, davon 900 in der Informatik und davon wiederum 300 in der Schweiz. Die UBS plane zudem eine starke Reduktion der für einzelne Projekte angestellten Contractors und von anderen IT-Beratern.
Dafür auch bei CS?
Wie 'Der Sonntag' darüber hinaus berichtet, plane auch Credit Suisse (CS) den Abbau von insgesamt 1000 bis 2000 Stellen, wie viele davon in der IT, weiss 'Der Sonntag' nicht. Die CS werde den Stellenabbau wahrscheinlich anlässlich der Bekanntgabe der Quartalszahlen am morgigen Dientag bekannt geben, die UBS nächste Woche.
Die Konkurrenz von 'Der Sonntag' hat allerdings andere Informationen. Der 'Sonntagszeitung' hat ein Insider berichtet, dass die CS nichts derartiges vorhabe. Die CS werde morgen "weder Stellenabbaupläne noch andere drastische Massnahmen" kommunizieren.
Nervosität und Machtkämpfe
Wie dem auch sei, die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, dürfte in den Informatikabteilungen der Banken, insbesondere der UBS, gegenwärtig gross sein. "Verzweifelte Mitarbeiter", schreibt 'Der Sonntag', "wenden sich mit vermeintlich brisanten Informationen an die Öffentlichkeit und erhoffen sich dadurch eine Milderung der Massnahmen."
Die 'Handelszeitung' hat noch eine andere Interpretation auf Lager. Die Indiskretionen bei der UBS, so das Wirtschaftsblatt, liessen auf einen "harten Machtkampf im Management" schliessen. Im Zentrum stehe dabei die "Führungsschwäche" von Konzernchef Sergio Ermotti. Dieser habe in einem Schreiben an die UBS-Mitarbeitenden eingeräumt, dass die Überprüfung aller Geschäftsbereiche "noch nicht ganz abgeschlossen" und "endgültige Entscheidungen noch nicht gefällt" worden seien. Dies belaste einerseits die Angestellten, sorge aber "auch auf der Teppichetage für einen Aktionismus, der die Ambitionen all jener nährt, die am Stuhl des Konzernchefs sägen." (Hans Jörg Maron)

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