Die Armee lässt ihre Beschaffungsver­fahren extern prüfen

24. Oktober 2019, 14:33
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Ein einziges Kampfflugzeug kann 200 Millionen Franken kosten und die Schweiz benötigt offenbar 40 davon.

Ein einziges Kampfflugzeug kann 200 Millionen Franken kosten und die Schweiz benötigt offenbar 40 davon. Das ist nur ein Beispiel, wieso das Beschaffungsverfahren gerade bei der Schweizer Armee höchste Beachtung verdient.
Und die Armee hat grosse Gelüste und teure Bedürfnisse, gerade in den kommenden 15 Jahren. In Amtsdeutsch: "In den kommenden 15 Jahren stehen mit der Beschaffung neuer Mittel zum Schutz des Luftraumes (Air2030), der Modernisierung der Bodentruppen oder auch dem Weiteraufbau der Cyber-Fähigkeiten grosse Projekte an."
Damit seien keine einzelnen ICT-Projekte beziehungsweise Cybersecurity-Projekte gemeint, hält eine VBS-Sprecherin auf Anfrage fest. "Die Technologien wandeln sich, und klassische Luft- und Bodenmittel werden bereits heute durch digitale und hoch-technologische Mittel ergänzt. Damit spielt der Faktor Cybersicherheit bei zahlreichen Beschaffungen eine Rolle."
Angesichts der anstehenden Beschaffungen wolle man die entsprechenden Abläufe vorher extern überprüfen, meldet das VBS. "Beratung zur Analyse der und Erarbeitung Bericht zum Beschaffungsablauf im VBS - Projektbegleitung", so der etwas skurrile Projektname. Untersucht werden sollen Abläufe von der Beschaffungsplanung bis zur Einführung der gekauften Systeme und Geräte, aber der Fokus liege auf der Beschaffungsphase an sich. Auf den Prüfstand kommen sollen nicht nur Prozesse, sondern auch Verantwortlichkeiten und interne Bestimmungen.
Das im Einladungsverfahren vergebene Auftragsvolumen umfasst rund 780'000 Franken, ist also recht tief, falls tatsächlich relevante Erkenntnisse auftauchen sollten. Der Preis spielte übrigens beim Zuschlag keinerlei Rolle. Kenntnisse der internationalen Rüstungsindustrie und Kenntnisse über die Bundesverwaltung und die Armee im Besonderen hingegen wurden mit 40 beziehungsweise 30 Prozent gewichtet.
Es gab laut Simap vier Angebote. Den Auftrag erhielt Deloitte, und er wurde direkt von Bundesrätin Viola Amherd erteilt, so die Mitteilung, "in Rücksprache" mit den Topmilitärs natürlich.
Das Projekt hat auch eine interne Komponente. Für die interne Begleitung im VBS wurde ein Zuschlag an die kleine Muttenzer Strategieberatung salemConsulting vergeben. Dies für 180'000 Franken, bis Ende 2020 und im Einladungsverfahren.
Damit ist der Beratungsbedarf der Armee aber noch nicht gestillt. Ergänzend soll eine externe Begleitgruppe die Beschaffungsverfahren thematisieren, deren Mitglieder sind aber noch nicht ernannt.
Im Sommer 2020 soll dann der Bericht samt Empfehlungen vorliegen. "Das VBS wird die Ergebnisse kommunizieren", verspricht die Sprecherin. (mag)

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