Die Berufsbildung soll eine neue Strategie bekommen

18. April 2016 um 15:16
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Bund, Kantone und Sozialpartner sowie Wissenschaftler erarbeiten gemeinsam eine Berufsbildungsvision 2030.

Bund, Kantone und Sozialpartner sowie Wissenschaftler erarbeiten gemeinsam eine Berufsbildungsvision 2030. Dies hat das nationale Spitzentreffen zur Berufsbildung heute in Bern beschlossen. Die Berufsbildung dürfe den raschen Wandel nicht verpassen.
"Die Strategie, die erarbeitet werden soll, geht über das hinaus, was wir in der BFI-Botschaft 2017-20 haben", sagte Bundespräsident Johann Schneider-Ammann, der das Treffen von Vertretern von Bund, Kantonen, Politik und Wirtschaft geleitet hatte, vor den Medien.
Wirtschaft und Gesellschaft veränderten sich tiefgreifend und schnell, beschrieb der Direktor des Arbeitgeberverbandes, Roland Müller, die Herausforderung. Stichworte seien die Deindustrialisierung, die Digitalisierung oder die Wissensgesellschaft. Zugleich seien das Berufsbildungssystem vielfältig und die Gesetzesprozesse langwierig.
Berufe im Wandel
"Berufsbilder ändern sich. Einige Berufe verschwinden, neue Berufe entstehen", sagte auch der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, Paul Rechsteiner.
Antworten soll nun eine Projektgruppe unter Federführung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI finden. Bis zur nächsten Tagung 2017 soll die Stossrichtung für die Weiterentwicklung der Berufsbildung vorliegen.
Keine Sparopfer
SP-Ständerat Rechsteiner (SG) betonte, über alle Lager hinweg sei man sich einig, dass die Berufsbildung nicht Opfer von Sparmassnahmen werden dürfe. Der Direktor des Schweizerischer Gewerbeverband, Hans-Ulrich Bigler, rüffelte in diesem Punkt den Bundesrat: Es bringe nichts, wenn dieser bei den Vorbereitungskursen für Berufs- und Höhere Fachprüfungen neue Gelder spreche und zugleich die Pauschalbeträge der Kantone für die Berufsbildung kürzen wolle, kritisierte er.
Der FPD-Nationalrat ist Mitglied der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates (WBK). Diese hat vergangene Woche bei der Beratung der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) in den Jahren 2017 bis 2020 ebenfalls höhere Pauschalbeiträge verlangt.
"Ehrliche" Integration von Flüchtlingen
In Bern wurde auch über die Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen in den Arbeitsmarkt diskutiert. Bigler kritisierte die Flüchtlingslehre. Es brauche stattdessen eine "ehrliche Integration" von Flüchtlingen mittels Spracherwerb, Anlehre, Lehre oder einer Weiterbildung. (sda/mik)

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