Die besten Schweizer Startups sind in Lausanne zu Hause

17. September 2015, 14:01
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Zum fünften Mal hat der "Top 100 Swiss Startup Award" die besten Jungunternehmen des Landes gekürt.

Zum fünften Mal hat der "Top 100 Swiss Startup Award" die besten Jungunternehmen des Landes gekürt. Drei Spin-Offs der ETH Lausanne schwangen oben aus.
Auf den ersten Platz schafften es Jungunternehmer, die stromsparende Lichtquellen entwickeln, welche dünner als ein Haar sind. Die Macher hinter dem Cleantech-Unternehmen L.E.S.S. machen damit LED Konkurrenz. Eingesetzt werden die Leuchten bereits von Schweizer Uhrenherstellern und einem noch ungenannten Autohersteller, der laut L.E.S.S. im Jahr 2019 einen ersten Wagen mit ihren Lampen vorstellen will.
Auf dem zweiten Platz lag das Unternehmen Abionic, das die ersten Allergieschnelltests für Arztpraxen und Apotheken anbieten will. Bei den Investoren für funkelnde Augen sorgte das Razorblade-Geschäftsmodell von Abionic: Günstige Analysegeräte, mit bis zu 90-prozentigen Margen überteuerte Einzeltests. Krankenkassen und der Preisüberwacher werden ihre helle Freude haben.
Aus der IT-Branche haben es lediglich zwei Unternehmen in die Top 10 geschafft. Auf Platz sechs rangiert Knip mit seiner Versicherungsbroker-App. Gleich dahinter folgt TrekkSoft mit seiner Online-Buchungsplattform für River Rafting und alles, was Abenteuerlustige begehren.
Eine Drohne erobert die Herzen
In einer kurzen Rede durfte US-Botschafterin Suzan LeVine ein paar Worte an die Jungunternehmer richten. Sie nützte die Gelegenheit dazu, die Startups daran zu erinnern, wie wichtig das Marketing für den Erfolg ist.
Das perfekte Beispiel dafür abgegeben hat am selben Abend das drittplatzierte Flyability. Die Firma hat eine Drohne entwickelt, die von einem flexiblen Käfig vor Kollisionen geschützt wird. Bei einer Berührung federt der Käfig ab, während die Propeller-Achse stabil bleibt. Die Präsentation der Drohnenmacher brachte willkommene Abwechslung zwischen den abstrakten und leblosen Vorträgen von BioTech- und Pharma-Startups: Ein kurzes Video von Fukushima, wo dringend nötige Inspektionen wegen der hohen Strahlenwerte nicht durchgeführt werden konnten. Eine Drohne, wie gemacht für den Einsatz in dem schwierigen Gelände. Videos zeigen sie beim Befliegen von Gebäuden, Krangerüsten und Rohren. Mit ihrer Kamera kontrolliert sie den Zustand von Behältern in Industriehallen und sucht in Zivilschutz-Übungen nach Überlebenden. Dauernd stösst sie dabei gegen Wände, Stangen, Ecken, fliegt zurück, sucht sich einen besseren Weg. Obwohl ferngesteuert, wirkt sie dadurch, als führte sie ein tapsiges Eigenleben: Der Betrachter kann gar nicht anders, als sie zu mögen. Als die Drohne dann noch ein paar Runden durch den Saal fliegt, ist das Rennen um den (bedeutungslosen) Publikumspreis entschieden: Nicht Krebsforscher oder Diabetes-Medikamente liegen vorne, sondern mit grossem Abstand die Drohne von Flyability.
Zum Schluss konnte sich Suzan LeVine dann einen kleinen Seitenhieb auf die aus ihrer Sicht überregulierte und wohl auch behäbige Schweiz dann doch nicht verkneifen. Mit einem Lächeln auf den Lippen erinnerte sie an die funkelnden Augen von Johann Schneider-Amann, der bei seinem Besuch im Silicon Valley ganz überwältigt war von dem engmaschigen Ökosystem, das sich für Startups dort gebildet hat.
Die Liste aller hundert Sieger findet sich auf der Website der Veranstaltung. (mik)

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