Die Channel-Woche 17

30. April 2021, 15:30
  • channel-woche
  • rückblick
image

Eine Ransomware-Attacke, die Situation bei indischen IT-Dienst­leistern und Schweizer Firmen im Homeoffice sorgten für Gesprächsstoff im Schweizer Channel.

Update: Ransomware legt Swiss Cloud Computing und 6500 Kunden lahm 

Seit Dienstag, 27. April, um 4 Uhr geht nichts mehr beim Zürcher Anbieter Swiss Cloud Computing. Man stehe unter einem "massiven" Cyberangriff. "Unsere Techniker arbeiten mit Hochdruck im 24 Stundenbetrieb an der Wiederherstellung der Services." Auf Anfrage heisst es, es habe sich um einen "gezielten Angriff" gehandelt. Noch unklar sei, auf welche Weise die Ransomware eingeschleust worden ist. Betroffen sind alle 6500 Kunden – wobei die Auswirkungen davon abhängig sind, welche Services diese nutzen. Der Software-Anbieter Sage etwa informierte seine Kunden, dass der Service "mit hoher Wahrscheinlichkeit frühestens nächste Woche" wieder zur Verfügung stehen werde. "Wenn Sie diesen Monat den Lohnlauf noch nicht durchgeführt haben, empfehlen wir Ihnen aufgrund dieser Annahme die Löhne für diesen Monat manuell auszuzahlen und später korrekt in der Software zu erfassen", so Sage.

Homeoffice-Serie: Schweizer Firmen erklären die Situation

In einer dreiteiligen Artikelserie haben wir uns dem Thema Homeoffice gewidmet. Wie geht es den Schweizer IT-Firmen und -Abteilungen nach einem Jahr im Homeoffice, was fordern die Angestellten und was wollen die Arbeitgeber? Vorab: Arbeitgeber und Angestellter freuen sich auf das Ende der Pandemie. Aber: Keine einzige von uns befragte Organisation – ob Konzern, Kanton oder KMU – wird Homeoffice nach dem Ende der Pandemie wieder abschaffen. Und alle stehen vor der Herausforderung, individuelle Lebenssituationen, die Betriebskultur, Anforderungen an die Arbeit und die Bedürfnisse von Kunden in Einklang zu bringen. Sie erklärten uns auch, welche Auswirkungen das "New Normal" auf die Büro-Planung oder Office-Infrastruktur hat. Mehr zum Thema gibt es auch in unserem aktuellen Podcast. 

Swisscom setzt künftig nur auf Cisco für IP-Netzwerk

Swisscom hat Cisco als bevorzugten Lieferanten ausgewählt, um die IP-Netzwerkarchitektur in den nächsten 5 Jahren zu überarbeiten. Angaben zum Volumen der strategischen Partnerschaft machen die Firmen nicht. Geprägt durch Altlasten sei die aktuelle IP-Netzlandschaft heterogen und komplex. Dabei handelt es sich um historisch gewachsene IP-Netze für unterschiedliche Services, erklärt uns der Telco. Dazu gehören beispielsweise Voice im Fest- oder Mobilfunknetz, TV-Services, Wholesale und B2B-Services. Mit der Konsolidierung soll die Komplexität reduziert und die Effizienz gesteigert werden. Wie Swisscom anfügt, wird "in einigen Jahren" auch das IP-Transportnetz, das 2018 mit Huawei gebaut wurde, durch dien ächste Generation von Netz-Equipment ersetzt, die auf Segment-Routing über IPv6-Technologie basiert. Eine teilweise Ablösung von Huawei sei angedacht.

"Das kleine 'e' in Bierstadt ist... potthässlich"

Microsoft hat angekündigt, 5 neue Schriftarten in Auftrag gegeben zu haben, von denen eine ausgewählt werden soll, um "irgendwann" Calibri als Standardschrift zu ersetzen. Für den Moment können Benutzer diese neuen Schriftarten herunterladen und sie in allen Office-Apps verwenden. Calibri "hat uns allen gute Dienste geleistet, aber wir glauben, dass es an der Zeit ist, sich weiterzuentwickeln", schreibt Microsoft in einem Blog-Post. Calibri löste 2007 Times New Roman als Standard-Font von Microsoft ab, und einige Benutzer fanden Gefallen an ihr. Insbesondere Informatiker, so scheint es, können sich darüber ausführlich Gedanken machen. Leserkommentare in verschiedenen Medien reichen von: "bitte bitte Comic Sans" (eine Tabu-Schrift aus der Sicht der Mehrheit der grafisch interessierten Weltbevölkerung) hin zu "Wie wäre es mal 'gestandene' Standard-Schriften zu lizenzieren (…) Dann hätte man etwas professionelles."

Indische IT-Firmen haben mit Covid-19-Welle zu kämpfen

Aktuell wütet das Coronavirus in Indien besonders stark. Dies wirkt sich auch auf die dort ansässigen, riesigen IT-Firmen aus. Internationale Medien berichten von sehr langen Arbeitstagen für die Teams und wachsendem Druck. Die IT-Dienstleister würden damit kämpfen, Projekte abzuliefern. Denn Mitarbeitende melden sich krank oder müssten frei nehmen, um sich um kranke Freunde und Verwandte zu kümmern. Bei Accenture wird von wachsenden Problemen berichtet. "Sie spielen die Gefahr eines Zusammenbruchs des Betriebs herunter", hielt man gegenüber 'Reuters' fest. Aber wenn der Anstieg an Covid-19-Infektionen anhalte, stehe "die Infrastruktur auf dem Spiel, die von den grössten Finanzunternehmen der Welt im Zuge von Kostensenkungsmassnahmen aufgebaut wurde".

Loading

Mehr zum Thema

image

IT-Woche: Zum Leben zu wenig…

Es geht nicht nur im Gesundheitswesen um Leben und Tod, sondern auch in der IT.

publiziert am 23.9.2022 1
image

IT-Woche: Ein Zmittag mit Folgen

Wann AWS in der Schweiz startet, ist nicht bekannt. Wo sie starten, hingegen schon.

publiziert am 16.9.2022
image

IT-Woche: Fachmangellage

Diese Woche stand im Zeichen des Fachkräftemangels. Ausserdem wurde ein Geheimnis gelüftet.

publiziert am 9.9.2022
image

IT-Woche: Änderung im Menüplan

Die Saure-Gurken-Zeit ist vorbei, ab sofort gibts wieder schmackhaftere Häppchen.

publiziert am 2.9.2022