Die Channel-Woche 2

15. Januar 2021, 16:26
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Ein Noser-Kauf, eine Inventx-Reorganisation, eine Crealogix-Ausgliederung und 10 Fragen sorgten für Diskussionsstoff im Schweizer Channel.

Noser Engineering kauft Micropool

"Es freut mich, dass ich für Micropool mit Noser Engineering eine Nachfolgelösung gefunden habe, die zu einhundert Prozent meinen Vorstellungen entspricht." So kommentiert Markus Probst den Verkauf der von ihm gegründeten Firma Micropool an Noser Engineering. Die Übernahme erfolgte bereits auf den 1. Januar 2021. Durch den Zusammenschluss werden sowohl die 11 Micropool-Mitarbeitenden am Standort Bad Ragaz als auch die bestehenden Micropool-Kunden zusätzlich von der Expertise und dem Netzwerk des neuen Besitzers profitieren, wirbt Noser Engineering in einer Mitteilung. Mit der Übernahme baue das Unternehmen das Kerngeschäft weiter aus, wie COO Remo Noser sagt. Gleichzeitig verstärke der IT-Dienstleister seine lokale Präsenz im Rheintal.

10?! Thomas Wüst, ti&m

Monatlich beantworten namhafte Schweizer IT-Persönlichkeiten 10 Fragen, die man ihnen selten oder gar nicht stellt. Dieses Mal gab uns Thomas Wüst, Gründer und CEO von ti&m, Auskunft. Der ETH-Informatiker erklärte einiges über unternehmerische Herausforderungen, Automatisierung, Manuals, Blockchain und Solidarität während Corona. Zu den negativen Aspekten der Informatik sagt er: "Die ungeteilte Aufmerksamkeit in Gesprächen und Meetings existiert fast nicht mehr. Alles wird parallel gemacht, people are always online und lassen sich durch Instant Messaging, Online-News und vieles mehr leicht ablenken. Das nervt und entwertet die direkte Kommunikation. Leider bin ich diesbezüglich auch nicht immer ein gutes Beispiel, aber ich arbeite an mir. Denn Menschen sind letztendlich immer interessanter als Tools."

Inventx reorganisiert sich und ernennt den ersten COO

Inventx schafft neu die Stelle eines Chief Operating Officers (COO) und stellt für diese Pascal Specht-Keller ein. Nach einer zweimonatigen Einarbeitung übernimmt er per 1.3.2021 sämtliche operativen Einheiten von Inventx. Dazu gehören die Bereiche Technology Services, Financial Services und Insurance Services. Specht-Keller ist ein Google-Cloud-Veteran: Er startete 2012 als Industry Leader Google Enterprise und war zuletzt ein Jahr lang DACH Head of Google Workspace, Google Cloud. Die Inventx-Bereiche Geschäftsentwicklung, Strategische Projekte, Finanzen, HR, Marketing & Kommunikation sowie Verkauf bleiben weiterhin direkt den beiden Co-Gründern und -Inhabern Hans Nagel und Gregor Stücheli unterstellt.

Crealogix gliedert sein Backend-as-a-Service-Geschäft aus

Crealogix gliedert seinen Geschäftsbereich Backend-as-a-Service aus. Dafür wurde im bayerischen Coburg im Zuge eines Management-Buyouts die Firma Coperitus gegründet. Rund 50 Mitarbeitende werden bereits im Januar 2021 zu dieser wechseln. Die Ausgliederung findet im Rahmen der Fokussierung auf das Kerngeschäft mit Software-as-a-Service statt, heisst es weiter. Im Sommer 2020 hatte Crealogix bereits angekündigt, rund 10% seiner 700 Stellen abbauen und mit der Reorganisation die Umstellung auf das SaaS-Modell beschleunigen zu wollen. Haupteigentümer der nun gegründeten Firma Coperitus werden Markus Schäferhoff und Klaus Paul, die bisher in leitenden Funktionen am Standort Coburg tätig waren. Beide sind seit rund 25 Jahren beim Unternehmen. Das bestehende Servicegeschäft im Bereich BaaS werde durch Coperitus im Jahr 2021 als Subunternehmer von Crealogix und ab 2022 mit direkter Kundenbetreuung fortgesetzt.

Crowdstrike: So lief der Hack von Solarwinds ab

Das Cybersecurity-Unternehmen Crowdstrike teilt mit, dass es bei der Analyse des Angriffs auf Solarwinds einen dritten Malware-Stamm entdeckt habe. Bislang waren Sunburst und Teardrop bekannt. Die neu entdeckte Malware tauft die an der offiziellen Untersuchung beteiligte Firma auf den Namen Sunspot. Obwohl zuletzt entdeckt, soll Sunspot ganz am Anfang der Attacke stehen. Die Schadsoftware sei bereits im September 2019 eingesetzt worden, als Hacker erstmals ins interne Netzwerk von Solarwinds eindrangen. Dort sei sie auf Solarwinds-Build-Servern installiert worden und die Hacker hätten mit Testläufen des Angriffs begonnen. Sunspot habe Befehle überwacht, mit denen Orion zusammengesetzt wurde. Laut dem Security-Unternehmen hat Sunspot dabei unbemerkt Quellcodedateien in der Orion-Software ersetzt und mit Sunburst infiziert. 

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