Die Channel-Woche 29

23. Juli 2021, 15:30
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Ein grosser "Freihänder", die Public Cloud in Schweizer Firmen und neue Manager bei SwissQ und Also sorgten für Gesprächs­stoff im Schweizer Channel.

Adnovum bekommt 71-Millionen-Freihänder

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) hat einen knapp 71,5 Millionen Franken schweren Auftrag freihändig an Adnovum vergeben. Der Zuschlag für diese IAM-Beschaffung fällt insofern auf, weil er einen "Freihänder" verlängert, der bereits Ende 2017 für 28 Millionen Franken an Adnovum gegangen war – mit einer Laufzeit bis 2025. Damals wie heute heisst es, die IAM-Lösung basiere auf der Adnovum-Standardsoftware Nevis, deren Ablösung erhebliche Migrations-, Investitions- und Anschaffungskosten zur Folge hätte. Aufgrund verschiedener Digitalisierungsinitiativen wie das ePortal oder auch das Covid-Zertifikat seien wesentlich mehr Applikationen an das IAM angeschlossen worden, als ursprünglich geplant. Das Beschaffungsvolumen sei deshalb nahezu ausgeschöpft, daher soll die aktuelle Vergabe ab sofort in Kraft treten, erklärte uns das BIT.

Schweizer Firmen scheuen sich immer weniger vor der Public Cloud

Die Nachfrage nach Cloud-basierten Services hinkt laut Marktforschern in Europa anderen Weltregionen um ein paar Jahre hinterher. Nun berichtet ISG, dass auch in der Schweiz die Bereitschaft wachse, Public-Cloud-Services zu nutzen. Insgesamt seien hybride Cloud-Lösungen die bevorzugte Wahl für Schweizer Unternehmen. Dabei setze eine Mehrheit auf einen vergleichsweise hohen Private-Cloud-Anteil. Es zeige sich aber, dass dieser zurückgehe und Public-Cloud-Services an Gewicht gewinnen. Als einen Treiber für diesen Trend nennt ISG den Einsatz von Public-Cloud-Lösungen für Automatisierung und Containerisierung der Workloads.

SwissQ erweitert die Geschäftsleitung

Das Schweizer IT- und Business-Beratungshaus SwissQ hat Urs Schmied in die Geschäftsleitung berufen. Seit dem 1. Juli sei er verantwortlich für den Grossraum Zürich, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Position des "Head Market Area Ost" wurde neu geschaffen. Mit seinem Team solle Schmied die Kunden in Sachen Agilität, Product Engineering, Testing und Devops betreuen. Mit der Schaffung der neuen Position solle ein gesundes Wachstum sichergestellt werden, begründet das Unternehmen den Schritt. Ziel sei es, die Qualität der Betreuung hochhalten und weitere Chancen im Markt wahrnehmen zu können.

Bei Also läuft es weiter prächtig

Beim Distributor Also läuft es weiter blendend. Im ersten Semester 2021 stiegen sowohl Umsatz als auch Gewinn. Die Branche habe insgesamt ein gutes erstes Halbjahr gehabt, räumte das Unternehmen ein. Also habe jedoch zum wiederholten Mal ein Ergebnis weit über dem Marktniveau erzielt. "Wir haben in allen drei Geschäftsbereichen Marktanteile gewonnen", sagte CEO Gustavo Möller-Hergt an einer Telefonkonferenz. Dies sei umso bemerkenswerter, weil es bereits im Vorjahr sehr gut gelaufen sei. Der Umsatz des Distributors stieg in der ersten Jahreshälfte um 9,7% auf 5,92 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben 65 Millionen Euro als Reingewinn, was einem Plus von 45% entspricht. An den Zielen für das Gesamtjahr hält der Distributor fest – trotz anhaltender Unsicherheiten wegen der Covid-Pandemie und trotz der Halbleiterengpässe.

Workday hat neuen Schweiz-Chef

Mit dem langjährigen SAP-Mann Frédéric Alran hat Workday den Posten des Schweiz-Chefs neu besetzt. Der bisherige Stelleinhaber, Hette Mollema, dem zuletzt die Region Alps des US-SaaS-Anbieters mit Österreich und der Schweiz unterstellt war, werde sich künftig auf unseren östlichen Nachbarn konzentrieren, erklärt das Unternehmen auf Anfrage. Laut seinem Linkedin-Profil wird er ausserdem als "Director Large Enterprise Germany" amten. Sein Nachfolger als Country Manager für die Schweiz war fast 17 Jahre bei SAP. Dort stand Alran zuletzt von 2017 bis 2021 als Managing Director für die französischsprachigen Länder in Afrika im Einsatz. Davor leitete er das Romandie-Team von SAP.

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