Die Channel-Woche 33

20. August 2021, 15:16
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Ein Bundesgerichtsentscheid zu IP-Abfragen, Faigles CEO-Suche und strategische Differenzen bei Cymbiq sorgten für Gesprächsstoff im Channel.

3 Franken für IP-Adressen: Bundesgericht stösst Urteil um

Die Entschädigung für Auskünfte eines Anbieters von Internet-Dienstleistungen an den Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr (ÜPF) muss nicht kostendeckend sein. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Im konkreten Fall hatte der ÜPF dem Provider Init7 69 Auskunftsaufträge für die Identifikation von Benutzer-IP-Adressen erteilt. Init7 stellte pro erteilte Auskunft eine Rechnung von 250 Franken. In der ÜPF-Verordnung ist nur eine Entschädigung von 3 Franken vorgesehen. Vor dem Bundesverwaltungsgericht bekam Init7 Recht, nun wurde in Lausanne das Urteil umgestossen. Das habe Auswirkungen auf die Branche, erklärte uns Anwalt Simon Schlauri.

Strategische Differenzen: Cymbiq-CEO Sirera geht zu Swisscom

Mitte April dieses Jahres meldete die auf Security-Dienstleistungen spezialisierte Cymbiq Group eine Rochade in der Leitung. Antonio Sirera, zuvor COO, übernahm den CEO-Posten. Einige Monate später ist schon wieder alles anders. Sirera verlässt das Unternehmen. Er bestätigte gegenüber inside-channels.ch strategische Differenzen als Mitgrund für seinen Weggang, gleichzeitig habe er aber auch ein sehr gutes neues Angebot erhalten. Sein neuer Job, so verriet er uns schlussendlich, werde ihn zu Swisscom führen, wo er eine neu geschaffene Stelle im Cybersecurity-Bereich für Geschäftskunden übernehmen werde.

Neue Fachapplikation im Zürcher Justizvollzug: Erneut Beschwerde eingereicht

Im Juli 2021 beschloss der Zürcher Regierungsrat, die Ablösung des veralteten Rechtsinformationssystems der Direktion der Justiz und des Innern (JI) unter dem Projektnamen "FAJuV - Juristische Fachapplikation" an Abraxas zu vergeben. Dies bedeutete die Erneuerung eines von Ende 2018 stammendenden Auftrags. Kosten: 15,6 Millionen Franken. Konkurrent Ultrasoft beschwerte sich damals gegen die Vergabe vor Verwaltungsgericht – und unterlag. Jetzt reicht Ultrasoft erneut Beschwerde ein. Was der Regierungsrat nun beschlossen habe, sei eine Neuentwicklung mit verändertem Lieferumfang zu einem rund 50% höheren Preis, heisst es zur Begründung.

Faigle braucht einen neuen CEO

Im Mai 2020 hatte der Druck- und Dokumentenmanagement-Spezialist Faigle Daniel Bodmer zum neuen CEO ernannt. Rund ein Jahr später verlässt dieser Faigle bereits wieder, wohin er geht, ist noch nicht bekannt. Andreas Iten, Verwaltungsratspräsident von Faigle, bestätigte den Weggang. Die Gruppe suche derzeit nach einem neuen Chef. Bis zur Ernennung eines neuen CEOs übernehme Andre Siegrist die Leitung ad interim. Siegrist ist bereits seit 27 Jahren für Faigle tätig, zuletzt als Leiter Technik.

Gloria Gräser wird Chefin von Fast Lane Switzerland

Fast Lane hat Gloria Gräser zur neuen Chefin von Fast Lane Switzerland ernannt. Bisher wurde das Unternehmen von Toersten Poels, dem Gründer persönlich geleitet, wie uns Gräser erklärte. Als Managing Director wolle sie den Schweizer Ableger des international tätigen ICT-Trainings-Anbieters zum hiesigen Marktführer machen. Gloria Gräser arbeitet seit 2019 für Fast Lane Schweiz, zunächst als Enterprise Solutions Sales Director, später als Chief Operations Officer. Seit Anfang August ist sie nun Managing Director. Zuvor war sie über 8 Jahre lang für den Fast-Lane-Konkurrenten Digicomp tätig, ab 2014 als Product Manager.

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