Die Channel-Woche 36

10. September 2021, 15:24
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Das Schweiz-Management von Kyndryl, die Boss Info Token, eine "souveräne" Cloud und der Profiteur der Swisscom-Pannen sorgten für Gesprächsstoff im Channel.

Alexander Dalheimer wird Chef von Kyndryl Schweiz

Im letzten Herbst hatte IBM angekündigt, dass Ende 2021 sein IT-Infrastruktur- und Managed-Services-Bereich als neue Firma in die Unabhängigkeit entlassen wird. In diesem Frühling wurde bekannt, dass das neue global tätige IT-Dienstleistungsunternehmen, das auch in der Schweiz eine grosse Niederlassung haben wird, den Namen Kyndryl trägt. Nun tauchen auf Linkedin die ersten Personen auf, die Kyndryl Switzerland als ihren Arbeitgeber nennen. Allen voran die langjährigen IBM-Manager Alexander Dalheimer und Ivan Dopplé. Alexander Dalheimer ist laut seinem Profil seit September der Managing Director von Kyndryl Schweiz. Er hat zuvor mehr als 17 Jahre lang für IBM gearbeitet und war dabei meist in Zürich stationiert. Ebenfalls laut seinem Linkedin-Profil ist Ivan Dopplé seit September Global General Manager of Operations von Kyndryl und Chairman von Kyndryl Schweiz. Als Chairman werde er die Geschäfte hierzulande vorantreiben, schreibt er.

Boss Info hat sich "tokenisiert"

Mit einer Tokenisierung führt der ICT-Dienstleister Boss Info eine Eigenkapitalerhöhung durch. Diese soll es öffentlichen Investoren ermöglichen, sich am Unternehmen zu beteiligen. Token seien einfach und kostengünstig handelbar, erklärt Firmeninhaber Simon Boss die Vorteile. Sie seien unkompliziert von einem Eigner zum anderen übertragbar und sämtliche Transaktionen in der Blockchain seien stets öffentlich einsehbar. "Wir verwenden für die 'Boss Info Tokens' Ethereum, die zweitgrösste Blockchain nach Bitcoin", so Boss. Seit einigen Jahren verfolgt die aktuell 220-köpfige Firma eine Wachstumsstrategie und setzt dafür auch auf Übernahmen. Die neuen finanziellen Mittel sollen dabei helfen, die Wachstumsziele realisieren zu können. Nein, das Geld gehe der Firma nicht aus, so Boss zu inside-channels.ch. Im Gegenteil: Man sei profitabel, wolle aber weiter überdurchschnittlich wachsen. "Im Markt stehen einige Nachfolgelösungen an."

T-Systems und Google bauen "souveräne Cloud für Deutschland"

Im Rahmen der Digitalisierungsinitiative Digital X haben T-Systems und Google Cloud angekündigt, dass sie eine "Souveräne Cloud für Deutschland" bauen wollen. Dafür wolle man gemeinsam "ein breites Spektrum an souveränen Cloud-Lösungen und Infrastrukturen der nächsten Generation" entwickeln. Das Management der Services sowie der Betrieb der Cloud werde der Kontrolle von T-Systems unterliegen. Die Zielkundschaft sind deutsche Unternehmen allgemein sowie im Speziellen der öffentliche Sektor und das Gesundheitswesen. Die deutsche Google Cloud, die voll unter der Kontrolle von T-Systems sein soll, soll ihnen die Sicherheit geben, dass diese Plattform wirklich komplett unter deutscher Kontrolle ist. Bereits gebe es auch Überlegungen für ein separates Angebot für Österreich und die Schweiz, lässt sich Adel Al-Saleh, Mitglied des Telekom-Vorstands und CEO von T-Systems, in einer Mitteilung zitieren.

Faigle ernennt neuen CEO

Der Verwaltungsrat von Faigle hat Simeon Roth zum neuen CEO gewählt. Er folgt auf Interims-CEO André Siegrist. Dieser hatte den Posten nach dem Abgang von Daniel Bodmer im Frühling 2021 übernommen. Siegrist ist seit fast 30 Jahren bei Faigle tätig und wird nun in Pension treten. Er werde aber die Übergabe der Führungsverantwortung begleiten und auch nach seiner Pensionierung dem Unternehmen beratend zur Verfügung stehen. Simeon Roth wird seine neue Aufgabe bei der Faigle Gruppe am 1. November antreten. "Mit ihm kommt eine ausgewiesene und bewährte Führungspersönlichkeit an Bord, die im Bereich der Digitalisierung über wertvolle Kenntnisse und grosse Erfahrung verfügt", lässt sich VR-Präsident Andres Iten zitieren. Roth startete seine Karriere als Entwickler und Projektleiter in verschiedenen Unternehmen. Bei PwC war er ab 2006 unter anderem für Banken- und Versicherungskunden zuständig und baute den Geschäftsbereich "Digital Transformation Consulting" auf. Zuletzt war Roth ab 2015 als Group COO bei Pidas tätig.

Nun kommt in Zürich bei Notrufen auch Sunrise zum Zuge

Der Stadtrat von Zürich hat beschlossen, für seine Notfallorganisation zusätzlich zur Swisscom-Anbindung neue redundante Telefonanschlüsse bei Sunrise zu bestellen. Wie der 'Tages-Anzeiger' schreibt, kostet die Anschaffung rund 70’000 Franken plus jährliche 50’000 Franken für den Betrieb. Damit soll Abhilfe für die von der Swisscom zu verantwortenden Notruf-Ausfälle der letzten Monate geschaffen werden. Zuletzt waren Anfang Juli 2021 stundenlang "die Blaulichtorganisationen in der ganzen Schweiz und auch Schutz & Rettung Zürich (SRZ) nur schwer zu erreichen" gewesen, resümiert der Bericht die Lage. Es sei aus heutiger Sicht nicht tragbar, wenn die Bevölkerung während Stunden nur erschwert um Hilfe rufen könne, so der Stadtratsbeschluss. Würde das Sunrise-System nicht angeschafft, könne das "gravierende" Konsequenzen haben, heisst es weiter.

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