Die Channel-Woche 41

15. Oktober 2021, 15:15
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Der IT-Services-Markt, IBMs Channel-Versprechen, Zalandos Tech-Zentrum in Zürich und noch mehr Pech bei OVH sorgten für Gesprächsstoff im Schweizer Channel.

OVH weiter im Pech: Viele Dienste sind weltweit nicht erreichbar

Zahlreiche Dienste des Cloud-Providers OVH waren ab Mittwochmorgen offline. Das bestätigte der Anbieter selbst auf Twitter. Schuld dafür war eine regulär geplante Neukonfiguration des Netzwerks, die zu einem Problem im gesamten Backbone führte. OVHcloud-Gründer Octave Klaba nannte "menschliches Versagen" als Ursache. Zuvor habe OVH Kapazitäten ausgebaut, um DDoS-Angriffen zu begegnen. Dabei sei offenbar ein Fehler passiert. Der Cloud-Anbieter hat schliesslich den fehlerhaften Router aus dem Netzwerk entfernt. Kurz vor dem Börsengang kam der Ausfall zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der IPO ging schliesslich am Freitag über die Bühne und brachte 350 Millionen Euro frisches Kapital für das Unternehmen. Nach dem Börsengang wird der Cloud-Anbieter mit 3,5 Milliarden Euro bewertet.

Basler Kantonalbank wechselt für Web- und Mobile-Banking zu Avaloq

Seit 2007 setzten die Basler Kantonalbank (BKB) sowie die Bank Cler auf die Kernbankenlösung von Avaloq. Nun wollen die zwei Banken auch auf die Engage-Plattform von Avaloq migrieren. Zum Portfolio gehören Web- und Mobile-Lösungen. Laut einer Mitteilung von Avaloq hat das Migrationsprojekt bereits begonnen und der Go-live ist für 2023 geplant. Auf Anfrage wollte die BKB nicht verraten, welches Produkt sie mit Avaloq ablöst. 2015 meldete Crealogix die BKB und die damalige Bank Coop (heute Cler) als Kunden für seine Digital-Banking-Lösung. Mit der Engage-Produktelinie ermögliche man es den Banken, die Kundeninteraktion über verschiedene digitale und mobile Kanäle abzuwickeln, so Avaloq. Die Lösung biete auch innovative Funktionen wie Chatbots, Self-Onboarding und Analysekapazitäten.

Zalando baut in Zürich ein Tech­nologie­zentrum auf

Vor rund einem Jahr hat Zalando das Zürcher 3D-Startup Fision übernommen. Die Body-Scan-Technologie soll dem E-Commerce-Riesen dabei helfen, das Problem der richtigen Grössen im Online-Shopping anzugehen. Das Team um Fision wird laut Medienberichten nun kräftig ausgebaut. Aktuell beschäftigt Zalando in Zürich 35 Leute. Künftig sollen in einem neuen Tech Hub im Prime Tower 150 Mitarbeitende Platz finden. Diese werden an einer virtuellen Umkleidekabine für den Onlinehändler arbeiten. Basierend auf der Technologie von Fision soll ein Tool entstehen, mit dem man den eigenen Körper abmessen kann. Aufgrund dieser Daten erstellt das Unternehmen einen Avatar und eine virtuelle Umkleidekabine.

IT-Services-Umsätze wachsen 2021 so schnell wie noch nie

"The dark days of the pandemic are behind us", sagte Steve Hall, Partner und Präsident der Information Services Group (ISG) an der Medienkonferenz zur Veröffentlichung des ISG-Index des 3. Quartals 2021, und präsentierte viele positive Zahlen. Der globale Markt für Technologie- und Unternehmensdienstleistungen wuchs demnach im Quartal bis Ende September 2021 so schnell wie nie zuvor und erreichte einen kombinierten jährlichen Vertragswert (ACV) von 21,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 40% gegenüber dem Vorjahr. Mit 55% besonders starkes Wachstum gab es im Cloud-basierten As-a-Service-Markt. "Wir sehen diesen Trend auf absehbare Zeit anhalten, auch gegen einige konjunkturelle Gegenwinde. Ein Nachlassen ist nicht in Sicht", sagte Hall.

IBM-Chef: "Unser Wachstum muss aus dem Channel kommen"

IBM hatte bisher ein eher zwiespältiges Verhältnis zu Vertriebspartnern, weil man vor allem die Umsätze des eigenen riesigen Dienstleitungsarms fördern wollte. Manche potenziellen Partner wiederum waren nicht unbedingt scharf auf eine Zusammenarbeit mit IBM, weil sie in direkter Konkurrenz zu IBM Global Services standen. Wenn Big Blue aber den grössten Teil seines Dienstleistungsgeschäfts in das neue Unternehmen Kyndryl abgespaltet haben wird, wird die Situation ganz anders sein. IBM wird zu einem Unternehmen, dessen Hauptgeschäft der Verkauf von Produkten und Cloud-Lösungen ist. Mit einem dann deutlich kleineren Dienstleitungsbereich wird IBM dafür grösstenteils auf Partner angewiesen sein. Man sei bereit, in den Channel zu investieren, sagte CEO Arvind Krishna an einer Konferenz. Man wolle Trainingsangebote schaffen, habe neue Incentives und Marketing-Fonds eingerichtet und gebe Leads weiter. IBM meine es nun "todernst" mit seinem Channelbusiness.

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