Die Channel-Woche 43

29. Oktober 2021, 15:30
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Vom Glasfaser genommene Haushalte, die Wunscharbeitgeber in der ICT, das frische Yokoy-Kapital und ein Erfolg für Proton sorgten für Gesprächsstoff im Schweizer Channel.

Swisscom hängt 93'000 Haushalte vom Glasfasernetz ab

Das Bundesverwaltungsgericht hat Anfang Oktober zu Ungunsten von Swisscom entschieden, weshalb das Unternehmen seinen Glasfaserausbau vorerst stoppen musste. Nun sind die ersten Konsequenzen bekannt: Swisscom hat Berechnungen des Winterthurer Providers Init7 zufolge rund 93'000 Haushalte vom FTTH-Netz "abgehängt" beziehungsweise aus der Vermarktung genommen. Deshalb können diese nun bei keinem Anbieter mehr Glasfaser-Internet bestellen. Swisscom will die Zahl nicht kommentieren, sagt aber: "Wir halten die vorsorglichen Vorgaben ein und nehmen die notwendigen Anpassungen bei Bau und Vermarktung vor." Diese Woche wurde zudem bekannt, dass Swisscom Rekurs einlegen will. "Wir werden beim Bundesgericht Beschwerde einlegen", sagte Konzernchef Schaeppi.

Wunschstelle von IT-Fachkräften: Swisscom verliert, UBS gewinnt

Rund 6000 Schweizer Fachkräfte nahmen 2021 an der jährlichen Befragung durch das internationale Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Universum zu ihrem Wunscharbeitgeber teil. Die Befragten verfügen über einen Bachelor-, Master- oder Doktortitel. Universum fragte dabei nach verschiedenen Branchen. Im Bereich IT zeigt sich an der Spitze der Wunscharbeitgeber Jahr für Jahr das gleiche Bild: Auf Platz 1 liegt Google, gefolgt von Microsoft. Doch dahinter gibt es Verschiebungen: Es folgen Cern (plus 3 Plätze), SBB (unverändert) und UBS. Die Grossbank gehört zu den Gewinnern der Umfrage und machte 13 Ränge gut. Die Top 10 vervollständigen in dieser Reihenfolge Swisscom, Digitec Galaxus, die Bundesverwaltung, Rolex und IBM. Swisscom fällt damit erstmals seit 2018 bei der Universum-Umfrage aus den Top 3. Die Bundesverwaltung ist dagegen der zweite Neueinsteiger unter den ersten 10.

Zürcher Software-Startup sammelt 26 Millionen Dollar

Das Schweizer Jungunternehmen Yokoy hat eine Finanzierungsrunde über 26 Millionen Dollar abgeschlossen. Die Runde wurde vom US-Investor Left Lane Capital angeführt. Auch die europäische Risikokapitalgesellschaft Balderton Capital sowie die bestehenden Investoren SIX Fintech Ventures und Swisscom beteiligten sich laut einer Mitteilung. Mit dem frischen Kapital will das 2019 gegründete Unternehmen die Technologie der Plattform weiterentwickeln und die internationale Expansion vorantreiben. Das Zürcher Startup bietet eine Plattform für das Ausgabenmanagement von Unternehmen. Dies sei "ein sich nur langsam entwickelnder Bereich mit sperrigen Lösungen", so Vinny Pujji, Managing Partner bei Left Lane. Dies habe vor allem mit den regulatorischen Anforderungen an die Lösungen zu tun.

Bundesverwaltungsgericht: E-Mail-Provider müssen keine Vorrats­daten speichern

Wie Proton meldet, hat das Bundesverwaltungsgericht in einer wichtigen Angelegenheit zu seinen Gunsten entschieden. Das Gericht habe geurteilt, dass Anbieter von E-Mail-Services nicht als Fernmeldedienstleister eingestuft werden können. Deshalb muss der Protonmail-Betreiber nicht, wie es der Überwachungsdienst des Bundes (ÜPF) verlangt hatte, Metadaten zur Kommunikation seiner Kunden auf Vorrat speichern. "Wir erwarten, dass es in der Schweiz und auch im Ausland immer wieder Bemühungen geben wird, Tech-Unternehmen dazu zu zwingen, die Privatsphäre ihrer Kunden zu verletzen. Wir werde weiterhin immer wieder versuchen, dagegen vorzugehen, sowohl durch unsere Verschlüsselungstechnologie als auch indem wir vor Gericht gehen", so Proton in einer Stellungnahme. Im Mai 2021 hatte das Bundesgericht in einem ähnlichen Urteil entschieden, dass auch der Schweizer Messenger-Anbieter Threema nicht als Fernmeldedienstleister einzustufen ist.

Prantl behauptet: Der IT-Fachkräftemangel wird (bald) wieder sinken

"Uns werden mit der Digitalisierung die Jobs ausgehen", so Urs Prantl vor 5 Jahren. In seiner aktuellen Kolumne ergänzt er: "Damals getraute ich mich allerdings noch nicht, auch die IT jobmässig vom Aussterben bedroht zu erklären. Mittlerweile bin ich aber davon überzeugt, dass auch in unserer Branche in Zukunft viele Stellen verloren gehen werden. Wenn auch in zwei Lagern: Mit wenigen Gewinnern und vielen Verlierern." Die Sachlage sei heute aber eine andere, führt er aus.

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