Die Channel-Woche 49

10. Dezember 2021, 16:16
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Ein Baustopp, ein Crew-Verlust, ein Spitzenwechsel, ein Zukauf und eine Schweiz-Invasion sorgten für Diskussionsstoff im Channel.

Glasfaserausbau liegt weiterhin auf Eis

Am 4. November hatte Swisscom beim Bundesgericht Beschwerde gegen ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts eingereicht. Dieses hatte Swisscom gezwungen, den Glasfaserausbau mit dem Einfasermodell zu stoppen. Aufgrund dessen musste der Anbieter unter anderem 93'000 Haushalte vom Glasfasernetz abhängen. Gleichzeitig beantragte Swisscom, der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen. Dies hätte bedeutet, dass der Konzern vorerst mit dem Glasfaserausbau im Einfasermodell hätte fortfahren dürfen. Laut dem Bundesgerichtsurteil, das uns vorliegt, hatten die Wettbewerbskommission sowie der Winterthurer Provider Init7 als Gegenpartei von Swisscom beantragt, die aufschiebende Wirkung abzuweisen. Dem hat das Bundesgericht jetzt entsprochen.

Business IT verliert seine VMware-Crew

Seit einem Monat ist mit der in Dübendorf domizilierten Soultec AG ein neuer VMware- und Automatisierungs-Spezialist im Schweizer Markt operativ tätig. Eine kurze Recherche zeigt, dass beinahe alle der derzeit 13 Mitarbeitenden des Anfang Oktober ins Handelsregister eingetragenen Unternehmens vom IT-Dienstleister Business IT kommen. In einem kurzen Telefonat bestätigt Soultec-CEO Patrik Rogg den Sachverhalt. Man verfüge über ein stark Consulting- und Engineering-lastiges Team, das insbesondere in Sachen VMware-Zertifizierungen bestens qualifiziert sei. Bei Business IT sieht CEO Ralph Meyer die Situation relativ entspannt: Es handle sich nicht um einen Aderlass, betont er. Weiter bestätigt er, dass Projekte, in denen die einstigen Kollegen involviert waren, noch gemeinsam abgeschlossen werden. Um welche Projekte es sich handelt, will Meyer aufgrund von Vertraulichkeitsvereinbarungen nicht sagen.

Wieder ein Noser an der Spitze von Noser Engineering

Remo Noser, bisher COO, wird ab dem 1. Januar 2022 als CEO von Noser Engineering amtieren. Zusammen mit Daniel Brüngger als COO und Markus Märki als CGO (Chief Growth Officer) bildet er die neue Geschäftsleitung. Noser löst Herbert Ender ab, der das Unternehmen seit Januar 2020 als Interimschef leitete. In Zukunft, so Noser Engineering, werde Ender sich wieder verstärkt auf seine Aufgaben als Verwaltungsrat von Noser Engineering und CEO der Noser Group konzentrieren. Remo Noser ist vor rund zwei Jahren als neuer COO zum Unternehmen gestossen. Davor arbeitete er bereits von 2011 bis 2014 ein erstes Mal für den Dienstleister im Bereich Software- und Hardware-Engineering. Von 2014 bis 2020 war er Partner und Leiter Produktmanagement für Business Software bei Axept.

Wiener E-Gov-Anbieter Gentics Software kommt in die Schweiz

Die österreichische CMS- und E-Portal-Firma Gentics Software kennt man hierzulande als E-Government-Anbieter. Denn zusammen mit dem Acta-Nova-Anbieter Rubicon IT hat Gentics einen Zuschlag des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation erhalten. Im Rahmen der Zusammenarbeit der Wiener Softwarehäuser sei schliesslich das "Acta Nova Dialog Portal" entstanden, eine Erweiterung der Gever-Software von Rubicon. Das Produkt sei hierzulande zwar auf Interesse gestossen. Aber man habe gemerkt, dass sich sowohl Kunden als auch Partner eine lokale Ansprechperson wünschen, begründet Dörre eine Expansion in die Schweiz. Die Gründung der Schweizer Gentics Software AG sei weit fortgeschritten, aber noch nicht ganz abgeschlossen. Ab Januar 2022 will die Firma mit dem Standort in Bern loslegen.

Bossinfo kauft Surseer Oracle-Partner FSS

Bossinfo übernimmt den 1996 gegründeten ERP-Spezialisten Full Speed Systems (FSS) mit seinen rund 70 Mitarbeitenden. Der Oracle-Partner bietet Consulting-Services, Lösungen und Implementierungen auf Basis von Oracle Netsuite und Oracle Edwards für mittelständische Unternehmen. Mit dem Zukauf diversifiziere man das ERP-Angebot und baue es erneut weiter aus. Der Bereich ERP sei seit der Firmengründung 1998 ein strategisches Geschäftsfeld. Mit diesem Ausbau "heben wir den Boss Info Stack auf die nächste Stufe", so Firmengründer Simon Boss. Ausserdem fasse man mit der Übernahme international Fuss. Denn neben dem Hauptsitz in Sursee LU betreibt FSS Niederlassungen in Berlin, Malaga und der philippinischen Hauptstadt Manila. Die Integration von FSS biete daneben Zugang zu Redfaire International, der Verkaufsorganisation für die Abwicklung internationaler JD Edwards Projekte.

 

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