Die Channel-Woche 51

18. Dezember 2020, 16:47
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Die Stabübergabe bei Boss Info, die Pensionierung einer IBM-Veteranin und Probleme bei Google sorgten diese Woche für Diskussionsstoff im Schweizer Channel.

Simon Boss gibt das Steuer ab

Die 180 Mitarbeitenden des ICT-Dienstleisters Boss Info erhalten auf Anfang 2021 einen neuen CEO. Simon Boss, der sein Unternehmen seit der Gründung 1998 führte, gibt den Posten ab. Er wird sich künftig auf das Business Development konzentrieren. Den Vorsitz des Verwaltungsrats wird der Firmeninhaber aber weiterhin innehalten. Designierter CEO ist Daniel Arnold, der seit gut 10 Jahren im Unternehmen ist. Er verantwortete als Mitglied der Geschäftsleitung viele Jahre den Bereich Verkauf und Beratung. Neben dem Aufbau des Bereichs Produkte und Services fungierte er zuletzt auch als Standortleiter Aarburg. Auf Anfang 2021 hat sich Boss Info eine neue Organisationsstruktur gegeben. Dies sein nun der richtige Zeitpunkt, "alte Zöpfe abzuschneiden und das operative Geschäft in neue Hände zu übergeben", so Simon Boss.

Huber + Suhner von Cyberattacke lahmgelegt

Huber + Suhner, Hersteller von Steckern und anderen Komponenten für optische und elektronische Netzwerke, wurde in der Nacht auf den 14. Dezember von einer Cyberattacke getroffen und weitgehend lahmgelegt. Erpresser behaupten, über Daten der Firma zu verfügen; die Firma sagt, es gebe keine Beweise dafür. Nachdem der Angriff entdeckt wurde, habe man weltweit sämtliche Arbeitsstationen via die zentrale IT deaktiviert und die Produktion in allen Werken unterbrochen. Nur wenige Tage später war das Unternehmen daran, in Zusammenarbeit mit dem Outsourcing-Partner und weiteren Experten alle deaktivierten Systeme weltweit etappenweise zu prüfen und wieder in Betrieb zu nehmen. 

Ginni Rometty geht in Pension, aber...

Der neue IBM-CEO Arvind Krishna wird ab dem 1. Januar 2021 zusätzlich die Funktion des Chairmans of the Board übernehmen und damit Ginni Rometty ablösen. Rometty war Anfang 2020 bereits als langjährige CEO zurückgetreten, nun zieht sie sich auch von der Spitze des VRs zurück. Insgesamt war die Managerin 39 Jahre für IBM tätig und führte den Konzern von Anfang 2012 bis Januar 2020 in der Doppelfunktion als CEO und Präsidentin. In dieser Zeit baute sie IBM um und legte den Fokus verstärkt auf Analytics, Cloud und weitere zukunftsträchtige Märkte. Sie investierte in dieser Zeit auch Milliarden in diverse Firmenübernahmen, darunter Red Hat, während IBM über Jahre hinweg zumeist enttäuschende Quartalszahlen schrieb.

Der Grund für den grossen Google-Ausfall

Am 14. Dezember fielen international viele Services von Google aus. Fast eine Stunde waren etwa Google Drive, Gmail und Google Calendar für Dutzende von Millionen User weltweit nicht zu erreichen. Laut der Status-Page von Google wurden weltweit sowohl die Google Cloud Platform als auch Google Workspace für 50 Minuten in Mitleidenschaft gezogen. Der Konzern teilte am Tag darauf den Grund mit: Das Tool, das den Authentifizierungs-Systemen automatisch Speicherkontingente zuweist, hat nicht korrekt funktioniert. Nachdem die Authentifizierungs-Systeme die Speichergrenze erreicht hätten, habe das Tool diesen nicht automatisch mehr Platz eingeräumt. Die Folge: Die Authentifizierungs-Systeme fanden keinen freien Speicher mehr und versagten ihren Dienst. Worauf man nicht mehr auf die Services zugreifen konnte, für die man sich authentifizieren musste. Betroffen waren demnach auch Dienste, die nicht von Google selbst angeboten werden, aber auf deren Authentifizierung setzen.

Oracle schliesst sich der Karawane nach Osten an

Oracle verlegt den Hauptsitz aus der Nähe von San Francisco nach Austin, Texas. "Viele Mitarbeitende" könnten ihren Bürostandort wählen und auch, ob sie ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten wollten, so der Konzern. Das Unternehmen erhofft sich vom Umzug bessere Wachstumsaussichten und mehr Flexibilität für die Mitarbeitenden. Auch HPE verlegte kürzlich seinen Hauptsitz in die Gegend von Houston, Texas. Mit Wachstumsaussichten meinten die Konzerne sicher auch die niedrigen Steuern im republikanischen Texas und die laxeren Gesetze. Ausserdem sind die Immobilienpreise und die Lebenshaltungskosten niedriger als in Kalifornien. Zudem wird der Kampf um gute Leute in Texas wohl nicht so hart sein wie im Silicon Valley.

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