Die Crypto AG spaltet sich

24. Januar 2018, 15:36
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Im Rahmen eines Management-Buyouts entsteht eine Crypto Schweiz AG, das internationale Business wird nach Schweden verkauft. Dies führt zu einem Stellenabbau beim Zuger High-Security-Experte.

Die in Steinhausen ansässige Crypto AG verkauft ihr internationales Geschäft an den schwedischen Unternehmer Andreas Linde. Das Schweizer Geschäft wird im Rahmen eines Management-Buyouts in die Crypto Schweiz AG überführt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, wie das Unternehmen heute mitteilt.
Die gut 150 Mitarbeitenden seien heute darüber informiert würden. Die Änderungen werden auf den 1. Februar 2018 wirksam und die operative Aufteilung auf die beiden neuen Gesellschaften soll im Laufe des Jahres umgesetzt werden. Bis Ende Jahr wollen beide Gesellschaften jeweils einen neuen Geschäftssitz im Kanton Zug gefunden haben, schreibt das auf Hochsicherheitslösungen spezialisierte Unternehmen.
Bereits heute würden innerhalb des Unternehmens zwei Geschäftsmodelle mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen existieren, kommentiert Giuliano Otth, CEO von Crypto und der künftigen Crypto Schweiz AG. "Mit der Aufteilung werden die Geschäftsmodelle konsequent getrennt und je einzeln vorangetrieben." Mit der Abspaltung seien gezielte Investitionen in Technologien und Vertriebskanäle möglich. Trotz der Auftrennung wollen die beiden Firmen auch in Zukunft eng kooperieren, insbesondere bei der Produktentwicklung.
Behörden und IoT im Fokus
Das Management-Buyout von Crypto Schweiz wird angeführt von Robert Schlup, Giuliano Otth und Thomas Meier, CEO des Schwesterunternehmens Infoguard. Otth ist seit 1991 bei Crypto und seit 2001 CEO des Unternehmens. Der Rechtsanwalt Robert Schlup ist Verwaltungsratsmitglied bei Crypto sowie bei Infoguard.
Die Schweizer Gesellschaft plane, das Angebot für schweizerische Behörden um den Bereich Cyberdefence zu erweitern. Gleichzeitig plane man einen Ausbau in Richtung Security für Internet-of-Things-Anwendungen. Daneben wolle das Rotkreuzer Unternehmen künftig enger mit dem Schwesterunternehmen Infoguard zusammenarbeiten, so die Mitteilung.
Im Zuge der Aufspaltung kommt es zu Stellenabbau
Die rund 150 Stellen, davon 140 in der Schweiz, werden etwa je zur Hälfte auf die beiden Gesellschaften aufgeteilt. Alle 20 Lehrstellen sollen erhalten bleiben. Die Auszubildenden werden künftig bei der Schweizer AG beschäftigt sein.
Im Zuge der Umstrukturierung werden maximal 14 Arbeitsplätze abgebaut, schreibt das Unternehmen weiter. Dieser Abbau erfolge sozialverträglich und man habe zu Beginn des Jahres die Personalvertretung informiert. Vergangenes Jahr wurden bei Crypto 18 Stellen abgebaut, wie inside-it.ch exklusiv berichtete.
Internationale AG bleibt in Zug
Der internationale Teil des Unternehmens werde nun Teil der Crypto International Group mit Sitz in Schweden und übernehme alle internationalen Kundenbeziehungen. Zusätzlich zum bestehenden Produkt-Portfolio im Bereich der Hochsicherheits-Verschlüsselungssysteme werde die internationale AG die Angebotspalette in Richtung Cyber-Security-Lösungen ausbauen, wie aus der Mitteilung hervorgeht. "Um diese neue und herausfordernde strategische Ausrichtung erfolgreich umsetzen zu können, werden wir in verschiedenen Bereichen zusätzliche Fachspezialisten rekrutieren", sagt Andreas Linde.
Die Crypto International AG werde ihre Aktivitäten weiterhin vom Kanton Zug aus betreiben. Die Gruppe wird von Anders Platoff geführt, einem international erfahrenen Manager und früheren Kampfpilot und Offizier der schwedischen Luftwaffe, wie Crypto schreibt. (kjo)
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