Die digitale Welt von morgen

18. September 2015 um 10:41
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Eine Leber aus dem 3D-Drucker, smarte Städte und implantierte Smartphones sind bis 2025 Realität.

Eine Leber aus dem 3D-Drucker, smarte Städte und implantierte Smartphones sind bis 2025 Realität, so zumindest die Mehrheit der vom WEF befragten IT-Fachpersonen und Führungskräfte.
Wie werden neue Technologien unsere Welt verändern und wie schnell geht es bis eine Technologie den Massenmarkt erreicht? Das Weltwirtschaftsforum hat über 800 Führungspersonen und IT-Experten zum Thema befragt. Insbesondere geht es um den Zeitpunkt, wann eine Technologie die Trendwende schafft und ihren sogenannten Tipping Point überschreitet.
Ein Tipping Point ist, wenn eine Technologie den Massenmarkt erreicht oder kommerziell erfolgreich wird. Für jede Technologie und Entwicklung wurde von den Studienautoren ein konkreter Tipping Point definiert. Für das Internet der Dinge etwa ist er dann überschritten, wenn eine Billion Geräte mit dem Internet verbunden sein werden. Bitcoin respektive die Blockchain-Technologie hat ihren Tipping Point erreicht, wenn zehn Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts mit Hilfe der Blockchain-Technologie gespeichert sind. Dies wird übrigens für 2027 erwartet.
Technologien und Trends entwickeln sich nicht unabhängig voneinander und beeinflussen sich gegenseitig. Somit haben die Studienautoren sechs Megatrends definiert, die in den kommenden Jahren unsere Gesellschaft beeinflussen werden.
Menschen und das Internet: Neue Technologien verändern, wie Menschen miteinander verbunden sind und Informationen untereinander austauschen. Wearables und implantierbare smarte Geräte werden die digitale Präsenz der Menschen steigern und neue Möglichkeiten für die Interaktion mit Objekten bieten. Der Tipping Point für Wearables ist laut der Studie dann erreicht, wenn 10 Prozent der Menschen Kleider tragen, die mit dem Internet verbunden sind. Über 90 Prozent der Befragten glaubt, dass dies bis 2025 geschehen sein wird. Daneben glauben über 80 Prozent der Teilnehmer, dass noch vor 2025 das erste implantierbare Telefon auf den Markt kommen wird.
Diese Entwicklung bringt neben Vorteilen - etwa im Gesundheitsbereich - auch Risiken mit sich. Fragen rund um die Privatsphäre, potentielle Überwachung und Datensicherheit müssen geklärt werden.
Computing und Speicher - Immer und Überall: Speicher und Rechenleistung brauchen immer weniger Platz und werden billiger. Dies verändert, wie wir das Internet nutzen. Potenziell können wir immer und überall auf das Internet zugreifen und in der Cloud gespeicherte Daten nutzen. Jeder, so die Autoren, wird einen Zugang zu einem Supercomputer mit sich tragen können und auf nahezu unlimitierte Speicherkapazität zugreifen können. Im Jahr 2023 werden 90 Prozent der Weltbevölkerung ein Smartphone besitzen. Und bereits in drei Jahren werden daneben 90 Prozent der Menschen Zugriff auf unlimitierten und kostenlosen (durch Werbung finanzierten) Speicherplatz haben.
Internet der Dinge: Immer noch kleinere, günstigere und intelligentere Sensoren werden produziert. Unser Zuhause, Kleidung, Städte, Transportmittel, Elektrizitätswerke oder Produktionsgeräte werden mit dem Internet verbunden sein. Knapp 90 Prozent der Befragten glauben, dass bis 2022 eine Billiarde Geräte mit dem Internet verbunden sein werden.
Künstliche Intelligenz (AI) und Big Data: Die Digitalisierung produziert exponentiell mehr Daten über Alles und Jeden. Dafür wiederum wird die Perfektion von Software, die mit diesen Daten umgehen kann, immer weiter fortschreiten. Software kann selbst lernen und sich weiterentwickeln. Dies führt dazu dass Software und künstliche Intelligenz immer mehr zur Grundlage unserer Entscheidungen werden. Dies wird zu schnelleren und besseren Entscheidungen führen, hoffen die Autoren. Über 80 Prozent glauben, dass 2025 die erste Regierung ihre Volkszählung anhand von Big-Data-Analysen durchführen werde. Obgleich die Autoren glauben, dass anhand von Big Data und künstlicher Intelligenz bessere Entscheidungen gefällt werden, sei noch zu klären, inwiefern wir diesen Entscheidungen vertrauen.
Sharing: Alles kann über das Internet geteilt werden. Netzwerke und Plattform-basierte wirtschaftliche und soziale Modelle werden sich immer mehr verbreiten. 2025 werden weltweit mehr Reisen über Car-sharing getätigt als mit eigenen Autos, ist die Mehrheit der Befragten sicher.
Digitalisierung der "Materie": Objekte können gedruckt werden. Dies bietet nicht nur Möglichkeiten im Produktionsprozess sondern auch Zuhause oder im Gesundheitsbereich. Knapp 85 Prozent der Befragten glaubt, dass es 2025 erste Auto aus dem 3D-Drucker geben wird. Und immerhin 75 Prozent sind sich sicher, dass in den nächsten zehn Jahren die erste gedruckte Leber transplantiert wird.
Die gesamte Studie ist hier zu finden. (kjo)
(Bild Startseite: Lauren Manning.)

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