Die ehrgeizigen Pläne des Hakan Yüksel

13. Juni 2008, 08:58
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Seit einem Jahr ist mit Hakan Yüksel ein neuer Mann am Ruder von SAP Schweiz. Wir haben ihn am Rande der Kundenveranstaltung Sapphire in Berlin gefragt, in wie er den Umsatz in einem eh schon SAP-dominierten Land noch steigern will.

Seit einem Jahr ist mit Hakan Yüksel ein neuer Mann am Ruder von SAP Schweiz. Wir haben ihn am Rande der Kundenveranstaltung Sapphire in Berlin gefragt, in wie er den Umsatz in einem eh schon SAP-dominierten Land noch steigern will.
Sie sind nun seit ungefähr einem Jahr an der Spitze von SAP Schweiz. Man könnte meinen, dass das ein sehr einfacher Job sein muss, schliesslich ist die Schweiz bekannt SAP-lastig?
Hakan Yüksel: Die Schweiz ist – mitten unter grossen Volkswirtschaften wie Deutschland oder Russland – ein wichtiger Markt. Umsatzmässig gesehen ist die Schweiz für SAP sogar das sechstgrösste Land weltweit. Entsprechend habe ich zwei grosse Herausforderungen. Diese Position zu halten, ist eine. Die zweite ist, neue Talente in die Firma zu bringen und bestehende Talente zu halten.
Was machen Sie anders als Ihre Vorgänger? Auf was müssen sich Kunden, Partner und Mitarbeiter einstellen.
Hakan Yüksel: Persönlich lege ich sehr viel Wert darauf, nahe beim Kunden zu sein. Auch ist mir der Kontakt zu unserem Ökosystem wichtig. Das ist nicht immer einfach, denn das SAP Partnernetzwerk ist in ständiger Bewegung. Firmen werden verkauft oder ziehen sich zurück, andere entstehen.
SAP ist in der Schweiz bereits der mit grossem Abstand grösste ERP-Anbieter. Wie wollen Sie überhaupt noch wachsen? Gibt es noch Märkte, in den SAP nicht eh schon dominiert?
Hakan Yüksel: Der Markt für Enterprise-Applikationen wächst in der Schweiz um fünf bis sechs Prozent jährlich. Mein Ziel ist es, dass SAP jährlich etwa doppelt so schnell wächst. In diesem sich konstant verändernden Markt gibt es immer wieder neue Potenziale.
Unser Produktangebot wird immer grösser. Wir haben Produktivitätswerkzeuge im Sortiment und haben nicht zuletzt Business Objects übernommen. Wir können also neue Märkte öffnen und neue Kunden finden sowie bei bestehenden Kunden wachsen. Die Anwender kaufen heute nicht mehr die ganz grossen Gesamtlösungen wie vor dem Jahr 2000, sondern implementieren schrittweise einzelne geschäftsrelevante Applikationen. Dieses Vorgehen hilft uns bei der längerfristigen Planung. Wie sich eine ABB oder eine Novartis entwickeln, lässt sich so in etwa absehen.
Viele der sehr grossen Schweizer Unternehmen breiten sich geografisch immer weiter aus. Wenn zum Beispiel Holcim in Indien eine Firma übernimmt, so bedeutet das auch wieder mehr SAP-User für uns. Auch die Pharma Industrie ist ganz wichtig für uns und wir realisieren gemeinsam sehr interessante Projekte.
Mich erstaunt, dass Sie den Bereich der öffentlichen Dienste und besonders auch das Gesundheitswesen nicht erwähnen, wenn es um Wachstumsfelder geht.
Hakan Yüksel: Der Bund ist ein grosser SAP-Kunde. Mit der Stadt Zürich haben wir dieses Jahr ein sehr ehrgeiziges Projekte erfolgreich abgeschlossen. Ein riesiges Projekt gibt es momentan auch bei der Armee.
Projekte im Gesundheitswesen gibt es sehr wohl. Das Schlagwort E-Health verspricht viel Potenzial in der Zukunft. Es stellt sich natürlich immer die Frage, wer solche Zukunftsprojekte finanzieren wird. Und diese Antwort ist in der Schweiz, so glaube ich, noch offen.
Europaweit zeichnet sich ein Mangel an Ingenieuren, insbesonders an Informatik-Spezialisten ab. Ist diese Problematik ein Thema für Sie?
Hakan Yüksel: Absolut. Auch im SAP-Ökosystem fehlen seit mindestens zwei Jahren drastisch Leute. Es geht um hunderte und tausende von unbesetzten Stellen. Ich denke, die IT-Branche verkauft sich schlecht, denn eigentlich wären die Voraussetzungen, junge Leute anzuziehen ja nicht schlecht. Die IT-Industrie bezahlt gut, ist sehr spannend und man hat die Chance, immer wieder neues zu erleben. (Gespräch: Christoph Hugenschmidt)

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