Die ersten eidg. diplomierten ICT-Security-Experten sind auf dem Markt

13. Dezember 2018, 10:22
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Nicht alle bestanden die offenbar sehr schwere Prüfung. Aber es gibt nun staatlich anerkannte Vertrauenspersonen in IT-Sicherheit.

Nicht alle bestanden die offenbar sehr schwere Prüfung. Aber es gibt nun staatlich anerkannte Vertrauenspersonen in IT-Sicherheit.
Zum ersten Mal fand die die Höhere Fachprüfung "ICT Security Expert" statt. Wie ICT-Berufsbildung Schweiz meldet, nahmen 19 Kandidaten teil und 12 von ihnen haben die eidgenössische Prüfung auch bestanden.
Sechs der Kandidaten kamen aus der Romandie erklärt Andrea Schürpf, Leiterin Marketing und Kommunikation, auf Anfrage. Und sie kann zudem "demografische Hintergrundinfos" liefern: "Die Absolventen haben sehr unterschiedliche berufliche Hintergründe: ungefähr die Hälfte arbeitet auf Management-Ebene bei IT-Dienstleistern (grössere KMU), ein Viertel ist bei Grossunternehmen (Anwendern) angestellt und einige wenige sind als selbständige Berater tätig. Die Absolventen sind durchschnittlich 42 Jahre alt, verfügen also bereits über einiges an Berufserfahrung inklusive Managementerfahrung."
Die Durchfallquote ist relativ hoch, was sich damit erklären mag, dass ICT-Berufsbildung Schweiz laut eigenen Angaben die Messlatte "sehr hoch" ansetzt. "Das Prüfungssetting war äusserst anspruchsvoll und verlangte sowohl von den Kandidatinnen und Kandidaten wie auch von den Experten sehr viel ab", lässt sich Prüfungsexperte Markus Baumgartner, Chief Security Officer bei Helvetia Versicherungen, zitieren.
Die Prüfung sei praxisorientiert konzipiert, so die Zuständigen, es sei ein eigentliches Assessment basierend auf Portfolio-Arbeiten. Geprüft wurde selbstverständlich IT-Fachwissen, aber auch die Sozial- und Kommunikationskompetenzen der Prüflinge. Die ICT-Security-Experten sollen unter Beweis stellen, dass sie fähig sind, präventiv für Security zu sensibilisieren und im Krisenfall nicht wie Elefanten im Glashaus agieren.
Nicht zuletzt ist ein tadelloser Leumund unabdingbar, so ICT-Berufsbildung Schweiz. Wer also als Hacker vorbestraft ist, kann kein Quereinsteiger als eidgenössisch diplomierter ICT Security Experte werden.
Die erfolgreichen Absolventen sind nun staatlich anerkannte Vertrauenspersonen in IT-Sicherheit und dürfen sich zweifellos als "gefragte Experten auf Geschäftsleitungs- und Managementebene" wiederfinden.
Durchgeführt wurde die Prüfung von ICT-Berufsbildung Schweiz, für den Praxisbezug wurden neben Helvetia auch Microsoft, Post, Ruag, Swisscom, UBS und der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) beigezogen.
Im November 2019 wird die zweite Prüfung stattfinden. Der Abschluss richtet sich sowohl an Berufspraktiker als auch an Akademiker. (mag)

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