Die europäische Softwareindustrie lebt

28. September 2010, 09:46
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Gerade hat das Private-Equity-Unternehmen Truffle Capital die neuste Ausgabe seiner jährlich veröffentlichten "Truffle100"-Liste der 100 grössten europäischen Softwarehersteller veröffentlicht.

Gerade hat das Private-Equity-Unternehmen Truffle Capital die neuste Ausgabe seiner jährlich veröffentlichten "Truffle100"-Liste der 100 grössten europäischen Softwarehersteller veröffentlicht. Die von der EU unterstütze Liste basiert auf den Umsatzzahlen des letzten Jahres. Sie ist zwar traditionell von SAP dominiert und zudem recht lückenhaft (schon nur aus der Schweiz fehlen diverse Unternehmen, bei anderen Ländern dürfte dies ähnlich sein.) Trotzdem kann sie als Indiz für einige Tendenzen in der europäischen Softwareindustrie dienen.
So ist gemäss der Liste der Umsatz der 100 grössten Softwarehersteller in Europa auch 2009 trotz Krise verglichen mit 2008 um 8,4 Prozent auf knapp 38 Milliarden Euro gewachsen. Dabei haben sie durchschnittlich rund 10 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung gesteckt und blieben insgesamt profitabel (Gewinn 3,7 Milliarden Euro. Der reine Softwareumsatz stieg um 7,8 Prozent auf rund 27 Milliarden Euro. Damit zeigt der Truffle100 für Europa ein ähnliches Bild wie der "Swiss Software Industry Index" (SSII) von inside-it.ch und sieber&partners für die Schweiz: Die Softwareindustrie wächst deutlich schneller als die Gesamtwirtschaft.
47 Unternehmen der Liste, sechs mehr als im Vorjahr, erreichten 2009 mehr als 100 Millionen Euro Softwareumsatz. 72, drei mehr als im Vorjahr, lagen über 50 Millionen Euro.
Die Liste zeigt aber auch, wie unterentwickelt die europäische Softwarebranche verglichen mit der US-Softwareindustrie bleibt. SAP ist mit 10,7 Milliarden Euro Umsatz mit riesigem Abstand das einsame Schwergewicht in Europa. Der britische ERP-Hersteller Sage liegt auf Platz zwei mit vergleichsweise bescheidenen 1,6 Milliarden Euro Umsatz, dahinter folgt der französische CAD- und PLM-Spezialist Dassault Systemes mit 1,25 Milliarden Euro vor dem deutschen Datenbank- und Middleware-Anbieter Software AG mit 0,85 Milliarden Euro und dem britischen Content-Management-Anbieter Autonomy mit 0,82 Milliarden Euro. Die 100 in der Liste vertretenen europäischen Softwarehersteller machten zusammen (trotz SAP) rund ein Drittel weniger Umsatz, als Microsoft alleine.
Das grösste in der Liste aufgeführte Schweizer Unternehmen ist der Bankensoftwarehersteller Temenos, der mit 266,3 Millionen Euro Softwareumsatz auf Rang 17 geführt wird. Weitere Schweizer Unternehmen sind Swisslog ( 94 Millionen Euro, Rang 48), ERI Bancaire (83,2 Millionen Euro, Rang 50), und Crealogix (38,2 Millionen, Rang 85). (Hans Jörg Maron)

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