Die gelben Postroboter kommen

23. August 2016, 14:27
  • innovation
  • die post
image

Zumindest testweise: Die Post probiert im Bernbiet fahrende Paketroboter aus.

Zumindest testweise: Die Post probiert im Bernbiet fahrende Paketroboter aus.
Der Elefant im hiesigen Logistikgeschäft, die Schweizerische Post, testet ab September eine neue Zustellmethode für Pakete: Fahrende, autonome Paketroboter. Falls sie Leser von inside-channels.ch sind: Ja, dabei handelt es sich um die gleichen Geräte, die beispielsweise auch der deutsche Logistikkonzern Hermes testet. Sie stammen vom Startup Starship Technologies, das 2014 von den Skype-Mitgründern Janus Friis und Ahti Heinla lanciert wurde.
Die Roboterwägelchen werden elektrisch angetrieben, fahren im Schrittempo und sollen vorwiegend Trottoirs und andere Fussgängerzonen benützen. Die Reichweite beträgt laut Post bis zu sechs Kilometer, die Nutzlast bis 10 Kilogramm. Den Weg zum Paketempfänger sollen die Roboter weitgehend selbstständig finden. Die Navigation erfolgt über verschiedene Methoden, darunter GPS aber auch die visuelle Erkennung der Umgebung mit verschiedenen Kameras. An heikleren Stellen, zum Beispiel wenn sie die Strasse überqueren müssen, soll sich, nicht nur während der Tests sondern auch im Realbetrieb, ein Überwacher aus einer Zentrale zuschalten und wenn nötig eingreifen.
Tests mit Begleitpersonen
Bei den Tests der Post in Bern, Köniz und Biberist werden die Paketwagen zudem immer von einem Menschen begleitet. Diese Person soll sie überwachen und gleichzeitig Informationen über ihr Verhalten und die Ursachen von möglichen Problemen sammeln. Ein kommerzieller Einsatz könnte laut der Post, je nach den Ergebnissen der Tests, in frühestens drei Jahren möglich werden.
Die Post sieht die fahrenden Paketroboter als potentielle Ergänzung zu herkömmlichen Liefermethoden und auch neueren Möglichkeiten wie Drohnen. Als Einsatzgebiete nennt sie beispielsweise Same-Day- und und sogar Same-Hour-Lieferungen, Essenslieferungen oder auch Hauslieferungen von medizinischen Produkten. Solche Möglichkeiten könnten aktuell durch normale Pöstler nicht abgedeckt werden. Die Fahrroboter sind allerdings eine Konkurrenz zu Velokurieren, Essenslieferanten oder anderen Partnerunternehmen, die von der Post gegenwärtig für Same-Day-Delivery und ähnliches zu Hilfe gezogen werden.
Zum Schluss stellt sich für inside-it.ch allerdings noch eine weitere wichtige Frage: Wie werden die Hunde reagieren? Macht es noch Spass, Roboter zu verbellen? Im Gegensatz zum Pöstler zeigen die Paketroboter weder Angstschweiss noch andere Emotionen. Andererseits wären da diese einladenden Reifen zum Verbeissen. Gleich sechs Stück davon... Vielleicht geben die Tests ja Auskunft. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Post-Tochter Unblu übernimmt Aarauer SaaS-Anbieter Adiacom

Seit Anfang November gehört Unblu der Schweizer Post. Jetzt kauft das Basler Unternehmen seinerseits zu und erwirbt den Spezialisten für Videokommunikation.

publiziert am 23.11.2022
image

Handelsregistereintrag auf der Post

Im Zuge eines Pilotprojekts können im Baselbiet Einzelfirmen am Postschalter gegründet werden.

publiziert am 23.11.2022
image

Die Schaltsekunde wird abgeschafft

Schaltsekunden haben schon mehrmals zu grossen Problemen in IT-Systemen geführt. In rund 13 Jahren sollen sie aber Geschichte sein.

publiziert am 22.11.2022
image

Schweizer Startup lanciert mit KI ausgestattete Hightech-Kleidung

Die Waadtländer Firma Wearin' will mit ihrer kugelsicheren Hightech-Weste die Sicherheit verstärken. Hinter der Technik steckt Künstliche Intelligenz.

publiziert am 22.11.2022