Die grössten Cloud-Nutzer und -Anbieter

8. Dezember 2010, 08:40
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Der deutsche Konzern Siemens hat die Leistungsbewertung und andere Aufgaben für seine mehr als 400'000 Mitarbeitenden 2009 in die Hände von Enterprise-Cloud-Lösungsanbieter SuccessFactors gelegt.

Der deutsche Konzern Siemens hat die Leistungsbewertung und andere Aufgaben für seine mehr als 400'000 Mitarbeitenden 2009 in die Hände von Enterprise-Cloud-Lösungsanbieter SuccessFactors gelegt. Für Gartner-Vizepräsident Ben Pring ist das nur ein Beispiel von vielen Projekten, die mehrere tausend Nutzer umfassen, aber wohl auch mit das grösste. Flextronics und Siemens führen laut einem aktuellen Bericht von 'Bloomberg BusinessWeek' den "grossen Shift" zu Cloud Computing an. Gartner zufolge wird das weltweite Marktvolumen zwischen 2009 und 2014 von 58,6 Milliarden auf 148,8 Milliarden kräftig ansteigen. Laut Chefanalyst Pring wird der Sprung in die Wolke für Unternehmen der grösste Wandel seit Einzug des PCs vor mehr als 20 Jahren sein.
Flextronics aus Singapur, unter anderem Produktionspartner von Microsoft für die Xbox 360 und RIM für das BlackBerry sowie nach Foxconn der zweitgrösste Elektronikauftragsfertiger der Welt, hat die IT der gesamten Personalverwaltung für die 200'000 Beschäftigten an einen externen Provider ausgelagert. Wie Bloomberg den Chief Information Officer (CIO) David Smoley zitiert, war sich dieser der Risiken bewusst, etwa die Gefahr, dass sensible Mitarbeiterdaten nach draussen gelangen könnten, andererseits war es ihm durch Auslagern der HR-IT an Workday gelungen, Flextronics Kosten in Millionenhöhe zu ersparen. Die Personaldaten seien übrigens auch in der Cloud absolut sicher. In-House-Lösungen sind oft wesentlich teurer, weshalb sich immer mehr grosse wie kleine Unternehmen der Wolke anvertrauen. "Um voll die Vorteile der Cloud nutzen zu können, muss man bereit sein, Risiken einzugehen", ist Smoley überzeugt. Neben Flextronics werden auch Cisco, Huawei und Lenovo als Kunden von Workday genannt.
Flextronics hat bereits eine Serie von Cloud-Projekten in Angriff genommen, die dem Unternehmen in drei Jahren Kosteneinsparungen in Höhe von 100 Millionen US-Dollar eingebracht haben sollen. Kostensenkung ist für das Unternehmen essenziell, weil es wie viele andere Auftragsfertiger nur mit einer operativen Marge von 2,9 Prozent leben muss. In-House-Lösungen mit Produkten wie die von SAP erfordern laut Flextronics-CIO Smoley weit weniger Personalaufwand und andere Ressourcen. Für die Workday-Implementierung waren ihm zufolge nur weniger als 20 Leute nötig, mit SAP im eigenen Hause wären es 60 oder 100 geworden.
Cloud-Services wie sie Workday bietet, erlauben es, Hardware und Software zu mieten oder sogar sogenannte Collaboration Apps wie die von Google oder Storage-Platz bei Amazon.com oder dem von Microsoft im November 2010 gestarteten "Azure".
Die grössten Anbieter
Bis November 2009 haben schon rund 100'000 Unternehmen Software as a Service (SaaS) oder Cloud-Anwendungen genutzt, zitiert 'Bloomberg BusinessWeek' Bruce Richardson, den ehemaligen Chefanalysten bei AMR Research. Mit 67'900 zahlenden Kunden war Salesforce.com der grösste Anbieter, gefolgt von Concur mit 9'000 Kunden, NetSuite, Taleo und SuccessFactors, wie Richardson, heute Chefstratege bei Cloud-Service-Anbieter Infor, damals in einem Blog schrieb.
Accenture-CIO Frank Modruson denkt schon darüber nach, den gesamten internen E-Mail-Verkehr kostensparend in die Cloud auszulagern. Bei Hunderttausenden von Mailboxen soll sich das richtig lohnen. Heute nutzt Accenture, selbst weltweiter Outsourcing-Spezialist, bereits Taleos SaaS-Lösung für die eigene Plattform zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter.
Die Softwareriesen Oracle und SAP tun sich laut Gartner-Vizepräsident Daryl Plummer schwer, bei dem neuen Trend zu Cloud-Computing mitzuhalten. "SAP sollte eigentlich nur noch schreiend herumlaufen, weil das Unternehmen deutlich hinterherhinkt. Oracle sieht sich als Marktführer bei Cloud-Computing, ist aber weit davon entfernt, den Markt anzuführen", so Plummers harsches Verdikt.
Kleinere Anbieter werden Oracle und SAP künftig mächtig herausfordern, meint Flextronics-CIO Smoley und vergleicht die Systeme der beiden marktführenden Unternehmen der letzten 20 Jahre mit einem Albatros. Einst haben sie den Unternehmenskunden Schnelligkeit und Flexibilität geboten, doch nun seien sie nicht mehr agil genug und bremsten die Kunden eher aus, so Smoley. (Klaus Hauptfleisch)

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