Die halbe Schweiz ohne Virenschutz?

15. September 2011, 13:32
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Eine von Symantec in Auftrag gegebene Umfrage kommt zum Schluss, dass viele User in der Schweiz Internetkriminalität immer noch unterschätzen.

Eine von Symantec in Auftrag gegebene Umfrage kommt zum Schluss, dass viele User in der Schweiz Internetkriminalität immer noch unterschätzen.
"Diese Zahl hat mich am meisten überrascht", sagte heute der bekannte Virenjäger Candid Wüest an einer Medienorientierung in Zürich. Tatsächlich: Dass laut einer Umfrage 40 Prozent der Schweizer Computernutzer keinen aktuellen Virenschutz verwenden, stimmt angesichts der heutigen Bedrohungslage im Internet bedenklich. Die Zahl stammt vom Norton Cybercrime Report 2011, der dieses Jahr erstmals auch in der Schweiz durchgeführt worden ist.
Der Report basiert auf einer Umfrage des Marktforschungsinstituts StrategyOne im Auftrag des Securitysoftware-Herstellers Symantec. StrategyOne befragte online 12'704 Erwachsene im Alter ab 18 Jahren in 24 Ländern. In der Schweiz wurden 500 Erwachsene, 100 Kinder und als spezielle Gruppe weitere 100 Lehrer befragt. StrategyOne erachtet die Umfrage als repräsentativ. Allerdings muss auch festgehalten werden, dass nur Privatanwender und keine Firmen oder Organisationen befragt wurden.
Weltweit eine Million Cybercrime-Opfer pro Tag
Nebst globalen Zahlen hat Symantec heute auch die Schweizer Daten erläutert. So gebe es in der Schweiz statistisch gesehen 3'392 Cybercrime-"Opfer" - jeden Tag. Pro Stunde sind das 141 und pro Minute 2 Opfer. Mit Opfer ist gemeint, dass jemand erfolgreich angegriffen worden ist, sei es durch Malware oder etwa durch Online-Kreditkartenbetrug oder auch bei sexueller Belästigung im Internet. Damit verzeichnen Schweizer User im Verhältnis gleich viele Angriffe wie Amerikaner. Europaweit haben nur Deutschland und Polen mehr Opfer von Internetkriminalität.
Würde man auch die erfolglosen Angriffe zählen, wäre die Zahl um einiges höher. Weltweit zählt Symantec eine Million Cybercrime-Opfer pro Tag. Durch Internetkriminalität haben User in der Schweiz laut der Umfrage einen unmittelbaren finanziellen Schaden in der Höhe von rund 374,3 Millionen Franken (401,3 Millionen US-Dollar) erlitten. Am meisten betroffen von Cyberangriffen sind insbesondere sogenannte Digital Natives (ab Jahrgang 1980), vor allem deshalb, weil sie sehr aktiv im Internet sind. Für die meisten der jungen Befragten gehören Cyberattacken jedoch einfach zum alltäglichen Risiko.
Weitere Details findet man im Factsheet mit den wichtigsten Ergebnissen für die Schweiz. (Maurizio Minetti)

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