Die IT-Branche hat ihren ersten GAV

16. Dezember 2019, 14:57
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Die Gewerkschaft Syndicom hat mit dem IT-Dienstleister T-Systems Schweiz einen Gesamt­arbeits­vertrag abgeschlossen.

T-Systems Schweiz und die Gewerkschaft Syndicom haben sich auf einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) geeinigt. Der GAV tritt am 1. Januar in Kraft, wie T-Systems mitteilt. Keine Branche wandle sich so rasant wie die IT-Branche, schreibt Syndicom. Für Innovation brauche es passende Arbeitsumgebungen und -bedingungen und umso wichtiger seien daher Gesamtarbeitsverträge. "Der GAV ermöglicht den Mitarbeitenden, auch in der Schweiz tatsächlich mitzubestimmen und ihre Arbeitsbedingungen mitzugestalten", so Giorgio Pardini, Leiter Sektor ICT und Mitglied der Geschäftsleitung bei Syndicom, in der Mitteilung.
Neben einem verbindlichen Rahmen für die Löhne und Arbeitszeit umfasse der Gesamtarbeitsvertrag für die rund 600 Mitarbeitenden einen geregelten Anspruch auf Ferien sowie die Lohnfortzahlung bei Krankheit oder Unfall. Ausgenommen vom GAV seien das Top-Management, weitere Managementfunktionen im internationalen Umfeld sowie Mitarbeitende mit einer befristeten Anstellung bis maximal sechs Monate.
Bei der Gewerkschaft zeigt man sich auf Anfrage zufrieden. Es sei ein guter GAV und ein wichtiger für die IT-Branche, sagt Pardini. Es handle sich um einen reinen IT-GAV und er ist somit der erste seiner Art in der Schweiz. Mit dem Gesamtarbeitsvertrag wurden unter anderem jährliche Lohnverhandlungen und ein Sozialplan eingeführt. Der GAV nehme Rücksicht auf die Flexibilisierung, die die IT-Welt mit sich bringe, und zwar aus Arbeitgeber- wie auch Arbeitnehmersicht, fügt er an.
Man hoffe nun, dass dieser GAV andere Firmen animiert und die Branche sich Schritt für Schritt anschliesse. Ausserdem, so Pardini, wäre es wünschenswert, wenn die öffentliche Hand in Submissionsverfahren die GAV berücksichtige, wie dies beim Gewerbe schon lange der Fall sei. (kjo)

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