Die IT-Woche 16

17. April 2020, 15:30
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Das Armee-RZ "Kastro II", der Streit zwischen UPC und Init7 und die "Swiss-Cloud" sorgten diese Woche für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Schweizer IT-Abteilungen sistieren noch kaum Projekte

Unsere Umfrage zeigt: Die Informatik-Abteilungen schauen trotz Corona-Pandemie positiv in die Zukunft. Einige wittern gar Chancen. Bei fast zwei Dritteln der Befragten laufen alle ICT-Projekte weiter. Sie arbeiten nach Plan. Bei fast einem Viertel wurden einzelne laufende Projekte "on Hold" gesetzt. Die Teilnehmer der Umfrage sehen optimistisch auf das kommende Jahr: 43% erklärten, dass sie 2021 wie geplant arbeiten würden. Bei 29% werden einzelne Aspekte der Strategie überarbeitet.

Armee hat einen Standort für das RZ "Kastro II" gefunden

Eigentlich hätte das Data Center beim unterirdischen Munitionslager Mitholz Platz finden sollen. Nun hat die Armee einen neuen Standort gefunden. Die Armee habe nach der Durchführung von Machbarkeitsstudien für mehrere Standorte einen neuen Ort für das RZ gefunden hat. Wo genau "Kastro II" gebaut werden soll, wird aber nicht öffentlich kommuniziert. Die Inbetriebnahme ursprünglich für 2021 angedacht, nun soll dass das RZ erst 2028 fertiggestellt sein werde. Dies führe auch zu Mehrkosten.

UPC kappt das Peering mit Init7

Init7 schrieb in einem viralen Tweet in Richtung UPC: "Wir werten das als aggressiven Akt". Dem war vorausgegangen, dass die Tochter von Liberty Global die Peering Sessions mit Init7 gekappt hatte. UPC warf daraufhin Init7 vor, "inakzeptables Verhalten an den Tag gelegt" zu haben. Der Winterthurer Provider habe seinen Datenverkehr über Grossbritannien und die USA zu UPC geleitet, was die Qualität der Nutzung massgeblich beeinträchtigt habe. Init7 habe damit UPC unter Druck setzen wollen, hiess es auf unsere Anfrage hin. Init7-Chef Fredy Künzler widerspricht: Der Traffic habe sich im Zuge der Pandemie so entwickelt, dass es zu Übertragungsverlusten gekommen sei.

Wegen Corona: Im AWA Zürich arbeitet nun ein Software-Roboter

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Zürich hat für die Bewältigung der vielen Kurzarbeitsgesuche einen digitalen Mitarbeiter entwickelt: Ein Software-Roboter übernimmt nun einen grossen Teil der Arbeit. Nicht nur bei den Anträgen ist der Roboter eine grosse Hilfe. Auch die monatlichen Abrechnungen laufen künftig digital. "Bitte nutzen Sie diesen neuen Weg", sagte Regierungsrätin Walker Späh an die Unternehmen gerichtet. "So kommen Sie schneller an Ihre Auszahlung." Dass mitten in der Krise ein neues System entwickelt werden konnte, sei "ein grosses Highlight".

Bundesrat lässt "Swiss Cloud" prüfen

Bis Mitte nächsten Jahres will der Bundesrat wissen, ob Bedarf für eine Schweizer Cloud besteht und wie diese umgesetzt werden könnte. Unter der Federführung des Informatiksteuerungsorgans des Bundes (ISB) soll zusammen mit den Departementen, der Bundeskanzlei, mit den Kantonen sowie Experten geprüft werden, "ob die Schweiz eine eigene Cloud- und Dateninfrastruktur anstreben soll, analog zu europäischen Daten-Cloud-Projekten". Ausserdem soll geprüft werden, inwiefern eine solche Cloud zur Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Schweiz wie auch für die Entwicklung und Anwendung von Technologien beitragen könne.

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