Die IT-Woche 19

14. Mai 2021, 14:54
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Ein Pipeline-Hack, eine Neobank, eine Fintech-Partnerschaft und ein Vertrag für das Schweizer Covid-Zertifikat sorgten für Gesprächsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Pipeline-Hacker schrecken zurück: "Wir sind unpolitisch"

Eine der grössten US-Ölpipelines wurde kürzlich durch einen Ransomware-Angriff lahmgelegt. Das FBI beschuldigte die Ransomware-Gang Darkside, hinter dem Angriff zu stecken. Diese bestätigte dies in einer Pressemitteilung, in der sie schreibt: "Wir sind unpolitisch, wir beteiligen uns nicht an Geopolitik, man muss uns auch nicht mit einer bestimmten Regierung in Verbindung bringen." Offenbar ist die Gruppe um Schadensbegrenzung bemüht. Nun heisst es, dass Pipeline-Betreiber Colonial 5 Millionen Dollar an die Bande bezahlt haben soll. Das Unternehmen gab bekannt, dass die Anlagen wieder betriebsbereit seien und schrittweise hochgefahren würden. Zwischenzeitlich war es an der US-Ostküste zu starken Engpässen bei der Versorgung mit Benzin gekommen.

Postfinance und Swissquote präsentieren ihre Neobank

Postfinance und Swissquote lancieren eine gemeinsame Finanz-App und geizen zum Launch nicht mit Meilenstein-Rhetorik: In der Mobile-Banking-Geschichte beginne nun, mit der Enthüllung der App Yuh, eine neue Zeitrechnung, leiten die Partner die "Revolution" ein. In nüchterne Sprache übersetzt: Die beiden Banken haben eine Neobank-Applikation entwickelt, in der man bezahlen, sparen und investieren kann. Laut dem Vergleichsdienst Moneyland sind die Konditionen für Privatkonto und Debitkarte günstiger als die klassischen Angebote, etwa vergleichbar mit Neon und CSX. Ähnlich sieht es beim bargeldlosen Bezahlen aus. Beim Trading richtet man sich offenbar eher an Anfänger, da es vor allem für kleinere Beträge günstig ist.

Graubünden gründet Verein für digitale Transformation

In Graubünden ist am 10. Mai der Verein GRdigital gegründet worden. Die Gründung erfolgte im Rahmen des Gesetzes zur Förderung der digitalen Transformation. Das Gesetz sehe unter anderem die Bildung einer bereichsübergreifenden Fachorganisation vor, die zentrale Aufgaben zur Förderung der digitalen Transformation in Graubünden wahrnehme, heisst es in einer Mitteilung. Der Verein bilde nun die gesetzlich vorgeschriebene Fachorganisation, die die finanzielle Förderung der Digitalisierungsvorhaben zuhanden des Kantons ausführe. Der Kanton werde mit dem Verein eine Leistungsvereinbarung unterschreiben. Ziel sei es, innovative Kräfte und Digitalisierungsexperten aus verschiedenen Bereichen und Branchen zusammenzubringen.

Twint integriert die Bargeld­bezugsfunktion Sonect

Das Schweizer Fintech-Startup Sonect bietet seine Lösung ab sofort auch via Twint an. Wie das Fintech-Startup mitteilte, steht der Bargeldbezug an der Ladenkasse den über 3 Millionen Twint-Nutzern ab sofort zur Verfügung. Die Sonect-Lösung, die aus der Ladenkasse einen Bankomat macht, ermöglicht es Anwendern der App, bei Händlern, die sich dem Netzwerk anschliessen, Bargeld abzuheben, das dann von ihrem Bankkonto abgebucht wird. Die App zeigt dabei den Usern auf dem Smartphone an, welcher lokale Händler gerade genügend Bargeld hat. Mit der nun geschlossenen Kooperation soll das "bereits jetzt das grösste Netzwerk für Bargeldbezug in der Schweiz in den kommenden Monaten weiter ausgebaut" werden, sagte Sonect-Gründer und CEO Sandipan Chakraborty.

BIT realisiert Covid-Zertifikat

Das fälschungssichere Covid-Zertifikat für geimpfte, genesene und negativ getestete Personen wird verwaltungsintern realisiert. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) mit der Aufgabe betraut. Im April hatte das BAG erklärt, aus 52 Bewerbern, die einen Vorschlag für eine technische Lösung für das Covid-Zertifikat eingereicht hatten, 2 Angebote vertieft zu prüfen. Dasjenige des BIT und eines des Lausanner IT-Dienstleisters Sicpa in Zusammenarbeit mit der Lausanner Elca Informatik. Ausschlaggebend für die Wahl sei nun gewesen, dass die Lösung des BIT EU-kompatibel, sicher, und technisch schlank sei. Zudem werde der Quellcode offengelegt. Zur Verfügung stehen soll das Zertifikat bis Ende Juni, wie das BAG mitteilte.

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