Die IT-Woche 20

15. Mai 2020, 15:53
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Zühlke in London, ein SOC-Partner für SIX, eine neue Strategie der Post und ein Zukauf von VW sorgten diese Woche für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Corona-App-Auftrag für Zühlke erregt Aufsehen in Grossbritannien

In der vergangenen Woche hat die britische Regierung einen Auftrag für die Londoner Niederlassung von Zühlke Engineering veröffentlicht, der in der britischen Presse für Aufregung gesorgt hat. Für rund 3,9 Millionen Pfund soll Zühlke ab sofort bis zum 10. November bei der Fertigstellung, Auslieferung und dem Betrieb einer von Pivotal entwickelten App helfen. Der Vertrag umfasst, wie Marius Gartmann, Sprecher von Zühlke Schweiz, gegenüber inside-it.ch bestätigte, die Breitstellung eines Teams, um die Proximity-Tracing-App zu betreiben und zu supporten. In Zusammenarbeit mit Pivotal und der staatlichen Gesundheitsorganisation NHS soll Zühlke möglichst innert sechs Wochen die App, die Plattform sowie die zugehörigen Services zur Übergabe bereit machen.

FBI und CISA veröffentlichen die Top 10 der Software-Schwachstellen

Das FBI und die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) haben eine Liste der "Top 10 Routinely Exploited Vulnerabilities" der Jahre 2016 bis 2019 publiziert. Darin veröffentlichen die beiden US-Behörden Einzelheiten über Schwachstellen, die von Angreifern routinemässig ausgenutzt werden, und wollen so Organisationen im öffentlichen und privaten Sektor helfen, das Risiko solcher Angriffe zu reduzieren. Gemäss der Liste finden sich die am häufigsten angegriffenen Schwachstellen in Microsofts Object Linking and Embedding (OLE), einer Technologie, die es ermöglicht, in Office-Dokumenten Inhalte aus anderen Anwendungen einzubetten. Die am zweit meisten angegriffene Schwachstelle betreffe das Framework Apache Struts.

SIX gewinnt weiteren Partner für das SOC

Das IT-Security-Startup Ensec bietet neu das Security Operations Center (SOC) von SIX als Managed Service an. "Ensec verzichtet bewusst auf den Aufbau eines eigenen Security Operation Centers", heisst es dazu von der Firma. Das SIX-SOC wurde Anfang 2018 gelauncht und richtete sich zunächst an die Finanzbranche. Der Fokus auf die Finanzbranche scheint zu eng gefasst gewesen zu sein. Inside-it.ch bemerkte im letzten Sommer, dass SIX "dringend Kunden suche". So wurde der Channel auch interessanter und mit Ensec hat man einen weiteren Channel-Partner gefunden, wie ein Sprecher des Börsenbetreibers nun auf Anfrage bestätigt.

"Post soll Anziehungspunkt für IT-Spezialisten werden"

Für ihre neue Strategie nimmt die Post viel Geld in die Hand. Bis 2024 sollen rund 3 Milliarden Franken investiert werden. Davon sind 1,4 Milliarden Franken für sogenannte Wachstumsthemen vorgesehen, wie Finanz-Chef Alex Glanzmann festhielt. Zielmärkte sind etwa das Gesundheitswesen und die Behörden. Die Post will als Anbieterin von E-Health- und E-Gov-Services wachsen. Konkret nannte Verwaltungsrat Philippe Milliet E-Voting und das elektronische Patientendossier (EPD) und sagte: "Die Digitalisierung wird noch viele weitere Chancen bieten." In den nächsten Jahren sollen dafür viele IT-Spezialisten eingestellt und das Aufgabenfeld der Informatik-Abteilung ausgeweitet werden.

VW kauft Schweizer Software-Startup

PayByPhone, eine Tochtergesellschaft von Volkswagen Financial Services, hat das Schweizer Startup Mathom übernommen. Mathom steht hinter der Parking-App Sepp, mit der sich Parktickets über das Smartphone lösen lassen. Damit baut PayByPhone seine Präsenz im Schweizer Markt aus, wo das Unternehmen bislang vor allem in Genf und Lausanne vertreten ist. Die App des 2017 gegründeten Startups Mathom wird an rund 70 Standorten in der Schweiz eingesetzt. PayByPhone ist mit seiner Lösung in Nordamerika und Europa in 14 Ländern in knapp 1000 Städten vertreten.

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