Die IT-Woche:

23. November 2018, 17:10
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Ein Unterschriften-Bug, eine E-Voting-Drohung, ein Darknet-Hack sowie Blockchain-Gleisarbeiter und -Enthusiasten.

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche 47 für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.
SBB testet die Gleisarbeiter-Blockchain
Die rund 30'000 Gleisarbeiter zu managen, ist eine ziemlich komplexe und sicherheitsrelevante Aufgabe für die SBB. Der Konzern hat sich nun das Gleisarbeiter-Management ausgesucht, um ein erstes Blockchain-Pilotprojekt durchzuführen. Dafür hat man sich Hilfe des Schweizer Blockchain-Spezialisten Linum Labs geholt. Das durchgeführte "Proof of Concept" hatte das Ziel, die Identität von Arbeitern nachzuweisen und ihre Zertifizierungen zu verifizieren. Ausserdem sollte ein mobiles Interface den Arbeitern den Gebrauch erleichtern. Weitere Eckanforderungen waren eine Open-Source-basierte Lösung, Interoperabilität mit Partnern der SBB und eine datenschutzkonforme Speicherung der Daten.
"Bei Blockchain wird man nur gewinnen, wenn jeder gewinnt"
Louis de Bruin, seit mehr als zwei Jahren Blockchain Leader Europe bei IBM Global Business Services und Buchautor ("Working With Blockchain") ist wie viele andere ein wortgewaltiger Blockchain-Enthusiast. Im Gespräch mit inside-it.ch zeigt er auf, wo Permissioned Blockchains im Markt stehen und warum sie dort gelandet sind. Er erläutert die Rolle der Technologie in der IBM-Strategie. Ausserdem nennt er einige Zahlen zu Projekten und benennt Hürden und mögliche Lösungen.
SW-Probleme: Über 500'000 "Eingeschriebene" ohne Unterschrift
Zwei Monate lang haben die Handscanner der Post die Unterschriften der Paket- und Brief-Empfänger teilweise nicht gespeichert. Dies hatte zur Folge, dass bei eingeschriebenen Sendungen Signaturen fehlten. Aufgrund des Softwareproblems verwarf das Gerät zwischen dem 11. August und dem 13. Oktober 2018 die Unterschrift, wenn es Geodaten nicht abrufen konnte – ohne Fehlermeldung. Betroffen waren laut Post 74'000 Briefsendungen und 440'000 Paketsendungen. Das Problem sei nun behoben und eine zusätzliche Kontrollmassnahme eingeführt worden. Zur juristischen Dimension wollte die Post auf unsere Anfrage aber nicht ins Detail gehen.
E-Voting: Kanton Genf bedroht CCC mit Klage
Der Chaos Computer Club (CCC) hat unlängst eine Sicherheitslücke im E-Voting-System des Kantons Genf aufgedeckt. Man kann Wähler auf eine gefälschte E-Voting-Seite umleiten und so ihr Wahlverhalten ausspionieren. Zu Demonstrationszwecken hat der Hackerclub eine solche gefälschte E-Voting-Seite gebaut und ins Netz gestellt. Nun fordert der Kanton einen CCC-Aktivisten mit einer Abmahnung unter Strafandrohung auf, die Webseite sofort aus dem Netz zu entfernen und streitet die Lücke ab. Der kleine Artikel hat eine heftige Debatte unter unseren Lesern ausgelöst.
Hacker löschen im Darknet 6'500 Websites auf einen Schlag
Hacker haben rund 6'500 Websites gelöscht, die auf einem beliebten Webserver im Darknet gehostet wurden. "Daniel's Hosting" hiess der Hoster. Laut Medien hostete der Service unterschiedliche Websites, darunter Fan-Fiction, Polit-Blogs, Philosophiebücher, Pornografie, gehackte Dateien, Malware, Videos, Web-Marktplätze, Crypto-Cash-Foren und Websites, auf denen Whistleblower Dokumente hinterlassen konnten. Das heisst, die möglichen Täter könnten ebenso rivalisierende Hoster wie staatlich unterstützte Hacker sein.
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