Die IT-Woche:

7. Dezember 2018, 17:00
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Eine Flut von Neuerungen, eine Panne im Safe, ein Deal in trockenen Tüchern, eine 18-Millionen-UCC-Lösung und viele Flopchains.

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche 49 für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.
AWS wirft mit Neuerungen um sich
AWS-CEO Andy Jassy konnte auf der diesjährigen re:invent-Veranstaltung erneut mit vielen Rekorden und Superlativen aufwarten. Über 20 Neuheiten oder Erweiterungen präsentierte er in seiner Keynote, die nicht nur die klassischen IT-Infrastrukturen, wie Datenbanken und Cyber-Sicherheit betrafen, sondern natürlich auch die modernen Buzzwords, wie Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Blockchain adressierten. Autor Harald Weiss war für uns in Las Vegas und hat sich umgehört. Eine seiner Erkenntnisse: Wer als CIO auf Amazon setzt, wird wohl kaum gefeuert.
Panne: Kunden-Dokumente im "UBS Safe" vernichtet
UPS! Natürlich hat die UBS dies nicht absichtlich getan, aber Tatsache ist: Aufgrund einer technischen Panne sind gewisse Files, welche Kunden in ihren "UBS Safe" hochgeladen haben, unwiederbringlich verloren gegangen, falls diese Kunden nicht lokal noch eine Kopie haben. Die Grossbank kann sie definitiv nicht mehr wiederherstellen und hat betroffene Kunden telefonisch darüber informiert. Die Bank preist UBS Safe als hochsicheren Online-Speicher beziehungsweise "digitales Schliessfach" für wichtige persönliche Dokumente an, zum Beispiel Steuerdaten, Zeugnisse, Ausweisekopien, Passwörter und vieles mehr. Der Grund für den Datenverlust war laut UBS eine "Verkettung von Problemen bei einem Back-up-Vorgang." Genaueres gibt die Bank aus Sicherheitsgründen nicht bekannt.
Worldline-Twint-Deal ist in trockenen Tüchern
Es ist schon seit geraumer Zeit bekannt, dass Twint mit dem französischen Payment-Spezialisten Worldline einen neuen Grossaktionär zusätzlich zu SIX und Postfinance erhält. Jetzt hat Six den Abschluss der Transaktion bekannt gegeben: Demnach ist Worldline mit 20 Prozent an Twint beteiligt. Die insgesamt sechs grössten Schweizer Banken sowie die SIX Group bleiben wie bisher Twint-Aktionäre.
Blockchain ein Flop in der konkreten Umsetzung?
Fachleute aus dem Umfeld der internationalen Entwicklungs-Zusammenarbeit haben sich 43 Projekte auf Blockchain-Basis aus ihrem Gebiet angeschaut und sie beurteilt. Ihr Befund scheint deutlich: Kein Beweis für irgendeinen Erfolg. Sie schreiben, man habe bei der Untersuchung zwar eine Vielzahl an Pressemitteilungen, Whitepapers und überzeugend geschriebene Artikel gefunden, aber keinerlei Dokumentation oder Beweis, dass das Versprochene erreicht worden sei. Auch sei keine Niederschrift von "Lessons learned" oder Erfahrungen aufzufinden gewesen. Dies machte die Fachleute stutzig, so dass sie bei den Blockchain-Firmen nachfragten. Doch auch dies blieb offenbar ohne Resultat: Keine einzige Firma sei bereit gewesen, Daten über konkrete Ergebnisse der Projekte herauszugeben. Dies wirft auch Fragen für den kommerziellen Einsatz der Technologie auf.
Die Luzerner Kantonsverwaltung kriegt UCC
Die Luzerner Kantonsverwaltung und die Gerichte sollen sich von den traditionellen Telefonen verabschieden. Der Regierungsrat beantragt einen Sonderkredit von 18 Millionen Franken für eine integrierte Kommunikations- und Kollaborationslösung. Diese soll Einsparungen bringen. Heute kommunizieren die Kantonsangestellten über E-Mail, Intranet und traditionelle Telefonie. Mit den integrierten Kommunikations- und Kollaborationslösungen stünden geeignete Werkzeuge zur Abdeckung der neuen digitalen Bedürfnisse zur Verfügung. Den Zuschlag für Lieferung und Betrieb der Unified-Communications-Lösung hat Sunrise schon vor rund zwei Monaten erhalten. Das System soll ab Mitte 2020 in den Rechenzentren des Kantons Luzern betrieben werden.
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