Die IT-Woche:

5. Juli 2019, 15:00
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Offix, Basel und die SBB kämpfen mit Problemen, Gemeinde-Software steht auf dem Prüfstand und Bruce Schneier verlässt seinen Arbeitgeber.

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche 27 für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.
Offix von massivem Hacker-Angriff getroffen
Das Ransomware-Trio Emotet, Trickbot und Ryuk hat die IT-Systeme der Offix-Gruppe lahmgelegt. Eingedrungen ist die Malware Emotet getarnt als Word-Macro am 15. Mai und hat die weiteren Schadprogramme nachgeladen. In der Nacht auf Freitag, den 17. Mai hätten die IT-Security-Systeme zwar Alarm geschlagen, aber es sei bereits zu spät gewesen da das Citrix-System für einen Fernzugriff auf die Systeme bereits lahmgelegt gewesen sei, erklärt CEO Martin Kelterborn. Nachdem im Laufe des Freitags das Ausmass des Angriffs ersichtlich geworden sei und laufend weitere Systeme nicht mehr funktionierten, habe man alle Systeme um 16.00 Uhr heruntergefahren. Im Gespräch schildert der Offix-Chef den Ablauf des Angriffs, das Krisenmanagement und die Learnings.
Security-Experte Bruce Schneier kehrt IBM den Rücken
Bruce Schneier hat angekündigt, von seiner Position als "Special Advisor" für den Security-Bereich von IBM zurückzutreten. Er wolle sich darauf konzentrieren, die nächste Generation Security-Experten auszubilden, schreibt er in einem Blogeintrag. Ausserdem wolle er sich seiner Arbeit mit gemeinnützigen Projekten wie der Tor Foundation und der Electronic Frontier Foundation (EFF) widmen, wo er je Vorstandsmitglied ist. "Und ich werde mich zunehmend für Technologie von öffentlichem Interesse einsetzen", erklärte der ehemals langjährige Chief Security Technology Officer von BT.
Basel-Stadt kämpft mit Software-Problemen
Das Einwohneramt Basel-Stadt schreibt auf seiner Website an die Bevölkerung von Verzögerungen wegen eines neuen Software-Systems. Auf Nachfrage bestätigt man seitens des Amtes, dass es sich um ein grösseres Problem handelt: Betroffen sind die Neuentwicklung einer workflowgesteuerten und durchgängigen elektronischen Geschäftsfallverwaltung sowie die Standardeinwohnerlösung Loganto. Arbeiten sollten mit den Lösungen die Einwohnerämter der drei Gemeinden Basel, Riehen und Bettingen sowie das Migrationsamt, das Amt für Wirtschaft und Arbeit und die Staatskanzlei. Lieferant der Lösung ist Abraxas. Gemeinsam mit dieser habe man eine Bestandesaufnahme durchgeführt und einen Plan für das Einspielen mehrerer Patches erstellt, von denen die ersten bereits eingespielt wurden, heisst es vom Amt. Es gibt aber noch verschiedene Baustellen.
Ursachen der Störung beim SBB-Ticketverkauf noch unklar
Am Freitag 28. Juni trafen IT-Probleme die SBB. Zwischen 5.40 und 8.15 Uhr morgens fiel schweizweit teilweise das Kundeninformationssystem, die Online-Fahrplanabfrage sowie die IT an den Verkaufsstellen aus. Es war auch nicht möglich, Tickets über die SBB-App oder an den Automaten in den Bahnhöfen zu beziehen. Das Zugpersonal verkaufte während dieser Zeit Billette ohne Zuschlag direkt in den Wagen. Als Ursache stehe eine Störung im Netzwerkverbund im Vordergrund, teilt die SBB-Medienstelle auf Anfrage von inside-it.ch mit. Mehrere Systeme hätten mit Problemen zu kämpfen gehabt. Die Abklärungen zu den genauen Ursachen seien zusammen mit dem Hersteller am Laufen.
Zürcher Gemeinde-Software auf dem Prüfstand
Das Beratungshaus Publics hat einmal mehr die Qualität von Software und Dienstleistungen für die Gemeinden im Kanton Zürich untersucht. Einigermassen ernüchternd stellt Publics zunächst einmal fest, dass die "Zufriedenheit mit den Hauptapplikationen noch nie sehr hoch" war und erklärt: "In einem so engen Markt mit so wenigen Anbietern ist die Konkurrenz offenbar nicht gross genug, um Spitzenleistungen hervorzubringen". Nest/Abacus sei "jetzt allein an der Spitze, trotz Verlusten gegenüber 2016": Die "andern waren einfach noch schwächer", interpretiert die Studie die Ergebnisse. So kommen auf der Schulnotenskala nur Nest/Abacus und Dialog mit den Noten 4,6 und 4,5 auf noch halbwegs gute Resultate. Abraxas/VRSG hingegen sei von der Note Sehr Gut (5,3) auf vier regelrecht eingebrochen. Es liege jetzt mit den Axians-Ruf-Produkten gleichauf, die "schon 2016 das Schlusslicht bildeten".
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