Die IT-Woche:

27. September 2019, 15:30
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Ein riesiger Abschreiber, steigende Löhne in den Städten, eine neue Stelle für einen Ex-Chef, ein brandneues KIS-System und Softwareprobleme.

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche 39 für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.
BLS muss Riesenabschreiber mit deutscher Standard-Software machen
Ein Spezialist sollte eine Ressourcenplanung beim Berner Bahnunternehmens BLS einführen. Nun heisst es Projektabbruch. Mit bis zu 23 Millionen Franken wird das diesjährige Jahresergebnis deswegen belastet. Bei der BLS wird der Projektabbruch damit begründet, dass sich die Software während der Testphase in den vergangenen Monaten gegenüber dem heutigen System als zu langsam erwies. Weiter heisst es, die "Kosten für zusätzliche Anpassungen des Systems wären zudem zu hoch, um eine Weiterführung des Projekts zu rechtfertigen". Wir haben bei BLS und dem Anbieter recherchiert und stiessen auf Verblüffendes.
Früherer BIT-Chef Giovanni Conti hat eine neue Stelle
Giovanni Conti wird neu Direktor der Direktion "Technologie und Innovation" (DTI) der Insel Spital-Gruppe. Er wird aber nur ad interim die Funktion einnehmen, bis ein definitiver Nachfolger des im August überraschend abgetretenen Fried-Michael Dahlweid gefunden ist. Wie lange er bleiben wird, wird nicht bekanntgegeben. "Conti wird an den Sitzungen der Direktion der Insel Gruppe teilnehmen und die Anliegen der DTI vertreten", so das Unternehmen. Der ehemalige BIT-Chef hatte das Bundesamt wegen Differenzen mit Bundesrat Ueli Maurer im Juni verlassen.
Concordia kämpft mit einem Softwareproblem
Der Krankenversicherer Concordia hat Mitte September fälschlicherweise Zahlungserinnerungen an Tausende von Kunden versandt. "Das Problem ist in unserem Kernsystem (Syrius) aufgetaucht", schreibt Astrid Brändlin, Leiterin Unternehmenskommunikation bei Concordia, auf unsere Anfrage. Es sei das erste Mal seit der Einführung des neuen Kernsystems 2013, dass ein solches Problem aufgetaucht sei. Noch sei die genaue Ursache des Problems nicht bekannt. Beim Concordia-IT-Partner Adcubum seien umfangreiche Recherchen zur Ursache und definitiven Problembehebung im Gange.
IT-Spezialisten in Städten verdienen immer besser
Die 2019-Ausgabe der Salärstudie von SwissICT ist erschienen. Es zeigt sich, dass in der ICT-Branche die Löhne im Vergleich zu anderen Branchen konstant höher sind. Ein gutes Wachstum der Saläre ist insbesondere für IT-Spezialisten in Ballungszentren zu verzeichnen. "Die konstant hohen Löhne, gerade auch für Einsteiger, zeigen, dass Informatik-Fachkräfte weiterhin sehr gefragt sind und Unternehmen teils viel Geld in die Hand nehmen müssen, um Spezialisten zu finden", sagt Christian Hunziker, Geschäftsführer von SwissICT.
Neuartiges KIS vom Luzerner Kantonsspital gelauncht
Ohne betriebsrelevante Zwischenfälle und planmässig ist am Samstag um drei Uhr früh das neue Klinik-Informationssystem (KIS) des Luzerner Kantonspitals (LUKS) in Betrieb gegangen. Das LUKiS genannte System erlebe nun die Hauptprobe, indem unter anderen auch die Ambulatorien nun LUKiS nutzen, so die Pressestelle auf Anfrage. Zur Einführung seien derzeit mehrere Teams aus den USA vor Ort und man sei froh, in den vergangenen Monaten alle Mitarbeitenden geschult zu haben. Zudem stünden nun in der Einführungsphase 800 speziell ausgebildete Superuser ihren Teams unterstützend zur Seite. Das mit rund 66 Millionen Franken ungewöhnlich teure Projekt hatte anfangs hohe Wellen geschlagen.

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