Die IT-Woche 24

12. Juni 2020, 15:30
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Mehr arbeitslose Informatiker, die Probleme der Apobank und der Swisscovid-Pentest sorgten in dieser Woche für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

2700 Informatiker sind auf dem Arbeitsamt

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat die Arbeitslosenzahlen für Mai 2020 veröffentlicht. Im April war die Arbeitslosenquote von 2,9% auf 3,3% gestiegen. Nun liegt sie bei 3,4%. Im Vergleich zum Mai 2019 ist die Zahl der Arbeitslosen nun um fast 54% höher als damals. Im Wirtschaftszweig "Information und Kommunikation" waren im Mai 5081 Personen bei den RAV gemeldet. Davon stammen 2707 aus der Informatik. Die Arbeitslosenquote in der Informatik beträgt 3,5%. Das entspricht einer Zunahme von 4,5% im Vergleich zum März, im Jahresvergleich gar 35%. 

Weiterhin Probleme bei Apobank

Sie war seit 2017 geplant und wurde über das Pfingstwochenende mit einem "Big Bang" vollzogen – die Migration des Kernbankensystems der deutschen Apotheker- und Ärztebank Apobank auf Avaloq. Rasch tauchten in der ersten Juni-Woche unterschiedliche Probleme auf. Die Bank nahm dazu uns gegenüber Stellung. Sie habe "die komplette IT-Infrastruktur ausgetauscht und mehr als 200 Spezialanwendungen auf neue Anbieter übertragen". Das bedeutet, dass nicht Avaloq allein beim "Big Bang" involviert war, sondern auch Orbium und insbesondere DXC. Die Kunden der Bank berichten derweil weiterhin von Störungen und Problemen.

Das sagen die Pentester zur Swisscovid-App

Mit Bluetooth verbundene Security-Probleme und eine sehr freie Interpretation von Open Source kritisiert ein Kryptologie-Professor der EPFL uns gegenüber. Serge Vaudenay gibt zu bedenken, dass Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen oder diese identifiziert werden könnten. Mit ein paar billigen Sensoren in einem Gebäude liesse sich weiter auch die Bewegung von Geräten verfolgen. Daneben kritisierte er den Umgang mit dem Open-Source-Ansatz. "Open Source" bedeute so viel mehr, als nur den Quellcode weiterzugeben: "SwissCovid ist unter der Kontrolle von Apple-Google."

Die Features der neuen QR-Rechnung

Ab Ende Juni gibt's die neue Rechnung mit QR-Code. Die Banken seien bereit, die KMU "auf gutem Weg", heisst es von SIX. Die Schweizer Banken ihre Mobile-Banking-Apps und E-Banking-Portale pünktlich zum 30. Juni 2020 für die Bezahlung der neuen QR-Rechnung anpassen. Auch die KMU würden vorankommen, heisst es bei SIX: Man monitore die Fortschritte regelmässig und sehe, dass sie auf gutem Wege seien. Ende 2019 hatte der Bund noch gemahnt, dass vielerorts die Buchhaltungssoftware noch nicht bereit sei.

Tritt das Ransomware-Opfer, wenn es schon am Boden liegt

Der Security-Experte Michael Gillespie hat eine Ransomware beschrieben, die neu in Umlauf gesetzt wurde. Das besonders fiese an dieser Malware: Sie nimmt gezielt User aufs Korn, deren Files bereits von einer anderen Ransomware verschlüsselt wurden. Die neue Ransomware Zorab tarnt sich als hilfreiches Entschlüsselungstool für Files, die von Stop Djvu verschlüsselt wurden. Wenn jemand versucht, das Entschlüsselungstool zu verwenden, werden seine Files aber ein zweites Mal verschlüsselt und das Opfer erhält eine weitere Erpressungsnotiz.

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