Die IT-Woche 27

9. Juli 2021, 15:15
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Der Comparis-Hack, die Swisstopo-App, die Beförderung des Post-CIOs und der Black Screen of Death sorgten für Gesprächsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Kriminelle hacken Comparis.ch und fordern 400'000 Dollar

"Unsere Server sind überlastet", heiss es auf der Website von Comparis lediglich, wenn man am Donnerstag versuchte, einen der Vergleichsdienste aufzurufen. Dies war allerdings nicht ganz korrekt: Das Schweizer Unternehmen war Opfer eines Ransomware-Angriffs geworden. Für die verschlüsselten Daten und Systeme sei auch eine Geldforderung eingegangen, wie Mediensprecher Michael Kuhn auf Anfrage bestätigte: 400'000 Dollar in Kryptowährungen forderten die Kriminellen. Am Donnerstagabend wurde die Website dann wieder in Betrieb genommen werden. Dies gelang dank dem Einsatz des Teams und externen Security-Spezialisten. Mittlerweile liefen 90% der Systeme, einige vor allem interne Bereiche seien noch nicht vollumfänglich einsatzbereit, erklärte Kuhn. Und er betonte: Man habe kein Lösegeld bezahlt.

Österreich nutzt Code des Schweizer Covid-Zertifikats

Ende Juni hat die EU ihren "Grünen Pass" lanciert. Das Covid-Zertifikat ist in allen 27 EU-Ländern sowie in der Schweiz, Island, Norwegen und Liechtenstein anerkannt. Das österreichische Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz stellt dazu in Zusammenarbeit mit dem Bundesrechenzentrum allen Bürgerinnen und Bürgern Österreichs den "Grünen Pass" als digitale Anwendung kostenlos zur Verfügung. Die technische Umsetzung erfolgte auf Basis der Open-Source-App des Schweizer Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT). "Wir freuen uns, dass Österreich bei der Realisierung der Apps zum Grünen Pass den quelloffenen Code des Schweizer Covid-Zertifikats genutzt hat. Merci für die seit langem gute Zusammenarbeit", schrieb das BIT auf Twitter.

Die Swisstopo-App ist nun auch für Velofahrer nützlich

Das Bundesamt für Landestopografie hat seiner vor knapp einem Jahr lancierten Swisstopo-App für Smartphones ein Update spendiert. Bisher war diese vor allem für Wanderer nützlich, die neuen Funktionen richten sich nun an Velofahrer. Die App wurde um einen Tourenplaner für Velo- und auch Mountainbike-Touren erweitert, wie Swisstopo mitteilt. Im Modus Velo werden beim Zeichnen einer Route Strecken mit Hartbelag bevorzugt, während im Modus Mountainbike alle Belagsarten vorgeschlagen werden. Die angezeigte voraussichtliche Dauer einer Tour basiert auf der Fahrzeitberechnung von Veloland Schweiz kann aber modifiziert werden, indem man die eigene durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit eingibt. Schliesslich ist es ein grosser Unterschied, ob man ein Gelegenheitsradler ist oder ein passionierter Amateur oder ob man ein E-Bike benützt.

Die Post holt den CIO in die Konzernleitung

Wolfgang Eger leitet seit 2019 als CIO den Bereich Informatik/Technologie bei der Post. Auf Anfang 2022 wird er nun Mitglied der Konzernleitung. Die Digitalisierung werde zunehmend zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. Man baue deshalb das digitale Angebot kontinuierlich aus, heisst es in einer Mitteilung der Post. Mit der Berufung von Eger in die Konzernleitung trage man dieser Entwicklung auch organisatorisch Rechnung. Vergangenes Jahr erklärte die Post, dass man im Rahmen der neuen Strategie ein besonderes Augenmerk auf die digitalen Angebote legen werde. 400 Millionen Franken will das Unternehmen in die sogenannten Kommunikations-Services stecken.

Nie mehr ein "Blue Screen of Death"!

Microsofts blaue Warnanzeige, wenn der PC gecrasht ist, der gefürchtete "Blue Screen of Death", hat uns durch viele Jahre PC-Geschichte und manch ein ärgerliches Ereignis begleitet. Manchmal wurde er nur durch ein kleines vorübergehendes Problem verursacht, manchmal war er ein Vorzeichen für den Tod eines PCs. Oft, vor allem Anfangs, verriet er uns nicht viel über die Ursache, welche den Windows-Crash verursacht hatte. Mit der Zeit ergänzte Microsoft die Warnung mit präziseren Informationen, aber eines blieb immer gleich: Der Warnscreen war nicht etwa rot, sondern er erschien mit einem besänftigend blauen Hintergrund. Nun scheinen sich die UI-Designer bei Microsoft umentschieden zu haben. In Windows 11 wird einem nun vor einem tiefschwarzen Hintergrund erklärt, dass der PC ein mehr oder minder böses Problem hat. Der "Blue Screen of Death" ist also tot, es lebe der "Black Screen of Death"! Immerhin muss deshalb niemand die oft verwendete Abkürzung BSOD ändern.

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