Die IT-Woche 29

23. Juli 2021, 15:18
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Die Impftermin-Tools, ein Fintech mit Ambitionen, eine grosse Public-Cloud-Beschaffung und Lücken im Covid-Zertifikat sorgten für Gesprächsstoff in der IT-Welt.

So viel bezahlt das BAG für die Terminverwaltungs-Tools der Impf­kampagne

Die IT-Leistungen für die Terminverwaltung der Schweizer Impfkampagne kosten das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bis Ende 2021 rund 6,5 Millionen Franken. Dies geht aus einem freihändigen Zuschlag hervor, der auf der Plattform Simap publiziert worden ist. Vom Geld fliessen 2,7 Millionen an Onedoc aus Genf, das die Termine für die Impforganisationen verwaltet. Rund 3,8 Millionen Franken erhält der Technologiepartner Soignez-moi. Die Firma aus dem bernischen Neuenegg betreibt die Web-Plattform für die Registrierung der Impfwilligen. 15 Kantone setzten Soignez-moi ein, 19 Kantone Onedoc, hiess es vom BAG auf Anfrage. Zudem nutze die Armee Onedoc, das Fürstentum Liechtenstein beide Lösungen.

Fintech Revolut dringt in neue Gefilde vor

Der Anbieter einer Digital-Banking-App Revolut führt einen neuen Service namens Stays ein. Dieser ermöglicht es Nutzern, Reiseunterkünfte zu buchen. Mit dem neuen Produkt bringt das Fintech erstmals einen Service ausserhalb des Finanz- und Versicherungsbereichs auf den Markt. Das Unternehmen kündigte ausserdem an, längerfristig weitere reisebezogene Produkte wie Flüge oder Mietwagen hinzufügen zu wollen. Das neue Feature könnte ein Versuch von Revolut sein, in den "Super-App"-Markt zu expandieren. Super-Apps kennt man insbesondere aus Asien. Bekannte Beispiele sind Wechat oder Alipay, die umfassende Funktionen bieten – von Messaging und Gaming über Payment hin zu Reservations- und Buchungs-Features.

Die grosse Public-Cloud-Beschaffung des Bundes verzögert sich

Bei der Beschaffung von Public-Cloud-Services für die Bundesverwaltung kommt es zu Verzögerungen. Wie die Bundeskanzlei mitteilt, sei zum Verfahren eine Beschwerde eingegangen. Am 24. Juni 2021 waren Zuschläge an die US-Anbieter AWS, IBM, Microsoft und Oracle sowie den chinesischen Hyperscaler Alibaba bekanntgegeben worden. Die Beschwerde stammt von Google, bestätigte das Unternehmen. Man sei überzeugt, dass die Anforderungen der Vergabestelle erfüllten waren und Google für die Cloud-Computing-Projekte des Bundes bestens geeignet wäre. Aufgrund der Beschwerde kann das Beschaffungsverfahren vorerst nicht abgeschlossen werden. Zurzeit werde die Beschwerde bearbeitet, damit das Bundesverwaltungsgericht darüber entscheiden könne. Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, könne man keine weiteren Auskünfte geben, sagte Sprecher Florian Imbach auf Anfrage.

Pentester finden 136 Schwachstellen im System für Covid-Zertifikat

Sicherheitstests am Covid-Zertifikat haben bislang 136 Schwachstellen aufgedeckt. Angesichts der umfangreichen Menge an Code und Infrastrukturen sei das als "normal" einzustufen, teilt das Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) mit, unter dessen Ägide der Test durchgeführt wurde. Das NCSC veröffentlichte die Befunde in einem 16-seitigen Bericht, den man von der Website des Zentrums herunterladen kann. Mehrere kritische Mängel würden noch analysiert und aus Sicherheitsgründen vorerst nicht veröffentlicht, hiess es. Weitere Befunde sollen regelmässig dokumentiert werden. Teilweise wurden die gemeldeten Probleme bereits behoben. Teils besteht laut NCSC kein Handlungsbedarf, da die Entwicklung nach expliziten nationalen oder europäischen Vorgaben durchgeführt wurde, oder es sich vereinzelt um Fehleinschätzungen der Meldenden handelte.

Kanton Zürich holt externe Security-Experten

Mit einer Ausschreibung hat das Zürcher Amt für Informatik (AFI) Unternehmen gesucht, die den Kanton im Bereich der IT-Sicherheit unterstützen sollen. 26 Angebote sind dafür eingegangen. Nun hat das Amt Verträge an 5 Unternehmen vergeben und auf Simap publiziert. Zum Zug kommen Redguard, Detecon, Adnovum, Zühlke Engineering und T-Systems Schweiz. Die Unternehmen erhalten Rahmenverträge für zwei Jahre mit der Option, dass der Auftrag zweimal um ein Jahr verlängert wird. Das Beschaffungsvolumen beläuft sich auf rund 7,2 Millionen Franken. Diese Summe entspreche dem höchsten Angebotspreis unter den Zuschlagsempfängern und definiere damit das Bezugsvolumen aus dem gesamten Pool, heisst es in der entsprechenden Publikation auf Simap.

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