Die IT-Woche 32

7. August 2020 um 15:00
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Die KIS-Ausschreibung in St. Gallen, die Rückkehr ins Büro und ein RZ-Unfall sorgten vergangene Woche für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Das Kantonsspital St. Gallen legt die KIS-Ausschreibung vor

Die 4 Spitalverbunde im Kanton St.Gallen und die Geriatrische Klinik St.Gallen wollen ein neues KIS (Klinikinformationssystem) beschaffen. 5 Monate nach Ankündigung des Projektes ist jetzt die Ausschreibung erfolgt. Man suche einen Partner unter anderem für Beratungs- und Informatikdienstleistungen plus der benötigten Applikationen sowie Unterstützung bei Planung, Migration, Inbetriebnahme, Pflege der Software und Support. Neben diesen Vorgaben fällt vor allem auf, dass die neue Lösung "die Basis zur Erreichung der HIMSS-EMRAM-Level-6-Zertifizierung schaffen" soll. In Luzern wie zuletzt bei der Insel Gruppe in Bern waren es nicht zuletzt solche hohen Ansprüche, die trotz Gerichtsprozessen am Ende den amerikanische Anbieter Epic die Aufträge gewinnen liessen.

Rückkehr ins Büro ist ausgemachte Sache

Der Trend zum Homeoffice hat durch die Corona-Krise einen deutlichen Aufschwung erfahren. Was heisst das für IT-Mitarbeitende nun? Wir haben nachgefragt. Unternehmen wie Raiffeisen Schweiz oder die Basler Versicherung gaben an, die Rückkehr der Mitarbeitenden in die Büros laufe bereits oder erfolge schrittweise. Bei anderen Firmen steht der Entscheid noch aus. Fazit der Umfrage: Prädestinierte Homeoffice-Funktionen wird es weiterhin und verstärkt geben, aber auf den direkten Kontakt unter den Mitarbeitenden will kein Unternehmen verzichten. In einer weiteren Umfrage haben wir 5 renommierte IT-Firmen gefragt, wen sie wann und wie ins Büro zurückholen. Die Konzepte sind unterschiedlich.

Hat Garmin Ransomware-Lösegeld bezahlt?

Der Wearable- und Fitness-Tracker-Hersteller Garmin wurde am 23. Juli Opfer einer Ransomware-Attacke, die seine IT-Systeme und Cloud-Services lahmlegte. Nun berichtete 'Sky News', aufgrund der Aussagen von anonymen Insiderquellen, dass Garmin seinen Erpressern via ein Drittunternehmen mehrere Millionen Dollar bezahlt habe, um den Schlüssel zur Entschlüsselung seiner Systeme zu erhalten. Die Zahlung sei über das Security-Unternehmen Arete Incident Response erfolgt. Hinter der Attacke wird die russischen Ransomware-Bande EvilCorp vermutet. Eine Zahlung an diese wäre besonders heikel: Das US-Finanzministerium hat im letzten Dezember ein Embargo gegenüber EvilCorp verhängt.

Software-Lieferketten werden immer unsicherer

Der US-Think-Tank Atlantic Council, der auf Internationale Beziehungen spezialisiert ist, hat einen Report "Breaking Trust: Shades of Crisis Across an Insecure Software Supply Chain" veröffentlicht. Darin will der Council aufzeigen, dass die Unsicherheit der Software-Lieferkette eine "Hauptquelle" für nationale Sicherheitsrisiken sowohl für öffentliche als auch für private Organisationen sei. Der Report macht dabei die folgenden Haupttrends aus: Grosse Wirkung von staatlichen Akteuren; Einführung von Software-Updates; Infizierung von Open-Source-Code; Missbrauch des Vertrauens in Code Signing; Angriffe aus App Stores. Weiter gibt der Atlantic Council auch Empfehlungen an die Tech-Industrie und politische Entscheidungsträger ab, wie die Sicherheit der Lieferkette erhöht werden kann.

Schwerer Chemieunfall in Schweizer Rechenzenter

Zum Unfall in Gland (VD) kam es, als zwei Mitarbeiter Chlor und Schwefelsäure im Keller eines Gebäudes mischten, in dem Server untergebracht sind. Dabei sei es zu einer chemischen Reaktion gekommen, erklärte ein Sprecher der Kantonspolizei. Durch den Austritt eines Gasgemisches sei ein Arbeiter im Gesicht verletzt worden, sei aber ausser Lebensgefahr. Das Gebäude habe nicht evakuiert werden müssen. Abgesehen von den beiden Arbeitern bestand laut Polizei für niemanden eine Gefahr. Die Feuerwehrleute hätten aber in Schutzkleidung vorgehen müssen, um die Situation zu entschärfen und die Räumlichkeiten zu lüften.

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