Die IT-Woche 32

13. August 2021, 15:03
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Ein IT-Chef in Untersuchungshaft, eine Schwachstelle bei Heimroutern und eine Beschwerde gegen Justitia.Swiss sorgten für Gesprächsstoff in der IT-Welt.

Der ehemalige IT-Chef des Triemli-Spitals sitzt in Untersuchungshaft

Dem Kader-Mitarbeiter wird vorgeworfen, über Jahre Gelder entwendet zu haben, indem er Hardware auf Kosten des Triemli beschaffte und diese privat verkaufte. Es gehe um eine Millionensumme. Aufgeflogen sind die Machenschaften im Herbst 2019 offenbar durch einen Zufall. Damals sei der Angeklagte in den Ferien gewesen und es sei zu IT-Problemen gekommen. Bei der Lösungssuche seien dann Hinweise auf den Betrug aufgetaucht. Derzeit läuft das Verfahren gegen den Mann in U-Haft, eine Schuld wurde ihm also nicht nachgewiesen.

Digitale Gesellschaft reicht Beschwerde gegen Justitia.Swiss ein

Die Digitale Gesellschaft erhebt happige Vorwürfe wegen der Beschaffung der Plattform Justitia.Swiss, mit der die Digitalisierung der Schweizer Justiz vorangetrieben werden soll. Nicht nur drohe ein weiteres IT-Debakel, teilt die gemeinnützige Organisation mit, auch werde der demokratische und rechtsstaatliche Prozess auf den Kopf gestellt. Denn noch gebe es keine gesetzliche Grundlage für die Plattform. Die Digitale Gesellschaft hat nun zusammen mit einem IT-Anbieter eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Dadurch erhoffen sie sich eine aufschiebende Wirkung, die Sistierung des Verfahrens, bis die Grundlagen geklärt sind.

Hacker greifen Schwachstelle an, die Millionen von Routern betrifft

Nicht identifizierte Bedrohungsakteure nutzen aktiv eine kritische Lücke aus, um Heimrouter zu kapern. Es handelt sich um eine Critical-Path-Traversal -Schwachstelle in den Webinterfaces von Routern mit Arcadyan-Firmware. Zu den anfälligen Geräten gehören Dutzende von Routermodellen verschiedener Anbieter und ISPs, darunter Asus, British Telecom, Deutsche Telekom, Orange, O2 (Telefonica), Verizon, Vodafone, Telstra und Telus. Entwarnung gaben Swisscom und Sunrise UPC für Schweizer Kunden: Die Router der Telcos würden keine betroffene Arcadyan-Firmware verwenden.

Luzerner Steuersoftware: Weko verlangt Auskunft

Seit dem Start der neuen Steuersoftware im Kanton Luzern Anfang 2021 reisst die Kritik nicht ab. Die Vergabe hat jetzt auch die Wettbewerbskommission (Weko) auf den Plan gerufen. Sie klärt ab, ob der Kanton Luzern die neue Software korrekt beschafft hat. Die Weko habe dem Kanton ein Auskunftsbegehren gestellt. Auf die umstrittene Auftragsvergabe aufmerksam geworden sei sie "aufgrund von Medienberichten und einer Meldung aus dem Markt". Eine direkte Sanktion durch die Weko hat der Kanton Luzern nicht zu befürchten. Die Kommission könne aber Empfehlungen aussprechen oder auch Beschwerde erheben mit dem Begehren auf gerichtliche Feststellung, dass ein binnenmarktrechtswidriger Entscheid vorliege.

Notruf Aargau: Neue Software hat schon Leben gerettet

In einem Beitrag im Blog des Kantonsspitals Aargau erklären Mitarbeitende der Sanitätsnotrufzentrale klipp und klar: "Durch den Einsatz der neuen innovativen Notruf-Software EmergencyEye konnten im Aargau schon Menschenleben gerettet werden." Die Software wird seit Mitte 2020 von den Disponentinnen und Disponenten der Notrufzentrale Aargau benützt, welche Einsätze der Sanität, der Polizei und der Feuerwehr auslösen können. EmergencyEye ermögliche es der Zentrale, Notfallsituation besser einzuschätzen, gezieltere Hilfestellungen zu geben und den Einsatzort genauer zu ermitteln.

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