Die IT-Woche 35

28. August 2020, 15:30
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Eine Massenentlassung, ein gescheitertes IT-Projekt und das Bundesamt für Informatik sorgten diese Woche für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Helvetia setzt mit IT-Projekt 40 Millionen in den Sand

Ein Millionenabschreiber auf ein IT-Projekt lässt den Versicherer Helvetia im ersten Halbjahr in die roten Zahlen rutschen. Nach einer Überprüfung des Projektportfolios im Rahmen der Digitalisierungsvorhaben wurde entschieden, ein mehrjähriges Entwicklungsprogramm zur umfassenden Erneuerung der Nichtleben-Backend-Systeme zu beenden. Dies führte zu einer einmaligen Abschreibung von rund 40 Millionen Franken. Die bestehende Backend-Lösung, etwa für das Vertrags- und Schadensmanagement, bleibe nun weiter im Einsatz, ergänzte das Unternehmen auf Anfrage.

DXC Schweiz entlässt über 100 Angestellte

DXC entlässt in der Schweiz 116 seiner 603 Angestellten. Dies hat inside-it.ch von mehreren mit den Vorgängen vertrauten Quellen erfahren. Betroffen seien hauptsächlich ältere Angestellte, ausserdem seien Frühpensionierungen in die Wege geleitet worden. Giorgio Pardini, Leiter Sektor ICT bei der Gewerkschaft Syndicom, bestätigt die Massenentlassung. "Wir stehen mit der Personalvertretung im Austausch und sind über die Vorgänge schockiert", sagt er. Es handle sich um eine "reine Kostensenkung auf Kosten der älteren Angestellten für die Verbesserung des Aktienkurses", fügt er an. Der IT-Dienstleister will offenbar global Kosten einsparen, so sollen laut informierten Kreisen weltweit rund 4500 Positionen dem Rotstift zum Opfer fallen.

Swisstopo publiziert aktuelle 3D-Fotos der ganzen Schweiz

Google Maps hin oder her, das Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) bewegt sich nach wie vor in anderen Sphären, wenn es um Schweizer Kartenmaterial und Luftaufnahmen geht. Das neue Argument ist, dass nun "aussergewöhnlich scharfe Bilder" für die komplette Schweiz verfügbar sind. Die Erfassung hatte bereits 2017 mit einer neuartigen Kamera begonnen, welche sehr präzise und detaillierte Luftbilder schiesst. Die Technologie stammt aus der Raumfahrt und ermöglicht 3D-Bilder mit einer Bodenauflösung von 10 cm im Flachland und 25 cm in den Bergregionen.

Das BIT baut sich um

Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) wird unter dem neuen Chef, Dirk Lindemann, umgebaut, beziehungsweise transformiert. Ab dem 1. September gilt eine neue Struktur. "Es fallen keine Bereiche weg, da es sich um eine Transformation und um keine Reorganisation handelt. Mit diesem ersten Schritt, der Anpassung auf Stufe GL, wird die Grundlage für eine agile Struktur geschaffen", erklärt uns das Amt auf Anfrage. Die neuen Bereiche heissen Business Solutions, Platform Services, Management Services, Domestic Services sowie Strategy & Innovation. Das BIT will sich künftig verstärkt auf die Unterstützung der Digitalisierung der Kunden, auf Innovation sowie die eigene Digitalisierung fokussieren.

Die Digitalchefin der Credit Suisse Schweiz steigt weiter auf

Auf Anfang Oktober schafft die Credit Suisse in der Schweiz die neue Einheit "Digital Banking". Sie wird aus den beiden Geschäftseinheiten "Direct Banking" und "Digitalization & Products" gebildet und soll bereits auf Ende Oktober ein neues digitales Angebot lancieren. Dieses soll die Flexibilität und Kostenvorteile einer digitalen Bank mit dem Leistungsangebot der Credit Suisse als etabliertem Institut kombinieren. Geleitet wird die neue Einheit von Digitalchefin Anke Bridge Haux, die damit in der Credit Suisse weiter aufsteigt.

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