Die IT-Woche 36

4. September 2020, 15:15
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Ein Angriff auf SwissSign, eine neue Post-Chefin und eine Störung des Internets sorgten in dieser Woche für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

SwissSign Group steht unter DDoS-Angriff

Am 31. August begann ein DDoS-Angriff auf die SwissSign Group. Durch die Attacke seien die Produkte und Dienstleistungen beeinträchtigt und nur eingeschränkt verfügbar, teilte das Unternehmen am 1. September mit. Dies wirkte sich auch auf die Postfinance aus. Beeinträchtigt waren die Zugriffe auf die Website postfinance.ch, auf E-Finance und E-Trading sowie auf die Postfinance-App. SwissSign stehe in engem Kontakt mit den Internetanbietern, um die bestehenden Einschränkungen so schnell wie möglich zu beheben, erklärte uns ein Unternehmenssprecher. Auch wenn der Angriff anhalte, seien die Systeme seit dem 2. September mehrheitlich verfügbar. Wer hinter dem Angriff stehe, sei nicht bekannt, so SwissSign, man werde aber Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Es seien bisher keine Lösegeldforderungen eingetroffen.

Post ernennt Chefin für Kommunikations-Services

Der Verwaltungsrat der Schweizerischen Post hat Nicole Burth zur Leiterin des neuen Geschäftsbereichs Kommunikations-Services ernannt. Damit gehört sie ab Anfang 2021 auch der Konzernleitung an. Nicole Burth begann ihre Karriere im Bankenwesen und war ab 2005 bei Adecco tätig, sowohl in der Linien- als auch in der Unternehmensführung, zuletzt als CEO der Schweizer Einheit. Im Mai 2020 teilte die Post mit, 400 Millionen Franken in die Kommunikations-Services investieren zu wollen. Mit diesem neuen Geschäftsbereich will die Firma ihre Rolle als unabhängige Intermediärin ausbauen und beispielsweise die sichere Handhabung und Übermittlung sensibler Informationen ermöglichen.

Peppino Giarritta wird Beauftragter für digitale Verwaltung

Peppino Giarritta ist zum ersten Beauftragten Digitale Verwaltung Schweiz bestimmt worden. Ernannt wurde Peppino Giarritta sowohl vom Bundesrat als auch vom Leitungsausschuss der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK). In der neu geschaffenen Funktion soll er die strategische Steuerung von Digitalisierungsaktivitäten der öffentlichen Hand wirksamer gestalten. Giarritta arbeitete die letzten elf Jahre für den Kanton Zürich. Seit Juli 2018 war er Leiter der Abteilung Digitale Verwaltung und E-Government. Giarritta verfüge über langjährige Erfahrung im Bereich der Digitalen Verwaltung, schreibt der Bund. Er kenne die relevanten kantonalen Gremien und sei auch mit den E-Government-Strukturen auf gesamtschweizerischer Ebene vertraut.

Warum das Internet kürzlich gestört war

Beim US-amerikanischen Backbone-Provider CenturyLink gab es eine technische Panne, die so manche Websites unerreichbar machte oder zumindest verlangsamte. Betroffen waren tausende von Sites, darunter grosse Namen wie Amazon, Twitter, Microsoft (Xbox Live), EA, Blizzard, Steam, Discord, Reddit, Hulu oder OpenDNS. Die Störungen scheinen hauptsächlich in den USA aufgetreten zu sein, aber auch in Europa gab es Probleme. Begonnen hätte das Problem in einem Data Center in Mississauga in der kanadischen Provinz Ontario. Dieses Rechenzentrum habe ein nicht korrektes sogenanntes "Flowspec Announcement" ins Netzwerk geschickt. Nachdem die Ursache der Störung eruiert war, musste CenturyLink zuerst den anderen grossen Providern raten, ihre Verbindungen ins CenturyLink-Netzwerk zu kappen und CenturyLink-Traffic zu ignorieren.

ETH-Team identifiziert Kreditkarten-Sicherheitslücke

Eine Schwachstelle im Protokoll des Kreditkartenunternehmens Visa erlaubt Betrügern, Beträge von Karten abzubuchen, die eigentlich mit einem PIN-Code bestätigt werden müssten. "Der PIN-Code ist bei diesen Karten im Grunde genommen nutzlos", sagte der Informatiker Jorge Toro-Pozo gemäss einer Mitteilung der ETH Zürich. Da andere Unternehmen wie Mastercard, American Express oder JCB ein anderes Protokoll verwenden als Visa, seien diese Karten von der identifizierten Schwachstelle nicht betroffen. Die Forschenden haben Visa bereits über die Sicherheitslücke informiert. Diese zu schliessen sei nur mit geringem Aufwand verbunden: Drei Ergänzungen im Protokoll würden beim nächsten Softwareupdate auf den Bezahlterminals genügen. Die Karten müssten dafür nicht ersetzt werden, sagte Toro.

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