Die IT-Woche 39

25. September 2020, 15:20
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Privacy-Probleme, ein 560-Millionen-Kredit und ein Feierabendbier sorgten diese Woche für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Whatsapp und Co. haben ein ernstes Privacy-Problem

Eine Studie der Uni Würzburg und der TU Darmstadt zeigt, wie man persönliche Daten aus Whatsapp, Telegram und Signal erbeuten kann. In einem Versuch gelang es den Forschenden, Kontakte aus dem Adressbuch der User auszulesen. Aber auch Profilbilder, Nutzernamen, Statustexte und Angaben, wann jemand online war, konnten sie erbeuten. Hacker könnten ohne grosse Einschränkungen sensible Daten in Besitz bringen, bilanzieren die Forschenden ihren Feldversuch. Bedroht seien Milliarden von Usern weltweit. Ihre Verhaltensprofile könnten für betrügerische Angriffe genutzt werden.

Parlament genehmigt 560-Millionen-Kredit für SAP-Migrationen

Kredite von insgesamt 560 Millionen Franken für neue Software für die Geschäftsprozesse der Bundesverwaltung sind unter Dach und Fach. Nach dem Nationalrat hat nun auch der Ständerat 2 Verpflichtungskrediten zugestimmt. Ohne Gegenstimme bewilligte die kleine Kammer 320 Millionen Franken für das zivile Programm "Superb" und 240 Millionen Franken für das militärische Programm "ERP Systeme V/ar". Im Rahmen dieser Programme sollen die SAP-Systeme des Bundes über die kommenden Jahre auf SAPs S/4Hana migriert werden.

Befehl von ganz oben: CVE-2020-1472 patchen

Die Cybersicherheitsabteilung der US-Ministeriums Homeland Security DHS, verantwortlich für die innere Sicherheit, hat den zivilen US-Bundesbehörden befohlen, einen spezifischen Security-Patch für Windows-Server zu installieren. Von der Lücke namens "Zerologon" (CVE-2020-1472) gehe ein "inakzeptables Risiko" für die Netzwerke der US-Behörden aus. Die Anordnung des DHS hat den Status einer "Notfall-Direktive", ein selten genutzter rechtlicher Mechanismus, durch den US-Regierungsbeamte die Bundesbehörden zur Ergreifung von Massnahmen zwingen können.

Schweizer Migrationsamt vergibt IT-Aufträge bis 45 Millionen Franken

Das Staatssekretariat für Migration hat Informatik-Aufträge für bis zu 45 Millionen Franken vergeben. Damit soll der Bedarf an externen IT-Projektressourcen für die Schengen-Dublin-Vorhaben bis Ende 2026 sichergestellt werden. Empfänger der Rahmenverträge sind IBM, E3, SwissQ Consulting und Think Beyond. Die in den Verträgen definierten Leistungen umfassen Projektmanagement, Business Analyse, Testing, ICT-Architektur sowie Java Entwicklung. Sie werden nach Bedarf abgerufen und der Dienstleister jeweils in einem Wettbewerb unter den vier Zuschlagsempfängern ermittelt.

Auf ein Bier mit... Markus Amrein

Markus Amrein war 36 Jahre erfolgreich bei der gleichen Firma und hatte trotzdem wohl über ein Dutzend verschiedene Visitenkarten. Denn sein Arbeitgeber wurde mehrmals verkauft, immer wieder mal umgetauft oder mit einem neuen Logo versehen. Aus Agro Data wurde Bison Systems, daraus PC-Ware, später Comparex, dann wieder Bison und zuletzt BitHawk. Er war auch involviert, als fast 200 Mitarbeitende bei der damaligen Comparex Schweiz kündigten und gleichzeitig zur neu gegründeten Bison IT Services überliefen. Es kam zu einem Strafprozess, und Amrein gehörte zu den Angeklagten. Bei einem Feierabend-Bier diskutiert er mit Christoph Hugenschmidt über Hardware-Marge, die Zukunft der IT-Dienstleister und warum er in der Comparex-Sache alles wieder tun würde.

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