Die IT-Woche 4

29. Januar 2021, 16:07
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Eine Beerdigung bei Swisscom, der Verkauf von Sage Schweiz und ein "Ich verlasse Whatsapp"-Bekenntnis sorgten für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Swisscom beerdigt seine Dropbox-Konkurrenz

Das Erfolgs-Mantra "Fail fast, fail often" gilt nicht für Swisscom, denn ein Angebot des Telcos lebte immerhin mehr als 7 Jahre, bis es als gescheitert erklärt wurde und bald beerdigt wird. Es handelt sich um den Cloud-Service namens "Docsafe", der Ende März 2021 so still und leise eingestellt wird, wie er Ende 2013 lanciert wurde. Mit Docsafe versuchte der Telco unter anderem Dropbox Marktanteile abzunehmen, beziehungsweise mehr zu bieten als die Amerikaner. Statt einer erhofften Einnahmequelle mit einem Freemium-Business-Modell bleibt nur noch ein Kundenbindungstool übrig, mit dem man Fotos und Videos online in der Cloud speichern kann.

"Der Verkauf könnte schneller passieren, als erwartet"

Sage-Schweiz-Chef Thomas Hersche gab uns Auskunft zum Stand des Verkaufs des ERP-Anbieters und dessen Perspektiven. "Eigentlich sind wir sogar froh, dass etwas passiert ist. Für uns ist es ein Entscheid, der nachvollziehbar ist, aber auch Möglichkeiten eröffnet, uns zu entwickeln und selbstständiger zu werden", sagt Hersche. Die Sage Gruppe möchte den Verkauf bis 30. September 2021 abschliessen. "Ich glaube, dass es sogar schon vorher passieren wird", so Hersche. Sage 50 Extra und 200 Extra würden weiter ausgebaut. Es bestehe ein klarer Plan, "dass wir hier weitermachen". Die Produkte würden auch eine gute Kundenzufriedenheit erreichen.

Prantl behauptet: Whatsapp läutet sein eigenes Ende ein

Mit neuen Datenschutz-Bestimmungen hat Whatsapp seine User verärgert. Ein Drama in (bisher) drei Akten, schildert unser Kolumnist Urs Prantl. Für ihn habe dieses Drama das Fass zum Überlaufen gebracht: "Ich habe definitiv die Nase voll von Facebook und seinem – für mich wenig nutzenstiftenden – Geschäftsmodell. Von Facebook habe ich mich bereits vor über einem Jahr verabschiedet, ohne dass ich es bis heute je bereut, noch vermisst hätte – sogar ganz im Gegenteil. Dasselbe gilt für Instagram. Jetzt also auch noch Whatsapp." Auch wenn der Primus in Sachen Datenschutz fraglos Threema sei, so habe er sich dennoch für Signal als primäre Alternative entschieden. In der internationalen Kommunikation spiele die Schweizer App kaum eine Rolle.

SAP kauft Startup Signavio für 1 Milliarde Euro

Der Konzern SAP übernimmt das auf Prozessmanagement spezialisierte Unternehmen Signavio, das auch eine Niederlassung in Zug hat. Gemäss 'Bloomberg' liegt der Preis bei einer Milliarde Euro. Beim Startup handle es sich um "ein führendes Unternehmen im Bereich Business Process Intelligence und Prozessmanagement". Die integrierte cloudnative Prozess-Suite von Signavio ergänze die Business-Process-Intelligence-Lösung von SAP. Damit könne man eine ganzheitliche Suite flexibler Lösungen zur Prozesstransformation anbieten, mit der Kunden ihre Geschäftsprozesse durchgängig anpassen können. Signavio wurde 2009 in Berlin von einem Team von Absolventen des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Potsdam gegründet.

Auch Berner Kantonalbank startet Fintech-Ökosystem

Nun hat auch die Berner Kantonalbank (BEKB) ein Ökosystem für externe Partner. Über die standardisierten Schnittstellen einer Open-Banking-API-Plattform soll es verschiedenen Drittfirmen wie Banken, Versicherungen und Fintechs nun möglich sein, sich auf einfache und effiziente Art mit der BEKB zu verbinden. Zusammen mit DXC Technology, die bekanntlich für die Berner das Kernbankensystem IBIS weiterentwickeln und betreiben, habe man Ende letzten Jahres Plattform umgesetzt. Als erste Lösung werde ab Sommer 2021 der multibankfähige Finanzassistent für Geschäfts- und Privatkunden des Fintechs Contovista angeboten. Die Plattform sehen die Berner Banker als ihr neues Ökosystem zur Vernetzung externer Partner, deren Angebote sukzessive der eigenen Kundschaft verfügbar gemacht werden.

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