Die IT-Woche 42

22. Oktober 2021, 15:00
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Ein Loch im IT-Budget der Armee, der Ersatz einer umstrittenen Software und IT-Probleme der Bundesverwaltung sorgten für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

100-Millionen-Franken-Loch im IT-Budget der Schweizer Armee

Die Schweizer Armee kämpft mit grossen strukturellen Problemen in der Informatik. Das Budget wird im laufenden Jahr um rund 100 Millionen Franken überschritten. Der Armeechef spart unter anderem bei der Munition und bräuchte eigentlich viermal so viel IT-Personal. Hauptgrund für die Probleme sei die schiere Menge von Informatikprojekten, die die Armee derzeit gleichzeitig meistern müsse, bestätige Armeesprecher Stefan Hofer. Zudem bräuchte es rund 400 Vollzeitstellen, um alle derzeit laufenden Informatik-Projekte wie geplant umzusetzen. Armeechef Thomas Süssli verfügt indes nur über rund 100 Vollzeitstellen. Die fehlenden Informatiker müsse man jetzt extern anheuern, mit den entsprechenden Kostenfolgen.

SBB wollen umstrittene Planungs-Software ersetzen

Unter dem Namen "Integrierte Produktionsplanung" (IPP) haben die SBB ein Programm gestartet, um ihre Planungssysteme demnächst zu erneuern. Ausserdem kündigen die SBB darin eine Ausschreibung zur Evaluation möglicher Anbieter an. Genauere Angaben macht der Betrieb nicht: Bekannt ist, dass der IPP-Start mit der Ablösung der Software Sopre einhergeht. Den Projektstart hatte SBB-Chef Vincent Ducrot bereits im Sommer an einer Bähnlerveranstaltung in Bern angekündigt. Dort hatte er den "Megaaufwand" für Sopre bemängelt und angekündigt, sich um einen Ersatz zu kümmern, der um die 200 Millionen Franken kosten solle. Offenbar wird die Reissleine nun gezogen. Sopre hat seit der Auftragsvergabe 2011 immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Unter anderem mit Verzögerungen und aus dem Ruder gelaufenen Kosten. Zudem waren die "Mehrkosten" auch schon Thema der Politik.

IT-Probleme in der Bundesverwaltung

Am 19. Oktober hatte die Bundesverwaltung mit IT-Problemen zu kämpfen. Wie das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) gegen Mittag über Twitter mitteilte, war der Mailempfang und der Zugriff auf Fachapplikationen in der Verwaltung teilweise unterbrochen. Man arbeite mit Hochdruck an der Behebung. Verursacht wurden die Probleme durch einen Ausfall von Teilen des BIT-Netzwerks. Als Folge hätten sich viele Mitarbeitende nicht mit dem VPN der Bundesverwaltung verbinden und auf ihre Systeme zugreifen können, bestätigt das BIT auf Anfrage. Der Ausfall habe innert gut einer Stunde lokalisiert und behoben werden können.

SGKB geht auf der Open-Finance-Plattform bLink live

Das Ökosystem von bLink wächst. Nach der UBS, der Credit Suisse und der Zürcher Kantonalbank habe sich jetzt auch die St.Galler Kantonalbank (SGKB) mit der Open-Finance-Plattform bLink verbunden, teilt SIX mit. Die SGKB sei gleichzeitig die erste Bank, die die Openwealth-Schnittstellen über bLink operationalisiert habe. Mit der Anbindung an die Plattform setze die SGKB ihren ersten Open Finance Use Case. Die Bank biete die Openwealth-API externen Vermögensverwaltern für ihre Depot-Services an, heisst es weiter. So könne, wer auf die Portfolio-Management-Systeme von Assetmax und Alphasys setze, über die standardisierte Schnittstelle ohne grossen Aufwand die Depotbank-Services der SGKB integrieren. Der Umweg über das E-Banking entfalle.

Schweizer MCH Group ist von Cyberkriminellen gehackt worden

Der Messeveranstalter MCH Group ist am Mittwoch, 20. Oktober Opfer eines Cyberangriffs geworden. Das Unternehmen sei mittels Schadsoftware angegriffen worden, heisst es in einer Mitteilung von MCH. Den rund 300 Schweizer Mitarbeitenden sei untersagt, ihren Geschäftscomputer zu nutzen, wie MCH sagte. Ansonsten gab sich das Unternehmen zugeknöpft: Weder gab es das Ausmass des Angriffs bekannt noch ob es sich um Ransomware handelt. Man gehe davon aus, dass die Hacker genau beobachteten, was die MCH tue und sage, hiess es. Die ICT-Abteilung von MCH habe zusammen mit externen Experten und den Bundesbehörden unverzüglich Massnahmen zur grösstmöglichen Schadensbegrenzung ergriffen. Ob auch Daten abgezogen worden sind, ist noch nicht klar, dies werde nun untersucht. Zudem erstattet MCH Strafanzeige.

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