Die IT-Woche 44

30. Oktober 2020, 16:15
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Ein Angriff mit Ryuk, eine "desolate" IT-Infrastruktur, nervenaufreibende Ausschreibungen und CIO-Löhne sorgten für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Sopra Steria bestätigt Ryuk-Angriff

Kürzlich gab der IT-Dienstleister Sopra Steria bekannt, eine Cyber-Attacke entdeckt zu haben. Es handle sich um eine neue Version von Ryuk, die Anbietern von Antiviren-Software und Security-Behörden bislang nicht bekannt gewesen sei. Man habe ausserdem festgestellt, dass die Cyberattacke nur wenige Tage vor der Entdeckung gestartet wurde, so Sopra Steria. Aufgrund der Security-Massnahmen habe man die Schadsoftware auf einen begrenzten Teil der Infrastruktur der Gruppe eindämmen können. Bislang und "nach eingehender Prüfung" habe man keine geleakten Daten oder Schäden an den IT-Systemen der Kunden festgestellt. Laut der Firma wurde mit dem schrittweisen Neustart der IT-Systeme begonnen. Es werde aber einige Wochen dauern, bis sich die Lage in der gesamten Gruppe wieder normalisiert habe.

Lehrende: IT an der Kanti Zug "in desolatem Zustand"

Die Informatik der Kantonsschule Zug (KSZ) ist offenbar in einem desolaten Zustand. Die Lage geht auf Sparmassnahmen des Regierungsrates zurück. Dieser hatte vor drei Jahren entschieden in der Informatikstrategie bis 2022 viel Geld einzusparen. Lehrende schreiben nun, die wertvolle IT-Infrastruktur sei buchstäblich zerschlagen worden. Man habe Arbeitsgeräte in den Unterrichts- und Vorbereitungszimmern entfernt, schuleigene Server zurückgebaut und die bestehende virtuelle Desktop-Infrastruktur entsorgt. "Aufgrund des Personalmangels, kann die IT keine regelmässigen Supportfenster mehr bieten", ist einem Wiki der KSZ zu entnehmen. Und trotzdem wurde auf den Bring-your-own-Device-Ansatz umgestellt. Wir haben mit Betroffenen und Verantwortlichen bei Kanton und Kantonsschule gesprochen.

Prantl behauptet: Finger weg von Ausschreibungen

"Immer wieder stecken wir unendlich viel Arbeit in eine Ausschreibung, um dann im besten Fall den 2. Platz zu gewinnen. Wir getrauen uns gar nicht, unsere Erfolgsquote bei Evaluationen einmal zu analysieren. Wahrscheinlich ist sie desaströs", bekommt Urs Prantl immer wieder zu hören. Eigentlich müsste man meinen, dass erfahrene ITler künftig von Ausschreibungen die Finger lassen. Doch, weit gefehlt. Eher das Gegenteil ist der Fall. Unser Kolumnist empfiehlt: IT-Anbieter sollen ihre Nerven schonen und gar nicht erst in Versuchung kommen, an Ausschreibungen teilzunehmen.

Microsoft blockiert Youtube und Co. für den Explorer

Microsoft plant eine weitere Aktion, um verbliebene Anwender und Anwenderinnen des Internet Explorers zum Umstieg auf seinen neuen Browser Edge zu bewegen. Ab der Version 87 von Edge, die im November veröffentlicht werden soll, werden sich demnach gewisse Webseiten nicht mehr mit dem Explorer öffnen lassen. Wenn jemand versucht, eine dieser Seiten zu öffnen, wird sie stattdessen in Edge geladen. Wie Microsoft auf einer Support-Seite erklärt, soll es sich dabei um "moderne Webseiten" handeln, "deren Design nicht mehr mit Internet Explorer kompatibel" sei. Die Liste der blockierten Sites enthält 1156 Einträge, darunter Youtube, Instagram, Twitter, Yahoo Mail, StackOverflow und StackExchange.

Ein erfahrener CIO verdient in der Schweiz 260'000 Franken

Ein CIO mit mehr als 10 Jahren Erfahrung verdient in der Schweiz im Schnitt 260'000 Franken im Jahr. Gleichauf liegt der CDO. Dies geht aus einer Studie des Personalberaters Michael Page hervor, der 1800 IT-Profis in der Schweiz befragt hat. Ein CDO mit weniger als 5 Jahren Berufserfahrung verdient demnach noch 200'000 Franken, ein CIO 180'000 Franken. Überhaupt sind der Studie hohe Löhne in der Informatik zu entnehmen. Angesichts der Situation auf dem Arbeitsmarkt sieht Michael Page einen Vorteil bei den Kandidaten. Sie würden häufig mehrere Angebote erhalten und könnten so praktisch auswählen. Besonders gefragt seien derzeit Erfahrung mit ERP sowie bei internationalen Firmen, ausserdem IT-Diplome und -Zertifikate. Die Personalberater sehen Cloud-basierten Positionen im Aufwind und höhere Löhne in Jobs, in denen Nischen-Kenntnisse gefragt sind.

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