Die IT-Woche 49

6. Dezember 2019, 16:30
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Ein Trojaner hat den FCB erwischt, Abacus machte die Buchhaltung smarter und eine "Zuger" Firma ist das erste Einhorn von Pittsburgh.

Diese fünf Topstories sorgten in der Kalender-Woche 49 für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.
 
Der gehackte FC Basel und die Konsequenzen
Anfang November gingen Ticketing und Online-Fanshop des FC Basel offline. Am Matchtag begannen sich die Probleme zu häufen. So erhielten Besucher des Heimspiels gegen Neuenburg Xamax an der Kasse "wie in alten Zeiten von Hand ausgefüllte Tickets ohne fixe Platzzuteilung" und konnten nur noch mit Bargeld bezahlen. Es sei ein "Chaos, das durch die IT-Probleme entstand", sagten die Club-Verantwortlichen und ergänzten, das Chaos habe ein Trojaner verursacht, der Teile der IT-Systeme verschlüsseln konnte. "Es wurden bei dem Angriff einzelne Systeme gezielt verschlüsselt", sagte uns Roland Heri, CEO des FCB. Da offenbar zumindest teilweise auch mailen nicht mehr möglich war, waren wohl nicht nur ERP und CRM für das Ticketing und den Fanshop betroffen, sondern auch weitere Systeme.
Abacus bringt mit Partnern KI in die Buch­haltung
Abacus, Arcanite und Cornèrcard haben eine Partnerschaft angekündigt. Aus der Kooperation entstanden ist "Autonomous Live Accounting (ALA)". Dabei handle es sich um mehr als schlicht ein neues Produkt der Firmen, wie an einer gemeinsamen Medienkonferenz der Firmen gesagt wurde. Die Lösung erlaube es, verschiedene Buchhaltungsprozesse in Unternehmen zu automatisieren in dem es Kauf- und Verkaufsprozesse direkt in ein Buchungssystem überführe. Dabei kommt die KI-Lösung DeepO von Arcanite zum Einsatz, die beispielsweise aus einem Spesenbeleg die relevanten Informationen, wie etwa Betrag, Mehrwertsteuer, Adresse oder Datum extrahieren könne. Anschliessend werden die Daten direkt in das Buchhaltungssystem übertragen und verbucht.
 
IT-Störung beim Bund legt E-Gov-Services lahm (Update)
Am Montag gab es ein technisches Problem mit E-Government-Services des Bundes: Auf dem E-Gov-Portal Easygov.swiss prangte ein Hinweis, dass Aufgrund von Netzwerkproblemen der Zugriff auf EasyGov beeinträchtigt oder gar nicht möglich sei. Wie uns ein Sprecher des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT) erklärte, beeinträchtigte die am Montagmorgen aufgetretene Störung verschiedene Anwendungen, sowohl bundesinterne als auch externe wie beispielsweise E-Gate oder SuisseTax. Am Nachmittag war der Service wieder verfügbar. Die Ursache für das Problem war laut BIT eine veränderte Konfiguration nach einem Update auf einer zentralen Infrastrukturkomponente.
SBB plant riesige Smartphone-Beschaffung
Die Schweizerischen Bundesbahnen suchen einen geeigneten Händler, "der die SBB während der geplanten Vertragsdauer von fünf Jahren in dem volatilen Markt der Mobiltelefone und Tablets adäquat mit einer grossen Produkte- und Markenpalette beliefern kann". Insgesamt geht es um die Beschaffung von mehr als 120'000 Laptops und Tablets mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen. Zum Einsatz kommen sie unter anderem bei Business-Anwendungen der SBB, für die Fahrausweiskontrolle und -verkäufe sowie bei den Lockführern.
"Schweizer" Duolingo ist Milliarden wert
Die Sprach-Lern-App Duolingo wurde 2009 vom Zuger Informatik-Studenten Severin Hacker und von seinem Doktorvater Luis von Ahn in Pittsburgh entwickelt, wo auch der Hauptsitz liegt. Nun hat das Unternehmen erneut eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. CapitalG hat 45 Millionen Dollar investiert, nachdem sich der Investment-Arm von Alphabet bereits in früheren Runden beteiligt hat. Mit Gesamtinvestitionen von 138 Millionen Dollar klettert der Wert von Duolingo auf 1,5 Milliarden Dollar. Die Firma ist damit das erste Unicorn in Pittsburgh. "Duolingo hat Benutzer und Umsatz in beeindruckendem Tempo gesteigert und seine Position als Nr. 1 beim Erlernen einer Sprache weltweit weiter gefestigt", sagte Laela Sturdy, General Partnerin bei CapitalG, einem amerikanischen TV-Sender.
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