Die IT-Woche 49

4. Dezember 2020, 16:30
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Ein Höllenloch, eine Vertagung, eine Biologie-Aufgabe, ein digitales Gesundheits-Angebot und ein Unwort sorgten für Gesprächsstoff in der Schweizer IT-Welt.

MS 365: Höllenloch oder Produktivitäts-Hilfe?

Mit dem "Productivity Score" hatten die Redmonder ein neues Analyse-Tool für Microsoft 365 angekündigt. Das Tool soll aus unterschiedlichen Informationen wie E-Mail-Verkehr oder Teams-Nutzung einen Wert bestimmen. Diese Daten sollten personalisiert gespeichert werden, mit Namen, der Zugehörigkeit zu Firmen-Gruppen und Standort von Mitarbeitenden. Die Ankündigung hat für massive Kritik von Datenschützern, Tech-Experten und Gewerkschaften gesorgt. Daraufhin krebste Microsoft zurück: Künftig würden die Messungen von Kommunikation, Besprechungen, inhaltlicher Zusammenarbeit und Teamarbeit beim Productivity Score nur noch Daten auf Organisationsebene aggregieren.

Generali verschiebt IT-Outsourcing und Stellenabbau

Ende Oktober hätte feststehen sollen, wie Generali möglicherweise 600 der 1800 Stellen in Adliswil bei Zürich und in Nyon an Tata Consulting Services (TCS) auslagern wird. Nun wurden konkrete Massnahmen aber ins Jahr 2022 verschoben. "Die strukturellen Fragen werden wir im nächsten Jahr erörtern, und sie werden frühestens 2022 umgesetzt", so eine Generali-Sprecherin. Am Standort Adliswil sei noch nichts zum Outsourcing oder Stellenabbau entschieden.

KI Deepmind löst eine der grossen Fragen der Biologie

Eine neue Version des Deep-Learning-Systems von Deepmind hat offenbar eine der grossen Herausforderungen der Biologie gemeistert: die rasche Vorhersage der Form von Proteinen. Der Durchbruch könnte Forschern helfen, neue Medikamente zu entwickeln und Krankheiten wie Covid-19 zu verstehen. Längerfristig wird die Vorhersage der Proteinstruktur auch dazu beitragen, synthetische Proteine zu entwerfen. Als Beispiele genannt werden Enzyme, die Abfälle verdauen oder solche, die Bio-Treibstoffe produzieren. "Dies ist ein aufregender Moment für das Fachgebiet", sagte Demis Hassabis, der Gründer und Geschäftsführer von DeepMind. "Diese Algorithmen werden nun reif genug und leistungsfähig genug, um auf wirklich anspruchsvolle wissenschaftliche Probleme anwendbar zu sein."

Wie gut das digitale Angebot von Krankenkassen abschneidet

Eine Studie hat die Online-Portale und Apps der 12 grössten Schweizer Krankenkassen unter die Lupe genommen. Bei dem Benchmark wurden Nutzerfreundlichkeit und Security bewertet und untersucht, welche Services online erledigt werden können oder wie gut die Online-Kommunikation funktioniert. Die meisten Anbieter, so die Studienautoren von Unic, hätten ihre Hausaufgaben gemacht. Der Prozess der Leistungsabrechnung dürfe als digitalisiert bezeichnet werden, heisst es im Benchmark. Im Schnitt erreichen die Versicherer diesbezüglich 3.7 von 5 Punkten. Daneben gebe es für den Bereich Dokumente und Administration gute Noten. Das Pflichtprogramm hätten die Anbieter also mehrheitlich erfüllt. Allerdings würden innovative Services, die zusätzlichen Mehrwert für die Kunden schaffen, vielerorts fehlen.

Das ICT-Unwort des Jahres – Finale

"Systemrelevant", "Dichtestress", "Inländervorrang light" – dies waren einige der Schweizer Unwörter der vergangenen Jahre. Wir haben unsere Leserinnen und Leser gefragt, welches Wort aus dem ICT-Umfeld sie denn besonders verärgert, nervt oder langweilt. Wobei handelt es sich um kaum mehr als ein inhaltsloses Schlagwort, eine irreführende Formulierung oder einen reinen Hype? Es sind viele Vorschläge eingegangen. Nun sind noch drei Kandidaten im Rennen: Agil, Digitalisierung und Blockchain. So viel sei schon mal verraten, es gibt einen Führenden. Über das Wochenende haben Sie, liebe Leserin und lieber Leser, noch eine letzte Gelegenheit, das Rennen entscheidend zu beeinflussen. Wie heisst das ICT-Unwort des Jahres?

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