Die IT-Woche 49

10. Dezember 2021, 15:51
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Eine Auslagerung der Post, eine Millionen-Beschaffung des BIT, Ransomware in Flims und Cyberangriffe auf Parlamentsmitglieder sorgten für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Post lagert App-Entwicklung und -Support nach Italien aus

Die Schweizerische Post überlässt die Entwicklungs- und Supportleistungen bei IT-Applikationen der internationalen Beratungsfirma Fincons, die in der Schweiz unter anderem Niederlassungen in Bern, Lugano und Zürich unterhält. Fincons werde dafür ein mehrsprachiges Team bereitstellen und an der Entwicklung und Verbesserung von IT-Anwendungen im Logistikbereich mitarbeiten, so der Anbieter. Das Team sei auf RxJava und Java spezialisiert und arbeite von Italien aus. "Im Vertrag mit der Post ist die Zusammenarbeit auf 4 Jahre hinaus vereinbart worden", so eine Fincons-Sprecherin auf Anfrage von inside-it.ch. Je nach Projektverlauf gebe es ausserdem die Option auf Verlängerung.

BIT sucht Externe für Support-Services

Das Bundesamt für Informatik (BIT) betreut aktuell rund 30'000 Clients in der Bundesverwaltung. 2024 werden es rund 50'000 sein. Für die Verwaltung zuständig ist die Hauptabteilung Domestic Services. Aufgrund von Projekten, neuen Anforderungen und Funktionen sowie Ressourcenengpässen seien die Domestic Services darauf angewiesen, kurzfristig externe Unterstützung beschaffen zu können, so das BIT zum Hintergrund einer aktuellen Ausschreibung. Gesucht werden deshalb Anbieter, die Services in den Bereichen Service Desk, ICT-Support und Büroautomation anbieten können. Das gesamte Beschaffungsvolumen beläuft sich auf maximal 39 Millionen Franken. Erbracht werden sollen die Leistungen über die Jahre 2022 bis 2026.

Sind Parlamentsmitglieder ausreichend vor Cyberangriffen geschützt?

Eine Anfrage von Nationalrat Fabian Molina zeigt: In den letzten beiden Jahren wurden 11 "bedeutende" Fälle bei Cyberangriffen auf Parlamentsmitglieder verzeichnet. Auf unsere Anfrage erklärten die Parlamentsdienste, bedeutenden Fälle seien solche, "die nicht offensichtlich allgemeine Beschwerden oder Spam sind, sondern vertieft analysiert werden müssen". Molina sagte uns: "Ich stelle fest, dass die Cyber-Sicherheit für Mitglieder der Bundesversammlung langsam an Bedeutung gewinnt." Trotzdem sehe er Handlungsbedarf und fordert unter anderem eine bessere Schulung der Parlamentsmitglieder.

Samuel Hügli ist nicht mehr Technikchef der TX Group

Samuel Hügli ist nicht länger Konzernleitungsmitglied bei der TX Group und auch nicht mehr Leiter Technology und Ventures beim Zürcher Zeitungsverlag. "Mein Arbeitsvertrag bleibt aber gültig", sagte Hügli im Gespräch mit inside-it.ch. Hügli bleibt Verwaltungsratspräsident von Doodle und Zattoo, an denen die TX Group eine Mehrheitsbeteiligung hält. Hügli bestätigte dies und ergänzte, dass er daneben noch bei zwei weiteren Projekten mitwirke, die jedoch noch nicht spruchreif seien. Grund für Hüglis internen Wechsel ist eine weitere Reorganisation bei der TX Group. Diesmal wird Hüglis ehemaliger Bereich Technology & Ventures neu gegliedert und mit den Bereichen Operations sowie Development zusammengeführt, wie die TX Group mitteilte.

Bündner Luxushotel Waldhaus wird Opfer von Ransomware

Das 5-Sterne-Hotel Waldhaus in Flims bestätigte in dieser Woche eine Ransomware-Attacke, die bereits am 18. Oktober erfolgt war. Die Cyberkriminellen hätten Lösegeld für die Entschlüsselung der Daten gefordert, es sei aber kein solches bezahlt worden. Externe Experten für IT-Forensik analysieren den Angaben zufolge den Angriff und sollen prüfen, ob möglicherweise personenbezogene Daten offengelegt worden sind. Auf den betroffenen Servern lagen laut dem Hotel Datensätze von Gästen, Mitarbeitenden und Geschäftspartnern. Bank- oder Kreditkartendaten seien jedoch von der Attacke nicht berührt gewesen, da Zahlungen nicht über die betroffenen Systeme abgewickelt würden, hiess es.

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